Breakpoint Wilson: Endlich Softwareentwickler … und jetzt?

Softwareentwickler und das ewige Lernen
Kommentare

Früher haben wir auf dem Schulhof Sticker getauscht und gehandelt. Je schriller und seltener, desto besser. Wenn man erwachsen ist, wechselt der Schulhof gegen Bürokomplexe und Sticker gerne gegen kleine, weißgelbe oder bunte Papiertäfelchen. Darauf gedruckt stehen oftmals sehr ausgefallene Bezeichnungen. Dinge wie „Lead Software Architect“, „QA Release Manager“ oder „Software Engineer“.

Ich selbst habe mich für knochenweiße Täfelchen mit der Beschriftung „Developer & Consultant“ entschieden. Das sind zwei Dinge, die ich sehr gerne mache: Ich entwickle Software, spreche über Software und helfe anderen Menschen bei der Entscheidungsfindung. Dann ebenfalls meistens zum Thema Softwareentwicklung. Gelegentlich kommt es aber auch vor, dass Menschen auf mich zu kommen und einen eher persönlichen Rat suchen. Vor Kurzem habe ich folgende, spannende Anfrage erhalten:

„Es wird ja viel darüber geschrieben, wie man mit Programmierung anfängt – vor allem in Bezug auf Quereinsteiger. Allerdings finde ich irgendwie recht wenig darüber, wie man „später“ mal weiterkommt; ich meine, wenn man so 10+ Jahre programmiert, wie macht man dann „weiter“? Was sollte man dann mal ausprobieren, um weiterzukommen? Wie kann man seine Skills verbessern und muss man das überhaupt noch?“

Das finde ich seine sehr spannende und berechtigte Frage. Da ich diese Frage in ähnlichen Varianten des Öfteren gestellt bekomme, geht es in diesem Auftakt zur neuen Kolumne „Breakpoint Wilson“ um das Thema „Endlich Softwareentwickler! …und jetzt?“.

Breakpoint Wilson: Endlich Softwareentwickler … und jetzt?

  1. Softwareentwickler und das ewige Lernen
  2. Softwareentwickler und die Karriere im Job
  3. Softwareentwickler und das Staunen

Eine solche Frage klingt zunächst einmal relativ eindeutig. Aber zunächst möchte ich jedoch auf die Zusatzfrage eingehen:

„Muss ich überhaupt weiter lernen?“

Wer sich für die Softwarebranche entscheidet, entscheidet sich bewusst oder unbewusst für einen lebendigen Berufsweg. Im Vergleich zu anderen Berufen, in denen man teilweise sogar ausschließlich auf ein und dieselbe Werkshalle ausgebildet wird, muss man sich beim aktuellen Stand der Informatik darauf einstellen, sein Leben lang zu lernen und gedanklich flexibel zu bleiben.

Sich selbst auf dem aktuellen Stand der Dinge zu halten, geht mit dem Berufsbild Softwareentwickler unmissverständlich einher.

Im unmittelbaren Vergleich mit anderen Berufen ist die Softwarebranche sehr jung. Je nachdem mit welcher Technologie man arbeitet, kann man sich nahezu wöchentlich auf neue Erkenntnisse und Trends einstellen. Unabhängig von der Technologie schreitet die gesamte Branche unaufhaltsam voran. Die Branche hinterfragt sich ständig aufs Neue und versucht, neu gewonnene Erkenntnisse in die alltägliche Praxis aufzunehmen. Für Menschen in der Softwareentwicklung bedeutet das also ein stetiges Lernen.

Sich selbst auf dem aktuellen Stand der Dinge zu halten, geht mit dem Berufsbild unmissverständlich einher. Sollte man also nach zehn oder mehr Berufsjahren vorhaben, weitere zehn oder zwanzig Berufsjahre anzuschließen, darf stetig fortschreitendes Lernen nicht außer Acht gelassen werden. Es mag dabei Ruhephasen geben, aber aufhören zu lernen ist kontraproduktiv.

Für Menschen, die lernen nur aus dem schulischen Kontext kennen, mag das sehr beängstigend klingen. Dabei hat „Lernen“ im Berufsbild Informatik nicht sehr viel mit dem zu tun, wie man es aus der bisherigen Bildungslaufbahn gewohnt ist. Zum einen schreibt plötzlich niemand mehr vor, was zu lernen ist. Generell nimmt die Lehrdiktatur von der ersten Klasse bis hin zum Studium sogar eher ab als zu.

Zum anderen sagt einem niemand mehr, welches Ziel es als Nächstes zu erreichen gilt. Berufliche und persönliche Entwicklung wird von einem streng strukturierten Lehrplan zu einem weiten Feld. Es gibt wirklich viele Technologien und Themen, mit denen man sich beschäftigen kann, theoretisch so viele Wege, sich weiterzuentwickeln. Sieht man sich dieser Tatsache gegenüber gestellt, wirkt die ansonsten sehr exakte Informatik doch eher – frei nach Dr. Who – wie ein „big ball of wibbly wobbly, timey wimey stuff.“.

Mehr als 500 Jobs –  Karriere machen mit entwickler.jobs!

Wenn man das verstanden hat, geht es im Weiteren eigentlich „nur noch“ darum, festzustellen, warum man sich weiterentwickeln möchte … Die Anfrage von ob oben könnte man bei näherem Hinsehen in mindestens zweierlei Varianten verstehen:

  1. Wie komme ich beruflich im Unternehmen weiter?
  2. Was soll ich tun, um mich insgesamt technisch fortzuentwickeln?

Wie wir sehen, haben wir also noch einiges vor uns … die Details zu den einzelnen Varianten heben wir uns also für die nächsten Ausgaben auf.

Bis nächste Woche!

 

Aufmacherbild: Siblings are doing his homework for elementary school. von Shutterstock / Urheberrecht: Jaromir Chalabala

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -