Aus dem Entwicklernähkästchen - Teil 1

Retrospektive: 12 Tech-Highlights 2018
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Aus dem Entwicklernähkästchen plaudern IT-Profis aller Couleur über Tops und Flops des Technologiejahrs 2018. Im ersten Teil unserer Serie geht es um die persönlichen Highlights der Experten in der IT-Welt 2018.

Deine Retrospektive: Was war dein persönliches Tech-Highlight 2018?

loewenstein_bernhard_sw1-170x190Aus softwaretechnischer Sicht ist das sicherlich Kubernetes. In Kombination mit Docker lassen sich damit echt tolle verteilte Systeme umsetzen. Das Entwickeln mit Angular und TypeScript macht mir ebenfalls nach wie vor viel Spaß. Aber auch JavaScript zählt mittlerweile zu meinen besten Kumpels. Das hätte ich vor einigen Jahren nicht gedacht, denn da reagierte ich bloß auf das Wort „JavaScript“ bereits mit einem allergischen Schock. Mit den neuen Features von Java 9 bis 11 habe ich mich heuer ebenfalls intensiv auseinandergesetzt. Das Modulsystem ist okay (aber auch nicht mehr), es kam nur viele Versionen zu spät.

Aus hardwaretechnischer Sicht ist das Oculus Rift. Ich habe Mitte 2018 für meine IT-Förderorganisation zwei solche Brillen inkl. VR-ready Notebooks angeschafft. Seitdem verabschiede ich mich immer wieder gerne für 1-2 Stunden in die virtuelle Welt. Ich bin schon mit weißen Haien geschwommen und habe den Mount Everest erklommen. 2019 werde ich das dann toppen: Da geht es zum Käfigtauchen mit echten Great White Sharks nach Mossel Bay. Aufgrund gewisser konditioneller Defizite bleibe ich bzgl. Mount Everest aber lieber weiterhin bei der virtuellen Variante 😉

Bernhard Löwenstein – Inhaber von Lion Enterprises

 

Mein persönliches Tech-Highlight 2018 war der verstärkt aufkommende Trend hin zu Progressive Web Applications (PWAs). Durch den Einsatz
moderner Web-Technologien wie etwa Service Worker wird ermöglicht, eine Web-App wie eine ganz normale native Anwendung etwa auf den Home-Bildschirm eines Smartphones zu installieren.

Karsten Sitterberg – freiberuflicher Entwickler, Trainer und Berater

 

Power BI. Und zwar jedes einzelne der 12 monatlichen Releases. Microsoft zeigt hier vor, wie ein Produkt agil vorangetrieben werden kann, und ich freue mich jeden Monat wieder wie ein junger Hund, was sie an tollen Features umgesetzt haben.

Markus Ehrenmüller-Jensen – Data Platform MVP und Professor für Datenbanken und Projekt-Engineering an der HTL Leonding

 

WebAssembly und das darauf aufbauende Blazor-Framework haben mich 2018 besonders fasziniert. Es ist an der Zeit, dass das Monopol von JavaScript im Browser endlich gebrochen wird. Ich bin zwar kein JavaScript-Hasser, ganz im Gegenteil. Es gibt aber sehr viele Teams, die eine Menge Code und Wissen in .NET haben und denen es aus Ressourcengründen nicht möglich ist, alles auf neue Beine zu stellen. .NET ohne Plug-in im Browser hat für solche Projekte großes Potential. Hoffentlich entwickelt sich das Projekt 2019 so gut weiter, wie es 2018 begonnen hat.
Rainer Stropek – software architects / www.IT-Visions.de

 

Erstens: Mir gefällt besonders, wie etliche NoSQL Hersteller in jüngerer Vergangenheit einen eigenen SQL-Dialekt entwickelten. SQL als Abfragesprache ist unglaublich mächtig und sowohl für Entwickler wie auch für nicht technische Leute verständlich. So hat sich einiges getan im Umfeld von:

  • KSQL für Apache Kafka
  • N1QL für CouchBase
  • SQL für Elastic Search

SQL ist und bleibt die Königin unter den Datenbankabfragesprachen.

Zweitens: R2DBC entwickelt sich nun ziemlich schnell und vielversprechend. Nachdem auf der jdbc-spec-discuss Mailingliste einiges an Uneinigkeit zwischen Oracle und anderen herrschte bezüglich dem asynchronen Programmiermodell (Oracle / ADBA verwendet CompletionStage, andere wünschten sich ein reaktives Modell basierend auf java.util.concurrent.Flow), hat ein Team von Spring-Leuten nun R2DBC als alternatives SPI zum neuen ADBA entwickelt. Es ist zu erwarten, dass R2DBC Anfang 2019 einen GA Release zur Verfügung stellen wird. Von der Community wurden bereits 3 Treiber als Prototyp implementiert, für H2, PostgreSQL und SQL Server.

jOOQ (bisher nur intern blockierend über CompletionStage «asynchron») wird sich also 2019 definitiv auch der asynchronen / reaktiven Datenbankinteraktion widmen.
Lukas Eder – Gründer Data Geekery, der Firma hinter jOOQ

 

Das Release von Java 11. Aus meiner Sicht kann man dieses ähnlich zu Java 8 in der Vergangenheit sehen. Java 9 und Java 10 waren nur von kurzer Halbwertszeit, aber Java 11 ist nun offiziell ein LTS Release! Man muss hier zwar aufpassen, denn dies gilt nur für die „bezahlte Oracle-Version“, aber dies ist trotzdem ein Signal: Viele andere Open-Source-Varianten von Java 11 – wie die der Linux-Distributionen oder die Releases bei AdoptOpenJDK – werden Langzeitsupport genießen. Java 9 ist aber wirklich inzwischen out! Hat das irgendjemand in Produktion benutzt?
Uwe Schindler – Entwickler bei SD DataSolutions und PMC-Mitglied Apache Lucene

 

Mein persönliches Highlight war, dass wir mit unserem Partner Contargo für neue Projekte den Sprung auf Spring 5 und JDK11 bereits dieses Jahr geschafft haben. Außerdem konnten wir gemeinsam einige Open-Source-Projekte anstoßen und weiter vorantreiben. Zu guter Letzt sind wir einen Riesenschritt weiter gekommen, unseren Betrieb in Richtung
Kubernetes zu schieben. Spannende Dinge!?
Joachim Arrasz – Software- und Systemarchitekt bei synyx, Leiter der CodeClinic

 

Mein persönliches Highlight war die Ankündigung der React-Entwickler, dass es zukünftig möglich ist, React-Komponenten nur noch mit Funktionen zu erstellen und vollständig auf Klassen verzichten zu können. Ich fand es bisher schon sehr cool, dass React funktionale Komponenten ermöglicht, aber es gab noch immer zahlreiche Situationen, in denen weiterhin Klassen notwendig waren. Mit der sogenannten React-Hooks-API soll das in Zukunft nicht mehr notwendig sein. Ich bin sehr gespannt, wie sich das in der Praxis auswirkt.
Manuel Mauky – Software-Entwickler bei der Saxonia Systems AG

 

Vue.js hat mich beeindruckt, weil es mit wenig Tooling viel erreicht und doch alles Notwendige mitbringt.
Tobias Gesellchen -Softwareentwickler bei der Europace AG

 

Am meisten haben mich in diesem Jahr der Start und noch mehr die Landung der Falcon Heavy von Space X beeindruckt. Das ist nicht nur eine ingenieurtechnische Meisterleistung, sondern auch ein großer Schritt für die Zukunft der Raumfahrt. Mein Papa hat mir oft erzählt, wie faszinierend und bewegend die Mondlandung im Juli 1969 für ihn war – 2018 ist meiner Meinung nach ein ähnlicher Meilenstein.
Golo Roden – Microsoft MVP und Gründer von the native web.

 

thomas_kruseDie gRPC-Web Schnittstelle ist als Version 1.0 verfügbar. Damit eröffnen sich auf Architekturebene spannende Optionen, um direkt aus einem Webfrontend gRPC-Dienste aufrufen und anbinden zu können.
Thomas Kruse – Architekt bei der trion development GmbH und Leiter der Java Usergroup Münster.

 

Natürlich die im September 2018 angekündigte Alexa-Mikrowelle, die auch bald nach Deutschland kommen wird.

OK, Scherz beiseite. In der Welt der digitalen Sprachassistenten herrscht ja derzeit ein technisches Wettrüsten zwischen verschiedenen Global Playern. Ein einzelnes Highlight herauszupicken, ist da gar nicht so einfach. Ich denke aber, dass die neue Alexa Presentation Language (APL) bei den vielen Innovationen 2018 ganz weit vorne ist. Bisher hatten wir bei der Gestaltung von Displayanzeigen nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten. Vergleichbar mit einem simplen Homepage-Baukasten mit ein paar festen Templates.

Mit der APL ist dies jedoch viel einfacher geworden und erst jetzt ergeben die Displays von Echo Show, Echo Spot usw. für Entwickler erst so richtig Sinn.
Ralf Eggert – Geschäftsführer der Travello GmbH, Zend-Framework-Experte und Alexa Champion.

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