Wissen ist Macht
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Wissensbilanz
In Deutschland wird durch ein Förderprogramm des Bundes an der Etablierung und Weiterentwicklung der Wissensbilanz durch den Arbeitskreis Wissensbilanz (AK-WB) gearbeitet [6]. Die Wissensbilanz

Wissensbilanz

In Deutschland wird durch ein Förderprogramm des Bundes an der Etablierung und Weiterentwicklung der Wissensbilanz durch den Arbeitskreis Wissensbilanz (AK-WB) gearbeitet [6]. Die Wissensbilanz ist ein Instrument zur strukturierten Darstellung und Entwicklung des intellektuellen Kapitals eines Unternehmens. Sie dokumentiert die Verwendung des intellektuellen Kapitals und bilanziert Zielerreichungen. Die Wissensbilanz erfüllt zwei Funktionen: Sie dient der Kommunikation gegenüber Externen (Kunden, Partnern,.), um die Leistungsfähigkeit der Organisation aus Sicht der Perspektive Wissen abzubilden. Ebenfalls dient sie als Entscheidungsgrundlage für das Management zur Entwicklung des intellektuellen Kapitals (z. B. Weiterbildungsbedarf der Mitarbeiter) und zur Organisationsentwicklung. Für die Erstellung dieser Wissensbilanz wird eine kostenfreie Software bereitgestellt: Wissensbilanz-Toolbox.

Wissensmanagement und Softwareentwicklung

Die Entwicklung von Software ist eine Tätigkeit, die eine hohe Informationsdichte impliziert. Der Entwickler muss über großes (fachspezifisches) Wissen verfügen, um die Tätigkeiten adäquat ausführen zu können. Wissen spielt im Laufe des Entwicklungsprozesses stetig eine große Rolle, aber die Perspektive verändert sich mit Fortgang des Projekts. Am Anfang steht das gegenseitige Lernen der Teammitglieder zur Erreichung eines einheitlichen Wissensstandes im Vordergrund. Später stehen folgende Aspekte im Vordergrund, bei denen ein gutes Wissensmanagement hilfreich ist [5]:

  • Automatisierung des Softwareentwicklungsprozesses
  • Verbesserte Planung der Projekte und bessere Qualifikation der Mitarbeiter
  • Wiederverwendbarkeit von Teilen des Quellcodes, vorrangig auf Ebene von Komponenten in anderen Projekten

Die Wiederverwendung hat eine große Bedeutung, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Anforderungen an die Software steigen, die Komplexität zunimmt und der Kostendruck zu einer effizienten Arbeitsweise führt. In der eben zitierten Arbeit [5] heißt es dazu treffend: „Die Parallelen des Konzepts der Software-Wiederverwendung zum allgemeinen Wissensmanagement sind unübersehbar [.]. Die Wissensidentifikation erfolgt dabei über eine Produktbibliothek oder ein Wiederverwendungsarchiv und der Wissenserwerb durch Ableitung aus bereits vorhandenen Komponenten. Durch die Wiederverwendung wird eine Wissensentwicklung angestoßen, da Fehler entdeckt und in zukünftigen Versionen verbessert werden und die Auseinandersetzung mit den wiederzuverwendenden Komponenten ebenfalls zu einer Entwicklung von Wissen führen kann. Bei der Wissensverteilung hilft die Produktbibliothek; die Wissensnutzung erfolgt durch die abgelegten Komponenten und Dokumente; die Wissensbewahrung wird von einer qualifiziert verwalteten und gepflegten Produktbibliothek unterstützt.“

Ausblick: Wissensmanagement in der Praxis

In diesem ersten Teil haben wir einige theoretischen Grundlagen zum Wissen und Wissensmanagement betrachtet. Deutlich wurde, dass Wissen erst unter bestimmten Bedingungen aus Informationen entstehen kann. Im zweiten Teil wollen wir einen Blick in die Praxis werfen und uns verschiedene Anwendungen und Tools für das Wissensmanagement ansehen. Diese Software kommt aus verschiedenen Bereichen und kann ggf. Anregungen für die eigene Arbeit liefern. In diesem Sinne: „Wissen ist wirklich Macht“ und „Nichts wissen macht eben doch Etwas“.

Dr. Veikko Krypczyk studierte Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik und promovierte zum Thema Algorithmenentwicklung für Tourenplanungsprobleme. Nebenberuflich arbeitet er als Fachautor und ist begeisterter Programmierer. Sie erreichen ihn per E-Mail an veikko2000@yahoo.de.
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