phpcloud

Zend Developer Cloud – ein neuer Weg der PHP-Entwicklung
Kommentare

Cloud hier, Cloud da, überall Cloud. Viele sind schon genervt von der Fernsehwerbung eines Branchenriesen („Ab in die Cloud!“). Und irgendwie kann beim Durchforsten verschiedener Foren der Eindruck entstehen, dass die Cloud ein Standing zwischen „Das Böse an sich“ und „unnützes Zeug“ erlangt hat. Andererseits zeigt die Zend-Developer-Pulse-Umfrage [1], dass mehr als 60 Prozent aller PHP-Entwickler 2012 die Absicht haben, mit oder in der Public Cloud zu arbeiten. Was steckt also dahinter? Ist das alles heiße Luft oder gibt es (für PHP-Entwickler) einen Mehrwert mit und dank der Cloud?

PHP Magazin

Der Artikel „Zend Developer Cloud – ein neuer Weg der PHP-Entwicklung“ von Kevin Schroeder und Jan Burkl ist erstmalig erschienen im PHP Magazin 3.2012.

Zuerst einmal sollte man sich von den üblichen Marketingsprüchen lossagen und genau betrachten, wie die Möglichkeiten der Cloud das tägliche Leben eines Entwicklers vereinfachen können. Das haben die Jungs und Mädels von Zend getan und auf der ZendCon im Oktober 2011 das Projekt phpcloud.com aka Zend Developer Cloud angekündigt. Dabei geht es nicht um den Produktivbetrieb oder das Speichern von Daten in der Wolke, sondern vielmehr um die Applikationsentwicklung. Kurz gesagt bietet die Zend Developer Cloud einen virtuellen Server inklusive PHP Stack, mit dem der eigene Code sofort nach der Anmeldung entwickelt und getestet werden kann. Ganz nach dem Motto: „Zend Developer Cloud is for those who love coding but hate wasting time on system administration or troubleshooting“ [2].

Erste Schritte

Zurzeit ist die Developer Cloud als so genanntes Technology Preview Release verfügbar, das heißt es gibt keinen üblichen Registrierungs- und Anmeldeprozess, sondern die Möglichkeit, einen Zugang auf https://my.phpcloud.com/invite-friend/request-key anzufragen. Bereits registrierte Nutzer können auch Einladungen versenden – einfach mal im Bekanntenkreis umhören. Natürlich ist die Registrierung kostenlos.

Nach erfolgreicher Anmeldung muss ein Container erstellt werden (Abb. 1). Darin werden alle Applikationen Platz finden, die im Laufe der Zeit in der Cloud entwickelt werden. Vergleichbar ist so ein Container mit dem Workspace des IDE. Außerdem wird dem Container ein Schlüsselpaar zugewiesen, das über die Website generiert werden kann. Der Private Key (im Format PEM und PPK) steht zum Download bereit. Wenn bereits ein Schlüsselpaar für andere Zwecke im Einsatz ist, kann natürlich auch der entsprechende bestehende Public Key über das Formular auf den Server hochgeladen werden, um ihn zu nutzen. Das Schlüsselpaar wird für die Authentifizierung mit Fremdsystemen, zum Beispiel einem IDE oder einer DB-Verwaltungssoftware, benötigt. Der gewählte Containername hat eine wichtige Bedeutung: Er ist einmalig in der gesamten Developer Cloud und fungiert auch als Subdomain der eigenen Applikationen. In unserem Beispiel lautet der Containername „phpmagazin“. Das resultiert nach erfolgreichem Erstellen des Containers in einem Start-URL namens http://phpmagazin.my.phpcloud.com. Hinter dieser Adresse steckt bereits eine erste Default Application, eine Willkommensseite.

Abb. 1: Erstellen eines Containers auf phpcloud.com

Jetzt wäre es noch nett, wenn neben der besagten, einfachen HTML-Seite weitere Applikationen erstellt werden könnten. Das kann über verschiedene Wege geschehen. Der erste und einfachste besteht darin, folgenden URL aufzurufen: https://my.phpcloud.com/container/phpmagazin/manage/apps. Hier gibt es einen Button NEW APPLICATION. Dahinter verbirgt sich eine Auswahl an verschiedenen Packages: Von einer leeren Zend-Framework-Anwendung (Version 1 und 2), über WordPress, bis hin zu Joomla, Drupal und Magento ist alles als fertiges Deployment-Paket vertreten. Nach einem Klick auf DEPLOY APPLICATION müssen nur noch Name und Pfad für die Applikation angegeben werden, und schon hat man zum Beispiel WordPress installiert, was im Folgenden als Beispiel dienen wird. Die hier referenzierte Installation der Blogsoftware ist für jeden unter http://phpmagazin.my.phpcloud.com/wordpress erreichbar. So weit, so gut. Doch wie kann man die Dateien jetzt editieren und Funktionalität hinzufügen? Obwohl Projekte wie Orion [3], die Eclipse in den Browser bringen, mit großen Schritten voranschreiten, ist momentan doch das gute, alte lokale IDE als Werkzeug für die Entwicklung zu empfehlen. Die Developer Cloud kann sowohl mit Zend Studio als auch mit anderen Entwicklungsumgebungen genutzt werden (Beispiele für NetBeans und PhpStorm folgen unten).

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -