Zoff um Node.js-Fork: Advisory Board in Sicht?
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Node.js steht vor einer Zerreißprobe. Während ein Teil der Kerngruppe offen über einen Fork diskutiert, reagiert das Node-Stammhaus Joyent und erwägt die Einrichtung eines Advisory Boards. Wohin steuert

Node.js steht vor einer Zerreißprobe. Während ein Teil der Kerngruppe offen über einen Fork diskutiert, reagiert das Node-Stammhaus Joyent und erwägt die Einrichtung eines Advisory Boards. Wohin steuert Node.js?

Der Zoff um Node

Nach einer wüsten verbalen Auseinandersetzung hatte sich die Kerngruppe des JavaScript-Frameworks bereits im Dezember 2013 gespalten: Auf der einen Seite steht das Node-Stammhaus Joyent, das traditionell die Richtung der Entwicklung recht unilateral vorgegeben hatte. Auf der anderen Seite hat sich das Unternehmen StrongLoop profiliert, das von einigen Node-Entwicklern gegründet wurde und ebenfalls ein Mitbestimmungsrecht an Node.js einfordert.

Die Diskussionen mündeten – wie das in Open-Source-Zeiten ja fast schon üblich geworden ist – in die Überlegung, nach der Kernentwickler-Gruppe auch das Projekt selbst zu spalten. Angelegt ist bereits die Seite: Nodeforward.org, in der zum einen das Ziel ausgegeben wird, eine gewisse Stagnation in der Node-Weiterentwicklung zu überwinden. Zum anderen soll Node als Community-Projekt weitergeführt werden und nicht von einer einzigen Partei als „gutmütiger Diktator auf Lebenszeit.“

Hinter dem Node-Fork steht also StrongLoop mit den Protagonisten Isaac Schlueter, Bert Belder, Fedor Indutny, Trevor Norris und Mikeal Rogers. Wie David Trejo in einem Blogpost berichtet, gingen die Diskussionen dort schon so weit, dass man das Team um einen bezahlten Vollzeitentwickler verstärken wollte. Selbst hatte man mit drei Stunden täglichem Bugfixing gerechnet.

Joyent reagiert

In einem Artikel auf InfoWorld meldet sich nun Joyent-CEO Scott Hammond zu Wort. Joyent bereite gerade ein Node.js Advisory Board vor, verrät Hammond. Das Ziel: einen Kanal für die Community einzurichten, um die zukünftige Weiterentwicklung des Frameworks mitbestimmen zu können.

Mit von der Partie sollen Vertreter namhafter Unternehmen sein, genannt werden Netflix, Walmart, PayPal, IBM, NodeSource, NPM, Yahoo – und auch StrongLoop. Schon nächste Woche soll das Advisory Board offiziell bekannt gegeben werden. 

StrongLoop selbst hat sich wohl noch nicht zu dieser überraschenden Wendung geäußert. Die Videos, die David Trejo noch in seinem Blogbeitrag als Quelle angegeben hatte, sind mittlerweile allerdings nicht mehr zugänglich. Auch führt derzeit der Link: https://github.com/node-forward/node  ins Leere. Anzeichen, dass in Sachen Advisory Board gerade zwischen Joyent und StrongLoop verhandelt wird?

Nun, wir werden es sehen. Den Druck haben sich Joyent und StrongLoop mit ihren Offensiven selbst aufgebaut – die Community erwartet in den nächsten Tagen eine Antwort.

Wünschenswert wäre es freilich, wenn alle Parteien sich in einem solchen Advisory Board zusammenraufen könnten und der Community der Fork erspart bliebe. Denn in den seltesten Fällen konnten sich aus beiden Astgäbeln eines Forks vitale Projekte entwickeln. Doch sollte sich die Drohung „Fork“ als Katalysator erweisen, die Innovationskräfte auf beiden Seiten zu beflügeln und ein partizipativeres Governance-Modell für Node.js zu erwirken, wäre dem populären JavaScript-Framework bestens gedient.

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