Interview mit Atanas Popov

Neues zum Thema Delphi und Embarcadero
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Zum neuen Update 2 für Delphi 10.1 Berlin sprach Ulf Klarmann von ERPwerk mit Atanas Popov, General Manager von Embarcadero, über die Zukunft von Delphi.

Hintergrund für das Interview war die Kontaktaufnahme zu IDERA, dem neuen Eigentümer von Embarcadero, um über die Zukunft von Delphi zu sprechen. Als Geschäftsführer von ERPwerk, einem Unternehmen, das sich auf die Anwendungsentwicklung mit Delphi spezialisiert und mittlerweile über 250 Projekte durchgeführt hat, wurde Ulf Klarmann immer wieder von Kunden nach der Zukunft von Delphi – insbesondere im Hinblick auf die Wartbarkeit und Investitionssicherheit einiger großer Legacy-Anwendungen – gefragt.

Das Interview wurde Ende letzten Jahres per Skype geführt und zeigt eine neue Dynamik in der Betreuung und Weiterentwicklung der Embarcadero-Produkte. Dies wird nicht zuletzt durch den Aufstieg von Delphi im TIOBE-Index der beliebtesten Programmiersprachen von Platz 20 auf Platz 9 (Februar 2017) und durch die steigenden Kundenzahlen quittiert.

Die Zukunft von Delphi

In der letzten Zeit werden wir von unseren Kunden vermehrt gefragt, wie die Zukunft von Delphi aussieht. Durch die häufigen Eigentümerwechsel, der Knappheit an vor allem jungen (Nachwuchs-) Entwicklern und zuletzt durch die Meldungen über den Abbau von Personal durch den jetzigen Eigentümer IDERA überkommt viele Unternehmen, die mit Delphi arbeiten, ein gewisses „Gefühl der Unsicherheit“ hinsichtlich ihrer Investitionen in Änderungen und Neuentwicklungen von Delphi- Anwendungen. Zu diesen und anderen Themen sprach Ulf Klarmann von ERPwerk mit Atanas Popov, General Manager für Entwicklungswerkzeuge bei Embarcadero.

IDERA übernimmt Delphi – warum?

IDERA ist ein amerikanischer Dienstleister aus Houston (Texas), der Produkte und Dienstleistungen im Bereich Datenbank-Management, Infrastruktur und Datenbank-Entwicklung anbietet, so Popov. Das bestehende Portfolio umfasst Datenbankwerkzeuge zur Überwachung und Optimierung (SQL- Performanz und Verfügbarkeit) auch heterogener Datenbanklandschaften für alle großen Datenbankplattformen (Oracle, SQL Server, DB2, Sybase), sowie Administration, Entwicklung und Sicherheit, vorwiegend für die Anwendungsbereiche ERP (SAP und PeopleSoft) und Industrie, sowie für den Einsatz in der Cloud.

Die Gründe für die Übernahme waren unter anderem die Ergänzung des bestehenden Portfolios um Embarcaderos Werkzeuge zur Entwicklung und Verwaltung von Datenbanken sowie zur datenbankorientierten Softwareentwicklung, aber auch für die Softwareentwicklung allgemein.

Neue Investitionen

Die Sparte Softwareentwicklung und Werkzeuge, wozu auch Delphi und C++Builder gehören, wurde als Kern-Geschäftszweig von Embarcadero unter dem Schirm von IDERA fortgeführt. Dabei betont Popov ausdrücklich, dass IDERA nicht nur vollständig mit dem bisherigen Geschäft von Embarcadero konform geht, sondern auch überzeugt ist, die bestehenden Möglichkeiten durch Investitionen deutlich ausweiten zu können, um zusätzliche Möglichkeiten des Marktes auszuschöpfen. Dies sei durch die bestehende Marktposition von IDERA begünstigt. Immerhin zähle IDERA bereits 90 Prozent der 100 umsatzstärksten Unternehmen weltweit zu seinen Kunden und gehöre zu einer der größten Beteiligungsgesellschaften der Welt, so Popov.

Seit der Übernahme durch IDERA investiere das Unternehmen vor allem in den Aufbau eines neuen Qualitätsmanagements für alle Produkte von RAD Studio und diverse Neuerungen, wie z. B. die Unterstützung automatischer Tests (Continuous Integration) und Anwendungen mit großem Speicherbedarf, macOS als weitere Plattform für FMX, die Erstellung von Apps für den Windows Store, Delphi für Linux Server und Erweiterungen bestehender Komponentensammlungen (VCL, Firemonkey, Windows 10, Internet of Things, Beacon Technology, Android Phase 1) sowie viele wichtige Bugfixes und Umsetzungen von Verbesserungswünschen von Embarcadero-Kunden.

Delphi Code Camp 2017

Spring4D ORM auf dem Delphi Code Camp 2017Vom 31. Mai bis 02. Juni 2017 präsentiert die Entwickler Akademie zusammen mit dem Entwickler Magazin das Delphi Code Camp in Frankfurt am Main. Dort erleben Sie unter anderem Stefan Glienke mit seinem Workshop Spring4D ORM.
Alle weiteren Informationen findet man auf delphi-code-camp.de.

Akademisches Programm für Universitäten und Schulen

Auch für Nachwuchs wird gesorgt: Seit Oktober 2016 gibt es ein akademisches Programm, das Universitäten und Schulen mit kostenlosen Delphi-Lizenzen versorgt. Für StartUps und Kleinstunternehmen und zum Ausprobieren gibt es die Möglichkeit, eine kostenlose Delphi-Starter-Lizenz zu erhalten. Letzteres hat weltweit bereits großen Anklang gefunden, da das Unternehmen einen kostengünstigen Einstieg in die Softwareentwicklung bietet. Über 40.000 neue Lizenzen wurden bereits vergeben. Jüngere Entwickler interessierten sich insbesondere für die Multiplattformunterstützung mobiler Geräte (Smartphones und Tablets), darunter sind viele Android-Entwickler.

Alles in allem sei man auf einem guten Kurs. Auf die Frage wie Embarcadero zu Visual Studio, .NET und C# stehe, antwortete Popov sinngemäß: „Es ist mehr und mehr zu beobachten, wie viele Entwickler von C# zu Delphi wechseln, weil sich bestimmte Microsoft-Technologien ständig ändern oder sogar ganz fallen gelassen werden. Delphi wird in dieser Beziehung als sehr stabil und beständig angesehen. Die Entwickler sehen Delphi insgesamt sehr positiv und schätzen die Möglichkeiten der Entwicklung von modernen, wiederverwendbaren Multiplattform-Enterprise-Anwendungen. Insbesondere das neue Framework FMX hat als eines der effektivsten Technologien für echte Cross- Plattform Entwicklung für neue Kunden gesorgt.

Das Interesse an Delphi sei insgesamt wieder sehr gestiegen. Dies zeige nicht nur die erhöhte Nachfrage nach Support, Schulungen und die Downloadzahlen der Starter-Version (Verdopplung der Community seit der Übernahme durch IDERA), sondern auch der deutliche Anstieg der zahlenden Kunden.“

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