Entwickler sind zunehmend wichtiger für Unternehmen

Der Aufstieg von Entwicklern – Vom Techniker zur Führungskraft
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Eine neu veröffentlichte Studie der Payment-Plattform Stripe zeigt den wachsenden Einfluss von Softwareentwicklern auf Unternehmen. Das Rollenprofil von Entwicklern hat sich weg vom Technik-Nerd und hin zur Führungskraft geändert, wie die Studie aus sechs Ländern belegt. Dennoch gibt es einen Haken, in Deutschland ist der Trend noch nicht angekommen.

Das Internet und Smartphones haben die Industrie umgestaltet und treiben damit auch Entwickler in diverse Bereiche der Wirtschaft, die früher nicht viel mit IT zu tun hatten. Aus diesem Grund hat sich das Tätigkeitsfeld des Entwicklers neu definiert. Während früher die Hauptaufgabe im Programmieren bestand, sind heute Managementfähigkeiten die neuen Soft Skills, mit denen Entwickler überzeugen. Laut einer internationalen Studie von Stripe in Zusammenarbeit mit The Harris Poll, die in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Singapur und Australien durchgeführt wurde, beschäftigen Unternehmen Entwickler in einem ziemlich breiten Branchenspektrum.

Der Einfluss der Developer

Die Studie „The Rise of the Developer“ von 2017 zeigt die Fähigkeiten und Ziele von Entwicklern auf und verdeutlicht ihre immer bedeutendere Rolle. Durch strategisches Denken, Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung werden Entwickler zunehmend von Technikern zu Führungskräften. Daher sind Entwickler immer häufiger an Entscheidungsprozessen in Unternehmen beteiligt. So lautet zumindest das Ergebnis der Stripe-Umrfrage, für die insgesamt 1.440 fest angestellte Software- und Web-Entwickler, Software-, Web- und Computer-Ingenieure sowie CTO und CIO befragt wurden. 54% der Befragten Entwickler weltweit, sahen in den letzten fünf Jahren eine Zunahme bei Entscheidungsprozessen in Unternehmen.

Unterschätzen deutsche Unternehmen ihre Entwickler?

Doch entgegen dem internationalen Trend, vollzieht sich dieser Prozess in Deutschland nur sehr langsam. Hierzulande geben nur 18 Prozent der Befragten an, dass Entwickler-Inputs bei strategischen Entscheidungen von Bedeutung sind. Ganze 14 Prozent sagen sogar, dass der Austausch mit nicht-technischen Führungskräften in den letzten fünf Jahren gesunken sei, im internationalen Vergleich sagten das lediglich zehn Prozent. Und ganze 44 Prozent der deutschen Entwickler geben an, dass aufgrund von fehlendem Entwickler-Input bei der Planung, ihr Unternehmen eine falsche Produkt-Roadmap habe (Durchschnitt: 39 Prozent).

Veraltete Technologien und mangelnde Fachkompetenz

In dieser Studie schnitt Deutschland in zahlreichen Punkten schlechter ab als alle anderen befragten Länder. Die Gründe dafür sehen deutsche Entwickler hauptsächlich in veralteten Technologien und Tools, sowie in begrenzter Entwicklerkapazität. 25 Prozent erhalten in ihrem Unternehmen nicht die nötigen Ressourcen, die sie für eine effektive Arbeit benötigen. 55 Prozent müsse sich zu oft auf die Wartung von Altsystemen konzentrieren. 34 Prozent  der deutschen Entwickler außerdem geben an, dass es der Geschäftsführung an technischem Fachwissen mangele (Durchschnitt: 32 Prozent). Und ganze 69 Prozent der deutschen Befragten sagen, dass ihr Unternehmen über zu begrenzte Entwicklerkapazitäten verfüge.

Vor allem für die Innovationsgeschwindigkeit hat das negativen Folgen und damit letztlich auch für die deutsche Wirtschaft. Obwohl deutsche Unternehmen am häufigsten neue Produkte auf den Markt bringen, nämlich alle ein bis drei Monate, geben 16 Prozent der Befragten an, dass die Geschwindigkeit der Produktveröffentlichung in den letzten fünf Jahren gesunken sei. Damit erreicht Deutschland den höchsten Wert aller Länder.

Unterschätzte Ressource

Der Nordeuropachef von Stripe, Felix Huber sagt dazu: „Mit unserer Studie wollten wir zeigen, dass Entwickler eine oft unterschätzte Ressource in Unternehmen sind, deren Einfluss aber überall zu steigen beginnt. Dass Deutschland in so vielen Punkten schlechter als der internationale Vergleich abschneidet, hat uns dabei allerdings überrascht. Für die Zukunft des Standorts Deutschland wird es auch entscheidend sein, wie Unternehmen ihre Entwickler einsetzen.“

Zu beachten ist dabei allerdings auch, dass nur 279 Personen aus Deutschland befragt wurde, die Stichprobe allerdings relativ klein blieb.

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