Yahoo löst Google als Standardsuche in Firefox ab
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Die Zeiten, in denen Google die Standardsuchmaschine in Firefox war, sind vorbei. Wie Marissa Mayer, CEO von Yahoo, und Mozilla bekannt gegeben haben, haben sich die beiden Internetgiganten geeinigt.

Herausgekommen ist eine zunächst einmal auf fünf Jahre angelegte Partnerschaft: Yahoo wird die Standardsuchmaschine in Firefox-Browsern auf dem Desktop und Mobile; zumindest teilweise. Wie viel Geld im Gegenzug geflossen ist, bleibt allerdings ein Geheimnis.

Mozilla und Yahoo in trauter Einigkeit

Ab Dezember werden amerikanische Firefox-Nutzer eine mit Yahoo eine neue Standardsuchmaschine in ihrem Browser auf dem Desktop und mobilen Devices präsentiert bekommen. Erst Anfang 2015 soll die Änderung nach und nach in der ganzen Welt ausgespielt werden.

Marissa Mayer, CEO von Yahoo, war in der Ankündigung im Yahoo-Blog voll lobender Worte über den künftigen Partner.

Today, I’m thrilled to announce that we’ve entered into a five-year partnership with Mozilla to make Yahoo the default search experience on Firefox across mobile and desktop. Mozilla is an inspirational industry leader who puts users first and focuses on building forward-leaning, compelling experiences.

Die Partnerschaft sei, so Mayer weiter, die wichtigste Partnerschaft, die Yahoo in den letzten fünf Jahren eingegangen sei.

Mehr als eine Suche

Jedoch soll es in der Partnerschaft um mehr gehen, als um die bloße Bereitstellung der Standardsuchmaschine. So sollen die Teams beider Unternehmen eng zusammengearbeitet haben, um ein sauberes und modernes Sucherlebnis zu bieten.

Darüber hinaus sieht Mayer noch ein großes Potential im Thema Suche – die sich ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren noch dramatisch ändern und verbessern werde.

Diese Partnerschaft betrifft jedoch zunächst den amerikanischen Markt. Denn Mozilla stellt sich derweil in den verschiedenen Märkten spezialisiert auf.

Promoting Choice & Innovation

Wie Chris Beard, der im April übergangsweise den Posten des CEO bei Mozilla übernommen hatte, im Mozilla-Blog verkündete, wird es künftig mehr als nur einen Partner im Bereich der Standardsuche geben.

We are adopting a more local and flexible approach to increase choice and innovation on the Web, with new and expanded search partnerships by country.

In den vereinigten Staaten wird ab Dezember Yahoo als Standardsuchmaschine im Firefox sein Werk verrichten. Der Anbieter wird dabei Mozillas Do-Not-Track-Feature unterstützen.

In Russland hingegen wird Yandex als Default-Lösung eingestellt sein, in China Baidu. Google hingegen wird – wie 60 weitere Anbieter – weiterhin in der Liste der vorinstallierten Suchmaschinen enthalten sein. Darüber hinaus wird Google auch weiterhin die Geolocation– und Safe-Browsing-Features versorgen.

Alles auf neu?

Damit löst Mozilla nach vielen Jahren die exklusive Partnerschaft mit Google auf – die in den vergangenen Jahren immer wieder mit viel Argwohn betrachtet wurde.

Ob die neuen Partnerschaften ähnlich viel Geld in Mozillas Kassen spülen wie der Deal mit Google, bleibt indes abzuwarten – im Jahr 2012 haben Googles Zuwendungen immerhin 90 Prozent des Umsatzes von Mozilla ausgemacht. Seit längerem steht jedoch die Frage im Raum, ob Google überhaupt noch Interesse daran haben könnte, Mozilla zu unterstützen – im Browser-Markt hat man den Firefox mit Chrome längst hinter sich gelassen. Und die Bemühungen Mozillas ein eigenes mobiles Betriebssystem zu etablieren, dürften ebenfalls kaum auf Begeisterung seitens des Suchmaschinengiganten gestoßen sein; selbst wenn Firefox OS von Google kaum als ernstzunehmende Konkurrenz betrachtet werden dürfte.

An den Plänen, die Tiles auf New-Tabs-Seiten mit Werbung zu versehen, dürfte das vorerst nichts ändern.

Was bleibt, ist eine neue und intensivere Ausrichtung des Mozilla-Universums auf den Nutzer. Und genau dieser Zielgruppe wird es recht sein, mehr Wahl in allen Bereichen zu haben.

Aufmacherbild: Stack of hands von Shutterstock / Urheberrecht: cate_89

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