Zehn Lektionen für unkultivierte Web-Entwickler
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Microsoft MVP Troy Hunt trägt zehn Verhaltensregeln zusammen, an die sich Web-Entwickler halten sollten, wenn sie ihren Web-Auftritt für ein internationales Publikum vorbereiten wollen und nicht Teile

Microsoft MVP Troy Hunt trägt zehn Verhaltensregeln zusammen, an die sich Web-Entwickler halten sollten, wenn sie ihren Web-Auftritt für ein internationales Publikum vorbereiten wollen und nicht Teile ihrer Zielgruppe schon im Vorfeld vergraulen wollen:

  1. Browser-Verteilungen sind nicht in jedem Land gleich. Lernt Eure Zielgruppe und Euer Einzugsgebiet kennen, und passt Euch dem an!
  2. Datumsformate variieren regional. Daher ist es immer ratsam, den Monat in Buchstaben zu nennen und das Jahr vierstellig oder mit einem anführenden Apostroph anzudeuten.
  3. Kyrillische oder chinesische Zeichen sowie der Apostroph in irischen Präfixes von Namen sollten unterstützt werden. Dazu sind ein paar Anpassungen in der Datenbank nötig, wie hier in StackOverflow besprochen.
  4. China nutzt mehrheitlich Windows XP, und damit Internet Explorer 8, und damit kein HTML5. Betrachtet man die derzeitige Entwicklung, wird der Anteil auch noch im Jahr 2015 über 50 Prozent sein.
  5. Dollar ist nicht gleich Dollar: In 35 Nationen oder Territorien wird mit verschiedenen Dollars gezahlt. Daher sollte unverfänglich klargestellt werden, welche Dollars konkret gemeint sind.
  6. Top-Level-Domains sollten einen ersten Anhaltspunkt zum beworbenen Produkt oder Unternehmen geben. Ein Ländercode wäre hier hilfreich. Hunt bemängelt, dass selbst ur-amerikanische Unternehmen oder einfache Restaurants auf die .us-Domain verzichten und eine pompöse, nichtssagende .com-Domain beanspruchen.
  7. Im Mobile-Sektor muss man sich eigentlich nur auf das iPhone einstellen, könnte man glauben. Doch in manchen Ländern wie China ist der Anteil auf Grund später Releases ausnehmend gering, sodass auch hier Ausnahmen vorliegen.
  8. Zeitzonen gibt es geschlagene 40 auf diesem Planeten. Über die UTC lässt sich dies mitsamt der sommerzeitbedingten Verschiebungen tilgen. Wenn es drauf ankommt, kann jeder Gast einzeln festlegen, welcher Zeitzone sich die Angaben im Forum oder sonstigem Webdienst anpassen sollen.
  9. Behandelt Benutzer-Minderheiten nicht wie User zweiter Klasse! Dropdown-Listen so zu sortieren, dass deutsche Bundesländer vor schweizer Kantonen aufgelistet sind, macht deutschen Gästen Spaß, verärgert die schweizer Kundschaft, weil Ihr sie mit einer schlechteren Usability konfrontiert.
  10. Eine viertel Milliarde Chinesen surfen mit dem 360 Safe Browser. Möge man von ihm halten, was man will: Diese Masse von Anwendern sollte man bei der Entwicklung einer internationalen Website nicht außer Acht lassen.

All diese Punkte und noch viel mehr aktuelle Entwicklungen solltet Ihr auf dem Schirm haben, wollt Ihr mit Eurer Anwendung auch im Ausland gut ankommen.

Habt Ihr schon mal ein internationales Publikum bedient? Wie sind Eure Erfahrungen aus der Entwickler-Praxis?

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