Zwei-Welten-Experte Christian Weyer im Interview
Kommentare

Christian Weyer, Thinktecture AG, hat es geschafft: er ist (aktuell) der einzige deutschsprachige von Microsoft und Google ernannte Development Experte und schmückt sich jetzt mit den Titeln: Google Developer Expert (GDE), Microsoft Most Valuable Professional (MVP) und Microsoft Regional Director (RD).

Wer Christian Weyer z.B. von der BASTA! kennt, wundert sich sicher nicht, ist er doch unübersehbar und unüberhörbar, wenn er über Themen wie leichtgewichtige Architekturen, AngularJS oder seit neustem über die Cross-Plattform-Entwicklung von HTML5-Anwendungen spricht (Video-Interview). Dass er in der Microsoft Welt seit vielen Jahren zur ersten Garde der Technologie-Experten gehört ist nicht neu – dass er nun bewiesen hat auch in der Google-Welt vorne mit dabei zu sein, ist nicht nur ein Indiz für seine Kompetenz, sondern auch für die Veränderung der IT Welt. Wie es dazu kam, haben wir ihn im folgenden Interview gefragt. Christian, gratuliere, eine beeindruckende Leistung. Wie hast du dir denn diese Lorbeeren verdient – war es ein steiniger Weg oder hat‘s Spaß gemacht? Christian Weyer: Vielen Dank für die Blumen. Wie immer versuche ich alles mit Spaß und Passion zu tun. So auch hier. Es war ja nicht geplant, GDE zu werden. Es ist mehr oder weniger einfach passiert. Seit vielen Jahren beschäftigen wir uns bei Thinktecture mit Cross-Plattform Architekturen – und seit ca. 4 Jahren eben auch intensiv mit HTML & JavaScript-basierten Clients für alle Devices und Plattformen. Dabei habe ich persönlich sehr viele Vorträge auf Konferenzen und User Groups gehalten, um bspw. über AngularJS im Kontext von Microsoft- und .NET-Projekten zu referieren. Das hat sowohl Microsoft aufhorchen lassen (so habe ich bspw. die Angular Talks auf den MS-eigenen Technical Summits verantwortet) als eben auch Google. Die fanden es prima, dass sich einer aus dem „anderen Lager“ öffentlich so früh, so intensiv und v.a. so um Integration bemühend mit AngularJS jenseits des Google-Ökosystems beschäftigt. Ist es nicht ein wenig Schizophren, sich in der Google- und Microsoft-Welt zu tummeln und hättest du dir das vor ein paar Jahren vorstellen können?

Weyer: Hm, schizophren ist das nicht. Schauen wir uns doch Google und ganz besonders Microsoft heutzutage an: die öffnen sich. Microsoft macht Open Source von oben bis unten. Hätten wir uns das jemals erträumen lassen? Eher nein. Natürlich habe ich vor einigen Jahren nicht daran gedacht, mal mehr mit Google-Technologien zu tun zu haben. Aber das ist eben der Punkt: es sind heutzutage Technologien, die von großen in der Industrie getrieben und supported werden aber eben Open Source in und mit der Community entwickelt und voran gebracht werden. Und Technologien, die den Kunden, d.h. Software-Entwickler, weiter bringen.   Die Auszeichnungen basieren auf deiner Expertise für servicebasierte Architekturen und das von ganz tief in der Wolke bis zur cleveren App auf jedem beliebigen Endgerät – muss jeder Entwickler heute in dieser Dimension denken und arbeiten?

Weyer: Ganz konkret bin ich ja Microsoft MVP für ASP.NET und Google GDE für AngularJS. Und genau diese beiden Technologien definieren (exemplarisch) das „Vorne“ und das „Hinten“ von End-to-End-Architekturen (hinten kommen noch Datenbanken etc. dazu, klar). Natürlich muss sich nicht jeder Entwickler in der Tiefe damit auseinandersetzen; das erlaubt ja oftmals schon der tägliche Job nicht. Aber jeder Entwickler – vor allem auf Entscheiderebene – sollte die Möglichkeiten kennen und beurteilen können. Nicht jedem ist bewusst, was man heute mit leichtgewichtigen Services-basierten Architekturen und HTML5 Clients tatsächlich bauen und erreichen kann. Jedes Mal, wenn wir das unseren existierenden Windows-minded Kunden – oder auch Neukunden – zeigen und gemeinsam mit ihnen umsetzen, sehen wir Ungläubigkeit und Strahlen in den Augen gleichermaßen. Microsoft hat auf der Build 2015 gerade angekündigt, dass neben iOS auch Android Apps als Universal Apps auf Windows 10 portiert werden können – wie sieht das der Experte für beide Welten?

Weyer: Zum Glück bin ich ja kein Experte für Android (lacht) – nein im Ernst: die Universal Windows Platform Bridges sind ein cleverer Zug von Microsoft, um mehr Entwickler auf die Windows-Plattform zu ziehen. Mit einer Android-Java- oder einer iOS-ObjectiveC-Code-Basis kann man somit relativ schnell existierende Apps auch in die Universal Plattform von Windows 10 bringen. Mehr sehe ich hier aktuell nicht (auf Basis der zum Zeitpunkt des Interviews ganz frisch nach der Build zur Verfügung stehenden Informationen). Übrigens: Wer Christian Weyer persönlich treffen will, hat dazu auf der BASTA! 2015 in Mainz vom 28.9. – 2.10. Gelegenheit. Dort spricht er in Workshops und Session über Modern Business Applications und die Cross-Plattform-Entwicklung mit HTML5.

© Christian Weyer

Christian Weyer ist ein bekannter Veteran in der Konzeption und Implementierung verteilter Anwendungsarchitekturen für Windows- und .NET-basierte Systeme. Mit seiner Firma Thinktecture hat er sich in den vergangenen siebzehn Jahren auf End-to-End-Aspekte verteilter Softwaresysteme konzentriert. Sein Werkzeugkasten umfasst Technologien wie HTML5, JavaScript, AngularJS, .NET, ASP.NET Web API, SignalR und Azure.

 Aufmacherbild: famous Golden Gate Bridge, San Francisco at night von Shutterstock / Urheberrecht: ventdusud

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -