Außerdem: Internet of Things kommt in Unternehmen an

Inside IoT: Project Tango im All, Beacon-Koffer & ein IoT-Einhorn
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In der letzten Zeit war es etwas still ums Inside IoT, deswegen präsentieren wir euch in dieser Woche gleich zweimal die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute geht es unter anderem um die Weltraum-App von Project Tango, die geglückte Fahrt eines autonomen Autos in China und den Beacon-Koffer von Samsonite. Außerdem kommt das Internet of Things langsam in Unternehmen an und wir freuen uns ganz besonders, Tootz, das IoT-Einhorn, vorzustellen.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Mit Project Tango durchs All

Im Februar 2014 stellte Google mit Project Tango eine Technologie vor, deren Ziel es ist, die Umgebung dreidimensional zu erfassen und mit den gesammelten Daten den Raum in 3D darzustellen. Die Dev-Kits wurden nach einiger Wartezeit verteilt und die ersten Erfahrungen konnten gesammelt werden. Eine Erfahrung dürfte aber den meisten noch fehlen: Eine Reise ins All. Das kann man ab sofort mit der Project-Tango-App Solar Simulator nachholen. Studenten der San Francisco State University haben mit dem Unity SDK eine App erstellt, die einen virtuellen Spaziergang durchs All ermöglicht. Zudem ist auch ein Lerneffekt gegeben, da Solar Simulator auch Größe und Maßstab des Sonnensystems vermittelt. Im Google Developers Blog findet sich eine Anleitung zur Erstellung einer eigenen Sonnensystem-App.

Solar Simulator, Quelle: https://developers.googleblog.com/2016/04/travel-through-space-with-project-tango.html

Solar Simulator, Quelle: https://developers.googleblog.com/2016/04/travel-through-space-with-project-tango.html

Wer sich generell für das Unity SDK und im Speziellen das Cardboard Unity SDK interessiert, dem sei der Guide von Patrick Catanzariti ans Herz gelegt. Dort erklärt er die Funktionsweise des SDK und geht intensiv auf die Neuerungen in Version 0.6, wie etwa den überarbeiteten Fadenkreuzgenerator, ein.

Autonomes Auto fährt 1900 Kilometer

Ein von der Firma Chongqing Changan Automobile Co. produziertes selbstfahrendes Auto hat eine 1900 km lange Strecke durch China zurückgelegt. Der chinesische Partner von Ford gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass das Auto die Strecke von Chongqing nach Beijing völlig autonom gemeistert habe. Dafür nutzte es Kamera-Sensoren und Radar und testete mit diesen Werkzeugen eine Reihe von Funktionen, darunter Spurwechsel, unterstütztes Fahren in dichtem Verkehr, Verkehrszeichenerkennung, Geschwindigkeitsreduktion und Spracherkennung. Die Fahrt dauerte sechs Tage, was einer Strecke von rund 320 km am Tag entspricht. Diese Werte ähneln denen von Googles selbstfahrenden Autos, die zwischen 300 und 440 km schaffen. Bis 2020 will das chinesische Unternehmen autonome Fahrzeuge auf Chinas Straßen bringen.

Beacon-Koffer von Samsonite

Der Traum vieler Reisender könnte bald wahr werden: Gepäck, das nicht verloren geht – und wenn doch, sofort wieder aufgespürt werden kann. Samsonite will seine Koffer ab Ende diesen Jahres mit Beacon-Technologie ausstatten. Meldet der Eigentümer über die zugehörige App Track & Go den Verlust eines Gepäckstücks, zeigt der Bluetooth-Sender den Standort an. Einziger Nachteil: Die Reichweite des Senders beträgt nur 70 Meter. Hier kommt aber die sogenannte Peer-Power ins Spiel: Alle Nutzer der App sind wie ein Netzwerk zusammengeschaltet. Erkennt ein Smartphone irgendwo den Standort des als verloren gemeldeten Gepäcks, schickt es eine Nachricht mit Zeit und Standort an den Besitzer.

Internet of Things kommt in Unternehmen an

Das Internet of Things bewegt sich auch in der Industrie immer mehr in Richtung Mainstream, so aktuelle Ergebnisse einer Studie von Gartner. Zwar nutzen derzeit nur 29 Prozent der Befragten in ihrem Unternehmen das IoT, weitere 35 Prozent wollen es aber in den nächsten zwei Jahren implementieren. Die Anzahl an Firmen, die IoT in irgendeiner Form verwenden, soll 2016 auf 43 Prozent steigen. Es zeichnet sich ab, dass der Großteil an Unternehmen (64 Prozent) plant, IoT-Lösungen zu implementieren. Allerdings wollen 28 Prozent auch in Zukunft nichts mit dem Internet of Things zu tun haben. Dazu tragen die Angst vor Cyber-Angriffen und fehlende Unternehmensstrukturen bei. Die Adaption von IoT ist übrigens von Branche zu Branche verschieden: Energiedienstleister wie Öl- und Gasfirmen und die verarbeitende Industrie liegen bei der Adaption weit vorne. Ausführliche Informationen finden sich in der zugehörigen Pressemitteilung und in der Studie „Survey Analysis: Early Adopters of Internet of Things Poised to Make 2016 the Year of the Customer„.

Tootz, das IoT-Einhorn

Die Welt ist gerettet: Tootz, das IoT-Einhorn, pupst bei eingehenden Nachrichten von Twitter, Facebook & Co. Regenbögen. Eigentlich könnte man hier die Meldung schon abschließen, aber die wichtigsten Infos will ich euch nicht vorenthalten: Tootz ist die Erfindung des Entwicklers Jaime Ruiz-Avila, ausgedacht hat sich das Ganze aber die sechsjährige Tochter eines Freundes. Ruiz-Avila fand die Idee so gut, dass er sie in seiner Firma vorgestellt hat – derzeit läuft zur Finanzierung eine Indiegogo-Kampagne.

The World NEEDS it and only you can make this happen. Happiness is contagious and Tootz is catching. Numerous unemployed unicorns will find homes to poot rainbows in and provide happiness to a person who needs it badly.

Tootz selbst wirkt auf den ersten Blick wie eine simple Einhorn-Figur – auf den zweiten steckt ein ausgereiftes System, basierend auf Intels Internet of Things SoC, dahinter. Tootz wird nur bei guten Nachrichten aktiv; um gute von schlechten Neuigkeiten zu unterscheiden, nutzt es Node.js und Websockets. Das kleine Einhorn reagiert auf Twitter-Mentions oder neue Follower mit einem Regenbogenpups, der über LEDs und Dampf entsteht. Über die zugehörige App lassen sich auch eigene Benachrichtigungen einstellen. Viel Spaß mit eurem eigenen IoT-Einhorn!

 

Aufmacherbild: unicorn (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: lyeyee

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