Einfluss auf Softwareauswahl und die Frage nach der bevorzugten Plattform

Der State of the Developer Nation 2017 Report
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Der neue State of the Software Developer Nation Report von Slash Data offeriert Einblicke in die Entwicklerperspektive. Beleuchtet werden beispielsweise der Zusammenhang zwischen Plattformpräferenz und Programmiersprachenwahl sowie der Trend zu VR-Games.

Mehr als 21.200 Teilnehmer aus 157 Ländern haben am State of the Software Developer Nation Report für das Quartal 3.2017 teilgenommen. Der Report umfasst Themen aus den Bereichen Mobile, IoT, Desktop, Cloud, Web, Games, AR/VR und Machine Learning. Die Befragung fand zwischen April und Juni 2017 statt. Im Report finden sich eine Unterteilung der Resultate in die Bereiche der technologischen Entscheidungen; die Zukunft der Games-Branche in VR und AR; Plattform- und Programmiersprachenpräferenz; IoT-Herausforderungen sowie Cloudlösungen jenseits des Hostings.

State of the Developer Nation Report: IoT & Cloud

Im Bereich der IoT-Lösungen zeigt sich, dass Zeit- und Budgetüberschreitungen hier ein nicht seltenes Problem sind. Dies sollte zwar in Zeiten agiler Arbeitsmethoden seltener vorkommen; 42 Prozent der Projekte, von denen die IoT-Entwickler unter den Teilnehmern der Befragung berichteten, gaben jedoch an, dass ihre Projekte regelmäßig nicht rechtzeitig fertig werden oder im Budget bleiben. Acht Prozent der Projekte benötigten sogar das Doppelte der eingeplanten Zeit bzw. des Budgets – oder noch mehr. Die größten Herausforderungen liegen dabei in Sicherheitsfragen und der Koordination komplexer Systeme.

Bezüglich der Cloudnutzung jenseits des reinen Hostings ist im Report ein Rückgang der Nutzung von IaaS-Lösungen zu sehen. Die deutlichste Veränderung zeigte sich im Bereich der VMs auf IaaS-Basis: Gaben im vergangenen Jahr noch 46 Prozent der Befragten an daran zu arbeiten, sind es nun nur noch 30 Prozent. Insgesamt ist der Trend zum Cloud-Hosting aber ungebrochen. Eher zeigt sich eine Verschiebung der Schwerpunkte: Im laufenden Jahr stieg die Zahl der Anwender von Data Processing Services in der Cloud deutlich.

Die Entwicklung der Entwickler

Zu den zentralen Ergebnissen des Reports gehört außerdem, dass Entwickler immer stärker zu Stakeholdern hinsichtlich der technischen Entscheidungen über die Tool- und Technologieauswahl werden. 87 Prozent derjenigen, die zumindest eine niedrige Führungsrolle übernehmen, beeinflussen diese Art von Entscheidung aktiv auf Unternehmensebene. Nicht nur die Führungskräfte und die entsprechenden Einkäufer im Unternehmen sind jedoch einflussreich – auch unter den Frontline-Developern gaben 38 Prozent im Rahmen des Reports an, dass sie neue Technologien zum privaten Gebrauch anschaffen, die später durch ihre Anregung im Projekt eingesetzt werden.

Finanzielle Entscheidungen werden jedoch weiterhin nicht auf Teamebene getroffen. Selbst auf CIO/CTO-Level sind dazu nur 34 Prozent der Befragten befugt. Finale Entscheidungen werden in 63 Prozent der Fälle vom den CIO/CTO-Level getroffen; immerhin 47 Prozent der Entwickler auf Team-Level geben jedoch Empfehlungen für die Anschaffungen neuer Technologien.

Android oder iOS: Was ist beliebter?

Insgesamt 48 Prozent der Teilnehmer gaben an, an Games zu arbeiten. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass dieser Subtyp von Entwicklern spezifisch für den Report selektiert wurde. Profis auf diesem Gebiet sind nur 17 Prozent der Teilnehmer; alle anderen, die Angaben an Spielen zu arbeiten, tun dies in ihrer Freizeit. Für beide Gruppen sind Smartphones die wichtigste Plattform für Spiele (64 Prozent insgesamt, 74 Prozent der Profis). Danach zeigt sich jedoch ein gespaltenes Bild: Während der gute alte Desktop für Freizeitprogrammierer von Games an zweiter Stelle kommt, ist im Profibereich die Kompatibilität mit anderen mobilen Devices am wichtigsten, somit kommen Tablets an Platz 2 der Statistik.

