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US-Militär setzt bei digitaler Modernisierung auf Microsoft Azure

Eine Cloud für JEDI – Microsoft erhält Cloud-Auftrag des Pentagon für 10 Milliarden Dollar
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Microsoft hat sich beim US-Verteidigungsministerium als Cloudanbieter für das militärische Großprojekt JEDI (Joint Enterprise Defense Infrastructure) gegen Amazon Web Services durchgesetzt.

Update vom 15. November 2019:
Es ist nun offiziell, Amazon bereitet eine rechtliche Prüfung der Vergabe des JEDI-Vertrages durch das US-Militär an Microsoft vor. Dies ist dem Blogbeitrag einer Insiderin zu entnehmen, die direktes Feedback von einem Amazon-Sprecher erhalten hat.

„Numerous aspects of the JEDI evaluation process contained clear deficiencies, errors, and unmistakable bias- and it’s important that these matters be examined and rectified.“ – ein Amazon-Sprecher, zitiert auf „All about Microsoft“

Der Originalwortlaut in voller Länge steht auf Mary Jo Foleys Blog „All about Microsoft“.

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Microsoft hat vom US-Militär einen exklusiven Auftrag für die Bereitstellung von Cloud-Services erhalten. Das US-Militär plant, seine gesamte digitale Infrastruktur auf einen einzigen Cloud-Anbieter zu konzentrieren und setzt dabei nun auf die Zusammenarbeit mit Microsoft. Im kommenden Jahrzehnt will das Pentagon für rund 10 Milliarden US-Dollar Cloud-Services einkaufen, um seine Altsysteme zu modernisieren und wird dabei rund 10 Milliarden US-Dollar für Infrastructure as a Service (IaaS) und Platform as a Service (PaaS) ausgeben.

JEDI steht für Joint Enterprise Defense Infrastructure: Alle großen Cloud-Anbieter hatten sich für das JEDI-Projekt beworben. Amazon AWS galt ursprünglich als Favorit, da das Unternehmen bereits eng mit dem Geheimdienst CIA zusammengearbeitet hatte. Die Mitbewerber IBM und Oracle schieden im April aus. Google hatte sich im Vorfeld zurückgezogen, da es grundsätzlich nicht an Militärprojekten mit KI-Anteil teilnimmt. Microsoft Azure und Amazon Web Services gelangten ins Bieterfinale, Microsoft Azure erhielt den Zuschlag.

JEDI und die Cloud: Vergabeprozess mit Hindernissen

Mit dem JEDI-Vertrag sollen die Altsysteme des Militärs sukzessive gegen neuere Cloud-Lösungen ausgetauscht werden. Dabei geht es um IaaS- und PaaS-Dienste in geheimen und nicht geheimen Umgebungen. Die Vergabe des JEDI-Vertrags war im August auf Eis gelegt worden, nachdem US-Präsident Trump sich über den Vergabeprozess beschwert hatte. Amazon war in der Vergangenheit wiederholt durch den US-Präsidenten angegriffen worden, Amazon galt bei Beobachtern zuvor als Favorit.

Die Vergabe könnte ein juristisches Nachspiel haben, da der Vorwurf politischer Einflussnahme im Raum steht. AWS hat fünf Kalendertage Zeit, Einspruch zu erheben. Insidern zufolge möchte Amazon juristisch gegen die Entscheidung vorgehen.

Modernisierung von Altsystemen mit IaaS und PaaS

Das US-amerikanische Verteidigungsministerium betont in seiner Pressemitteilung, dass die Mittel zur Modernisierung seiner digitalen Infrastruktur auf Erfolgsbasis vergeben werden und dass nach zwei Jahren eine rigorose Evaluation stattfinde, die über die weitere Zusammenarbeit mit Microsoft entscheiden soll. Als Deckelung ist ein Budget von 10 Milliarden US-Dollar, verteilt über 10 Jahre, für Cloud-Dienstleistungen vorgesehen.

Details zu dem Vertrag zwischen Microsoft und dem US-Militär finden sich in der Pressemitteilung des Pentagon.

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