Code als Tor zu neuen Design-Welten

7 Gründe warum Coding-Skills den besseren Designer machen
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Ob Designer lernen sollten zu coden und wenn ja, wieviel, sind heiß diskutierte Fragen. Wer sich zumindest grundlegendes Coding-Know-How aneignet, verbessert damit nicht nur das eigene Design, sondern unterstützt das ganze Team. Denn es wird heutzutage immer schwieriger, die Tätigkeiten von Designern und Entwicklern klar voneinander abzugrenzen. Deshalb: sieben Gründe, warum man durch Coding-Skills zum besseren Designer wird.

Man könnte sie die Frage der Fragen nennen, denn sie wird regelmäßig gestellt und äußerst kontrovers beantwortet: „Sollten Designer coden?“, bzw. „wie viel Coding sollten Designer beherrschen?“. Die Antwort kann mittlerweile nur noch lauten: Nie zu viel – mit der Einschränkung, dass keinesfalls gestalterische Qualitäten vernachlässigt werden sollten.

Denn klare Trennlinien zwischen Gestalter und Entwickler sind aufgrund der Entwicklungen im UX- und UI-Design nicht mehr zu ziehen. Die Arbeitsbereiche überlappen immer mehr, vor allem aufgrund der massenhaften Verbreitung mobiler Endgeräte und den Anforderungen von Responsive Design und User Experience. Eine große Fülle an Prototyping-Tools macht es den Entwicklern gleichzeitig immer einfacher, selbst ins Designen einzusteigen.

Coding-Skills als Arbeitserleichterung

Darüber hinaus kann ein adäquates Codeverständnis einem Designer nicht nur dabei helfen, sein Design selbstständig und nach gusto umzusetzen, sondern es macht die Arbeit auch SEO-tauglicher. Ebenso kann so maßgeblich die User Experience von Projekten verbessert werden. Dass man sich ferner zukunftsorientiert auf dem Arbeitsmarkt aufstellt, ist ein willkommener Nebeneffekt. Mancher fühlt sich an alte Zeiten erinnert, als es darum ging, die Designer davon zu überzeugen, Photoshop zu lernen und sich mit digitaler Bildbearbeitung vertraut zu machen.

Hier sind sieben Gründe, warum man durch Coding-Skills zum besseren Designer wird.

1. Herr seiner Projekte bleiben…

In der digitalen Welt haben sich Skriptsprachen zur Basis umgesetzter Designkonzeptionen entwickelt. Wer sich als Designer kompetente Coding-Skills aneignet, kann seine Designideen selbst umsetzen und ist weniger eingeschränkt – schließlich wird man, je nach Kenntnisstand, unabhängiger von Entwicklern. Nicht falsch verstehen: Es geht nicht um die Aufnahme eines Informatikstudiums.

Auch diejenigen, die dem Erwerb von Coding-Skills eher ablehnend gegenüber stehen, gestehen wie der Informationsarchitekt Jan Jursa ein, dass Designer „mit HTML und CSS sehr weit kommen, bevor der Weg anfängt ungemütlich steil zu werden“.

Grundlegende Kenntnisse in HTML, CSS und wenigstens einer Programmiersprache wie JavaScript oder PHP können bereits der Schlüssel zum Erfolg sein. Außerdem: Wer sich einmal eingearbeitet hat, wird schnell merken, dass nicht nur der Fachjargon der Kollegen plötzlich verständlicher wird. Man kann plötzlich auch mal mitreden, damit den Workflow fördern, und eventuell auch ein neues innerbetriebliches Prestige aufbauen.

2. …und gleichzeitig besser designen

Wenn es um die Umsetzung von Typographie, farblicher Gestaltung, Kompositionen und Gestaltungsrastern geht, hängt viel von einer angemessenen Codebasis ab. Der kreative Vordergrund reicht nicht aus, um die verschiedenen Phasen zu berücksichtigen, die ein Projekt durchläuft. Responsiveness, die Anpassung an unterschiedliche Devices und eine gute UX kann nur garantiert werden, wenn das nötige Know-How zur technischen Umsetzung kreativer Ideen gegeben ist.

Treffend äußerte sich der UX-Designer Tudor Munteanu zum Stellenwert der UX:

„Today, there’s a lot more to design. User experience came into play and interaction design became just as as important as (if not more than) visual design. If you want a good design you need to think about a lot more than just the visuals. You need to start thinking of the users, who they are, what are their habits, what they need and then go so far as imagining and describing every interaction and how the interface responds.“

3. SEO verbessern

Wer seinen Code selbst schreibt oder den Code zumindest versteht, für den wird Suchmaschinenoptimierung effektiver und einfacher. Früher war das Design für SEO nur am Rande ausschlaggebend; wer auf die Keywords und einige wirksame Deklarationen achtete, konnte nicht mehr viel falsch machen. Mittlerweile kommt es immer mehr auf ein mit SEO und auf SEO abgestimmtes Design an. So führen ein Responsive-Design und Mobile-Friendly-Websites direkt zu besseren Google-Rankings und über kurz oder lang wird Google den Mobile Index als Hauptindex einsetzen. Wer nicht coden kann, wird diese Anpassungen jedoch kaum vornehmen können und ist wieder auf einen Entwickler angewiesen.