Die Entwicklung für iOS-Devices spielt im mobilen Bereich eine größere Rolle als die für andere mobile Betriebssysteme. 77 bis 80 Prozent der Profis am Games-Markt gaben an, dass sie primär an Apple-Devices arbeiten. Dies korreliert mit der größeren Zahlungsbereitschaft der Apple-App-Kundschaft gegenüber den Android-Usern. Im Desktop-Bereich zeigt sich, dass UWP-Apps noch immer nicht allzu verbreitet sind; zumeist werden klassische Windows-Programme entwickelt.

Virtual Reality auf dem Vormarsch

Wohin geht der Trend am Games-Markt aber? 23 Prozent der befragten Profi-Games-Entwickler arbeiten an Konsolenspielen; darunter ist die PlayStation 4 knapp in Führung vor der Xbox One. Der Unterschied fällt jedoch kleiner aus, als die Marktanteile vermuten lassen, so der Report, da hier die Playstation 4 deutlich führt. Mit 25 Prozent ist ein größerer Anteil derselben Gruppe von Befragten an der Entwicklung von VR- und Mixed Reality-Games beteiligt; auch hier ist die Zahl größer, als der Marktanteil dieser Sparte vermuten ließe. Mit einem Anteil von 71 Prozent der befragten Profi-Games-Entwickler haben die Oculus-Devices den größten Anteil, gefolgt von Steams VR-Set (51 Prozent). Windows 10 Mixed Reality kann mit 28 Prozent der Entwickler immer noch einen großen Anteil auf sich vereinigen. Unter den AR/MR-Lösungen ist derzeit aber das Android-Smartphone und Tablet insgesamt in Führung; von den 16 Prozent der Profi-Entwickler, die daran arbeiten, vereinigt diese Plattform 72 Prozent auf sich.

Microsofts HoloLens findet sich abgeschlagen auf Rang zwei mit 48 Prozent in dieser Gruppe der Befragten. Allerdings könnte dieser Vergleich problematisch sein: Zwar benennt die Auswertung ausdrücklich AR- und MR-Headsets als erfragten Entwicklungszweck; Android-Devices erlauben jedoch bereits über ihre Kamera die Nutzung von AR-Funktionen. Hier könnte also eine Differenz zwischen Zusatzgerät und Device-interner Funktionalität den Ausschlag gegeben haben. Für AR- und MR-Lösungen ist Microsofts HoloLens als spezifisch benannte Headset-Lösung aber klar in Führung. Smart-TVs, deren App-Markt nie besonders erfolgreich war, sind immer noch weit abgeschlagen in der Beliebtheit unter Entwicklern: Nur 12 Prozent der Profi-Game-Developer arbeiten an Lösungen für den Fernseher.

Plattform und Programmiersprache

Auch hat der State of the Software Developer Nation Report betrachtet, welche Zusammenhänge sich zwischen der Wahl der bevorzugten Programmiersprache und der primären Entwicklungsplattform oder Technologie zeigen. Insgesamt gaben 58 Prozent der Befragten an, dass sie Microsoft gegenüber Apple bevorzugen; in Führung ist Apple nur bei der mobilen Entwicklung mit 52 Prozent. Google ist als Service-Provider mit 75 Prozent Zustimmung außerdem deutlich beliebter als Amazon. Die korrespondierenden Präferenzen für Android und iOS stellen sich wie erwartet dar: Wer Apple nutzt, entwickelt offensichtlich Lösungen für deren Betriebssysteme. Dem hingegen kann auch unter den Amazon-Fans keine besondere Neigung zur Entwicklung für das Amazon Fire OS gesehen werden. Der Markt verteilt sich primär auf die beiden großen Betriebssysteme.

Entsprechend sieht auch die Programmiersprachenpräferenz aus: Programmiert wird zumeist in der nativen Sprache. 90 Prozent derjenigen, die lieber Appel als Microsoft nutzen, arbeiten mit Swift; bei Entwicklern mit Microsoft-Präferenz ist der Schwerpunkt auf einer einzelnen Sprache nicht ganz so ausgeprägt. 78 Prozent derjenigen, die C# bevorzugen, arbeiten lieber mit Microsoft als mit Apple. Wer Java oder C/C++ nutzt, ist hingegen weniger stark auf ein Betriebssystem fokussiert. Um die 50 Prozent benannten hier eine Präferenz für Microsoft. Java-Programmierer mit Schwerpunkt auf Mobile arbeiten jedoch häufiger im Google-Ökosystem (84 Prozent) als auf Amazon.

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