Wissenschaftler senken Skype-Betrugsrate um 68 Prozent
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Betrug im Internet ist ein ernsthaftes Problem, das weiß auch Microsoft. Wissenschaftlern des Unternehmens könnte jetzt ein echter Durchbruch gelungen sein. In einer Forschungsarbeit stellten die Forscher

Betrug im Internet ist ein ernsthaftes Problem, das weiß auch Microsoft. Wissenschaftlern des Unternehmens könnte jetzt ein echter Durchbruch gelungen sein. In einer Forschungsarbeit stellten die Forscher ein neues Verfahren vor, um mit Betrügern im Internet-Telefondienst Skype umzugehen. Das Ergebnis spricht für sich: den Wissenschaftlern gelang es, die Anzahl an betrügerischen Accounts um 68 Prozent zu verringern.

Das Verfahren basiert auf einem komplexen maschinengesteuerten Algorithmus, der eine Vielzahl von Nutzer-Variablen analysiert, auswertet und anschließend die Wahrscheinlichkeit eines Betrugsfalles ermittelt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Interaktionen des Nutzers. Der Algorithmus vergleicht das Verhalten eines „normalen“ Skype-Users mit dem von bekannten Betrügern und notiert Ähnlichkeiten. Je mehr verdächtige Verhaltensweisen erkannt werden, desto höher ist die Chance, dass man es mit einem Betrüger zu tun hat.

Interessant dabei ist vor allem, dass es den Microsoft-Forschern zufolge offenbar möglich ist, betrügerisches Verhalten im Internet an genau messbaren statistischen Variablen fest zu machen.  So würden Betrüger zu anderen Uhrzeiten Kontakt aufnehmen als Ottonormalverbraucher und auch über andere Kontaktlisten in ihrem Skype-Account verfügen. Vor allem könne man aber ein „asymmetrisches“ Muster bei den Interaktionen beobachten. Im Falle von normalen Nutzern stünden Kontaktanfragen und Erwiderungen in einem ausgeglichenen Verhältnis, bei Betrügern sei hingegen die Zahl der Anfragen überproportional höher als die anschließenden Antworten.

Für sich genommen sei jede dieser Variablen unvollständig, in der Gesamtheit stellten sie aber ein zuverlässiges Indiz dar, um Betrügern auf die Schliche zu kommen. Die Wissenschaftler berufen sich dabei auf einen Test, den sie mit 200.000 Skype-Nutzern durchführten. Die eine Hälfte der Nutzer verfügte dabei über einen echten Account, die andere Hälfte über einen falschen. Nach nur vier Monaten konnten die Forscher mit einer 68-prozentigen Wahrscheinlichkeit Betrüger identifizieren. Auf den Zeitraum von zehn Monaten gerechnet konnte man die Anzahl an Fake-Accounts um den Faktor 2,3 senken.

Bei dem Test konzentrierten sich die Wissenschaftler zunächst auf Skype – der Dienst wurde vor allem aufgrund seiner Größe und Beliebtheit gewählt. Das Team erwartet aber, dass die Methode in Zukunft auch auf anderen Plattformen zur Anwendung kommen kann.

Aufmacherbild: Man in a balaclava furtively watching an unsuspecting female von Shutterstock / Urheberrecht: Amir Kaljikovic

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