4. Guter Code: gute Accessibility + Usability = gute UX

Guter und sauberer Code sowie verbessertes SEO bedeuten bessere Accessibility und Usability. Wer diese Faktoren vernachlässigt, ist schlicht und ergreifend auf Dauer nicht mehr wettbewerbsfähig.

5. Websites dynamisch und responsive machen

JavaScript kann auf sehr vielseitige Art und Weise Projekte dynamischer gestalten und verändern. So lassen sich etwa einzelne Elemente animieren oder eine responsive Kommunikation mit dem Backend oder dem Server herstellen. Schließlich gehören statische, nicht dynamische und nicht-responsive Websites einem vergangenen Zeitalter an. Die Umstellung werden einem die User, deshalb auch die Suchmaschine, der Kunde bzw. Auftraggeber und nicht zuletzt das eigene Auge danken.

webinale – the holistic web conference

Diversity matters – Onlinemarketing 2020

mit Astrid Kramer (Astrid Kramer Consulting)

Das Recht auf Privatsphäre – eine Chance für UX

mit Lutz Schmitt (Lutz Schmitt Design & Consulting)

The Revenge of Structured Data

mit Stephan Cifka (Performics Germany GmbH)

HTML & CSS Days 2020

Web Performance Optimierung

mit Sven Wolfermann (maddesigns)

HTML und CSS für Backendentwickler

mit Jens Grochtdreis (webkrauts.de)

Der Designer Jônatas Vieira empfiehlt, wenigstens Grundlagen im Bereich „Frontend-JavaScript“ und AJAX zu beherrschen. Das verschaffe einem nicht nur einen Vorteil auf dem Arbeitsmarkt. Ebenso profitiere der gesamte Webauftritt maßgeblich von einer dynamischen Gestaltung. Gleichzeitig seien grundlegende Kenntnisse von „Backend-JavaScript“ zwar von Vorteil, genau hier beginne aber die Arbeit des Entwicklers. Sobald man an diesem Punkt angelangt ist, sollte man sich wieder auf seine kreative Arbeit konzentrieren. Ebenso lohne es sich nicht, in die Tiefen der Database Architecture oder des Software Engineerings als Designer einzutauchen – es sei denn, man stehe auf Algebra und komplexe Berechnungen.

6. Kommunikation verbessern

Wer die Sprache seines Gegenübers versteht, kommuniziert logischerweise auch besser. Und wenn sich Designer und Entwickler besser verstehen, kann sich das positiv auf die Umsetzung kreativer Projekte auswirken. Niemand verlangt vom Designer den Entwickler zu ersetzen. Der Designer muss aber im gegebenen Fall dem Entwickler oder Projektmanager die geplante Umsetzung näher bringen können. Das kann im Fachjargon besser kommuniziert werden – daran besteht kein Zweifel. Und eine enge Zusammenarbeit zwischen Designer und Entwickler fördert in den meisten Fällen eine erfolgreiche Umsetzung geplanter Projekte.

7. Karrierechancen positiv beeinflussen

Die Anforderungen an einen Webdesigner auf dem Arbeitsmarkt sind meistens klar formuliert. HTML, CSS, mindestens eine Skriptsprache, womöglich noch grundlegende PHP-Kenntnisse sowie mySQL und in jedem Fall SEO-Grundkenntnisse. Das war bereits 2011 so. Mehr als nur eine Ahnung von digitaler Bildbearbeitung sollte man auch haben. Für den klassischen Designer sind die Anfoderungen neben Photoshop und Illustrator noch HTML, CSS und ebenfalls mindestens eine Skriptsprache, wenn auch nicht so ausführlich.

Daraus folgt, dass jede zusätzliche Coding-Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt äußerst gefragt ist und Designern nachhaltigen Erfolg bescheren kann. Wer sich als Freelancer betätigt oder alternative Beschäftigungen als Designer sucht, hat mit fundierten Coding-Skills die Argumente auf seiner Seite. Wer die einschlägigen Stellenausschreibungen für Designer, Webdesigner und Entwickler mit Ausschreibungen vergleicht, die nur teilweise moderne Technologien berühren, der wird eine klare Tendenz feststellen: Entwickler und Leute mit Coding- und IT-Skills werden händeringend gesucht.

Das Thema war, ist und bleibt also aktuell. Kürzlich hat Kristina Olivia, Digital Designer bei Populi Ltd, auf der Front-end London einen interessanten Vortrag zum Thema „Should Designers learn to code“ gehalten. Eine ihrer Aussagen: Zwar muss man nicht das Coden erlernen, um ein guter Digital Designer zu sein. Aber um das Big Picture besser zu verstehen, ist es sehr hilfreich, wenn man versteht, wie Code funktioniert.

Auf einen Blick

Die sieben Gründe, warum Coding den besseren Designer macht, auf einen Blick:

  1. Das Wichtigste zuerst: Wer coden kann, ist nicht mehr abhängig und kann seine Kreativität selbstständig umsetzen.
  2. Allein mit HTML und CSS lassen sich Gestaltung und Komposition der Website maßgeblich verbessern.
  3. Guter Code verbessert auch die SEO.
  4. Guter Code bedeutet: gute Accessibility und Usability = gute UX.
  5. Mit Skriptsprachen lassen sich Websites dynamisch gestalten und animieren.
  6. Die Kommunikation mit den Entwicklern kann nachhaltig verbessert werden.
  7. Coding-Skills können die Karriere positiv beeinflussen und Alternativen ermöglichen.
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