Sind Jobs bei Google, Apple, Facebook oder Amazon wirklich das Nonplusultra?

Neue Jobs, wo niemand sie vermutet – Die Digitalisierung macht es möglich [Gastbeitrag]
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Im Vergleich zu anderen Professionen sind Sie, liebe Softwareentwickler, eigentlich in einer ziemlich komfortablen Situation: Die Nachfrage nach Ihren Fähigkeiten und Kompetenzen übersteigt, vor allem hierzulande, bisweilen deutlich das Angebot. Laut Branchenverband Bitkom waren zuletzt (2015) knapp 43.000 Stellen für IT-Fachkräfte unbesetzt (Bitkom, Der Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte 2015).

Sie haben Recht, da erzähle ich Ihnen natürlich nichts Neues und viele von Ihnen werden entgegnen: „Das ist ja schön und gut. Ich finde vielleicht einfacher einen neuen Job als zum Beispiel ein Journalist, aber ich will ja nicht irgendeinen Job, sondern einen, der mich fordert und der mir im Idealfall die Möglichkeit bietet, die Zukunft aktiv mitzugestalten!“ Aus diesem Grund ist der große Traum vieler Entwickler, einen Job in der „GAFA-Liga“, also bei Google, Apple, Facebook oder Amazon, zu ergattern. Solche Jobs sind allerdings auch dementsprechend hart umkämpft – und ob in solch großen Unternehmen dann Ihr Beruf tatsächlich zur Berufung wird, sei dahingestellt.

Wenn Sie als Entwickler etwas bewegen wollen, empfehle ich Ihnen hingegen, dass Sie über den Tellerrand hinausschauen und sich jenseits der etablierten Internet-Unternehmen umschauen. Denn: Wir stecken mittendrin im Zeitalter der Digitalisierung und dieses erfasst (früher oder später) sämtliche Wirtschaftszweige. Das bedeutet unter anderem, dass selbst die analogsten Geschäfte und Prozesse irgendwann digital werden – und dabei entstehen immer auch Entwickler-Jobs.

Entwickler-Jobs abseits der üblichen Schauplätze

Lassen Sie mich diese Dynamik anhand von drei recht unterschiedlichen Beispielen erläutern:

1. (Online-)Dating

Zunächst ein Bereich, der die digitale Disruption bereits hinter sich hat, in dem aber nach wie vor neue Akteure den Markt betreten – und damit auch Software entwickeln: Noch vor 20 Jahren gab es Partnerannoncen fast ausschließlich in Print-Publikationen wie Tages- und Wochenzeitungen, Illustrierten etc. Partnervermittlung war ansonsten das Geschäft von kleineren Agenturen, die in ihrer Kartei (und damit sind tatsächlich Karteikarten gemeint) die Profile der Heiratswilligen sammelten und diese dann per Post an vermeintlich geeignete Kandidatinnen und Kandidaten versendeten. Mit dem Online-Dating verschwanden diese Geschäftsmodelle fast vollständig und stattdessen entstanden unzählige Jobs für Entwickler von Plattformen und später Apps. Auch heute ist dieser Markt noch sehr dynamisch und der Bedarf an Entwicklern ist dementsprechend groß.

2. Foto-Services

Früher war die Hobby-Fotografie ein durch und durch analoges Unterfangen: Man ging in die Drogerie und steckte seinen Farbfilm in eine Papiertüte, nur um die Abzüge eine Woche später an gleicher Stelle wieder abzuholen. Heute ruft man eine Webseite oder App auf, lädt die digitalen Fotos hoch, kann diese dort direkt bearbeiten und bestellt sich die Papierabzüge nach Hause. Auch hier gilt: Aus analog wurde digital und der Developer macht es möglich.

3. Radiowerbung

Nun ein Blick auf den Bereich, in dem mein eigenes Unternehmen angesiedelt ist: Noch vor wenigen Jahren musste ein Unternehmen, das Radiowerbespots schalten wollte (zum Beispiel Coca-Cola), ein Fax an die jeweiligen Radiosender verschicken, um diese Buchung durchzuführen. Alles in allem waren diese Prozesse aufwendig und langsam – gerade im Vergleich zur modernen Onlinewerbung, die mit wenigen Klicks über Dashboards eingekauft werden kann. Heute sind wir bei adremes daher dabei, eine Plattform aufzubauen, die den Handel mit Radiowerbung komplett digitalisiert und automatisiert.

Konkret bedeutet das: An unsere Plattform werden sämtliche Akteure angebunden, die am Handel mit Radiowerbung beteiligt sind. Zum einen sind das die Radiosender, bzw. deren Werbedispositions- und Playoutsysteme, die dafür sorgen, dass ein Werbespot auf Sendung geht. Zum anderen sind das die Vermarkter der Sender, die die Werbeplätze verkaufen und Werbe- bzw. Mediaagenturen, die die Werbung im Auftrag ihrer Kunden (zum Beispiel Coca-Cola) einkaufen. Dazu muss eine Plattform in der Lage sein, externe Daten (zum Beispiel Wetter- oder Verkehrsdaten) zu integrieren und diese für die Planung der Werbekampagnen bereitzustellen.

Diese Anforderungen bringen für unsere Softwareentwicklung abwechslungsreiche Aufgaben mit sich. Schließlich visieren wir an, eine Echtzeitplattform in einen Markt zu integrieren, in dem diese Technologie bislang noch nicht umgesetzt wurde. Das bietet uns die Chance, selbst Maßstäbe zu setzen. Um flexibel (re)agieren zu können, arbeiten wir vor allem mit dem .NET-Framework. Im Hinblick auf die Notwendigkeit, eine Vielzahl von Technologien, die auf dem Markt existieren, anbinden zu können, haben wir eine REST-Schnittstelle entwickelt.

Den besonderen Reiz ihrer Arbeit macht unseren Entwicklern zufolge aus, dass ihnen durch die große Abwechslung an Themen und Projekten ständig neue Herausforderungen gestellt werden. Wir arbeiten hier an einem relativ jungen System. Daher besteht ihre Arbeit weniger in der Pflege alter, sondern vielmehr in der Entwicklung neuartiger Produkte und Komponenten. Kürzlich kam zum Beispiel eine neue Weboberfläche hinzu, die von Grund auf neu gestaltet werden musste, damit Teilnehmern eine alternative Anbindung an unser System ermöglicht werden kann. Diese Erweiterung wird in Zukunft eine zentrale Rolle für unser Geschäft einnehmen.

Um es an einem Beispiel zu illustrieren: Ein Unternehmen hat ein neues Produkt entwickelt, in diesem Fall ein Navi mit besonders präziser Stauumfahrung. Dazu wurde von der Agentur ein Radiowerbespot produziert, der nun möglichst jene Hörer erreichen soll, die sich für das neue Gerät besonders interessieren könnten. Die Agentur ruft nun das adremes-Dashboard auf, lädt das Audiofile auf die Plattform hoch und legt mit wenigen Klicks fest, wann, wo und mit welchem Budget der Spot laufen soll. In diesem Fall könnte es zum Beispiel interessant sein, die Kampagne so einzustellen, dass der Spot immer dann läuft, wenn im Sendegebiet des jeweiligen Senders besonders viel Stau gemeldet wird.

Fazit

Was ich Ihnen abschließend sagen möchte ist: Manchmal wartet der spannendste Entwickler-Job in Bereichen, die auf den ersten Blick gar nicht nach Innovation und Zukunft aussehen! Unternehmen aus solchen Bereichen bieten Ihnen zudem häufig besonders gute Arbeitsbedingungen – denn sie wissen natürlich, dass gute Softwareentwickler rar sind.

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