Zend Framework 2 vs. Symfony 2.1 und der Kampf um die Aufmerksamkeit
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Nach den gestrigen Releases der zwei bedeutendsten Meilensteine in der jüngeren Geschichte der PHP-Frameworks ringen ihre Macher um die Gunst der Entwickler: Fabien Potencier zählt die Stärken von Symfony 2 auf, während Andi Gutmans, Mitbegründer des Zend Frameworks, seinen Schützling bewirbt.

Fabien Potenciers Argumente für Symfony 2.1

  • Symfony ist kein Framework, sondern ein Projekt. Abhängig von Euren Bedürfnissen könnt Ihr Komponenten auswählen, das Silex Framework verwenden oder das Gesamtpaket auswählen.
  • Symfony wird von vielen großen Unternehmen oder Websites verwendet: BBC, CBS, TED, wetter.com, Lockers, YouPorn. Einige CMS und andere Frameworks verwenden Symfony-Bibliotheken, so wie Drupal, eZpublish, phpBB, shopware, PPI oder Laravel. All diese Projekte werden damit untereinander kompatibel.
  • Hinter Symfony steht eine große Gemeinde von über 550 Teilnehmern alleine in der Core-Entwicklung. Über 1.600 Bundles erweitern Symfonys Fähigkeiten. Symfony veranstaltet jährlich weltweit mehrere eigenständige Konferenzen und hat etliche User Groups.
  • Symfony existiert seit 2005 und soll für lange Zeit fortbestehen. Neben SensioLabs unterstützen etliche anderen Unternehmen das Projekt sowohl finanziell als auch intellektuell.
  • Symfony unterstützt die „Erfinde das Rad nicht neu!“-Philosophie und kann andere Open-Source-Projekte integrieren, wie Propel, Doctrine, Assetic, Monolog und andere.
  • Symfony ist ein Ort der Innovation: Es war eines der ersten Frameworks mit einem Dependency Injection Container und einer serienmäßigen Template-Engine (Twig), die jetzt sogar in Drupal und eZpublish eingesetzt wird. Die Debug Toolbar sowie der eingebaute Profiler sind weitere Alleinstellungsmerkmale.

Andi Gutmans‘ Argumente für Zend Framework 2

  • Zend Framework wurde 2005 aus der Taufe gehoben, um PHP Enterprise-tauglich zu machen. Dazu gehörten breit angelegter Datenbank-Support, starke Objektorientierung, XML und Web-Services in PHP 5 sowie standardisierte Werkzeuge über das Eclipse-Ökosystem.
  • Durch die etablierten Best Practices wurde Zusammenarbeit in großen Teams mit PHP erst ermöglicht. Zend Studio und Zend Server rundeten dies ab. Über Zertifikate, Trainings und Consulting stieg die Zahl der Beitragenden, und die Qualitätssicherung fand einen geordneten Rahmen.
  • Zend Framework 1 wurde von hunderttausenden Firmen eingesetzt und für geschäftskritische Anwendungen verwendet, unter anderem von IBM. Es wurde so populär, dass es mit „Zend“ irrtümlich gleichgesetzt wird, obwohl die Zend Engine, der Kernel von PHP, das ursprüngliche Steckenpferd von Zend war.
  • Zend Framework 2 ist modular aufgebaut, erweiterbar und weitgehend kompatibel mit dem alten Framework.

Dass es zur Gegenüberstellung der Frameworks kommen musste, lag vor allem an dem Timing: Zend Framework 2 und Symfony 2.1 erscheinen am selben Tag. Dass das kein Zufall sein kann, behauptet Anna Filina felsenfest. „News Hijacking“ nennt sie es, wenn zwei Projekte um die Aufmerksamkeit des Publikums buhlen, und der eine auf der Welle mitreitet, die der andere erzeugt hat.

Dies kann in der Community nur Verwirrung stiften und der Publicity beider Parteien nur schaden. Und wenn die Projekte unterschiedlich groß sind, dann kann es sein, dass derjenige mit der größeren finanziellen Rückendeckung oder stärkeren Community damit schwache Projekte in den Schatten stellt oder gar erstickt.

Im aktuellen Fall befürchtet sie, dass Fabien Potencier auf Matthew Weier O’Phinneys Release mit dem eigenen kontern wollte. Doch die gute Geste wäre ihrer Meinung nach gewesen, noch einen Tag mit dem Release von Symfony 2.1 zu warten. Und dies wäre generell eine faire Herangehensweise bei großen Ankündigungen.

Lukas Smith, Mitentwickler von Symfony, beteuert, dass es ein „sehr sonderbarer Zufall“ war, dass die Releases sich überschnitten haben. Doch waren sie schon lange im Vorfeld angekündigt worden. Außerdem sei es nicht ratsam, freitags zu veröffentlichen. Und Symfony 2.1 wurde für diese Woche versprochen, was man diesmal einhalten wollte. Dennoch gesteht auch er, dass diese Überschneidung sehr unglücklich sei.

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