Außerdem: Nest stellt OpenThread-Netzwerkprotokoll vor

Inside IoT: Raspberry Pi Zero mit Kamera, Dash-Button für Entwickler & Raspbian-Upgrade
Kommentare

Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute geht es unter anderem um den neuen Dash-Button für Entwickler, ein Kameramodul für Raspberry Pi Zero und ein Raspbian-Upgrade. Außerdem stellt Nest das OpenThread-Netzwerkprotokoll vor, das Startup Otto bringt selbstfahrende Trucks auf die Straßen, Microsoft stellt das Explore-Tile für Band 2 vor und mit SkinTrack kann man den eigenen Arm als Smartwatch-Display nutzen.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Neuer Dash-Button für Entwickler

Amazon hat offenbar einen Dash-Button für Entwickler veröffentlicht – in limitierter Auflage. Der programmierbare Dash-Button verbindet sich mit AWS IoT, den Managed-Services von Amazon Web Services. Besonders eignet sich der Button für den Einstieg von Entwicklern in AWS IoT, AWS Lambda oder Amazon DynamoDB, da kein gerätespezifischer Code geschrieben werden muss.

Laut Amazon können Entwickler die Logik des Dash-Buttons in der Cloud codieren und ihn dann so konfigurieren, dass durch die Klicks beispielsweise Elemente gezählt oder nachverfolgt, Personen angerufen oder Services angefordert werden können. So lassen sich damit etwa ein Garagentor öffnen, ein Taxi rufen oder Haushaltsgeräte fernsteuern. Zudem lässt sich der Dash-Button in APIs von Drittanbietern wie Twitter und Facebook integrieren. Ausführliche Informationen zum Entwickler-Dash-Button bietet der zugehörige Post.

Raspberry Pi Zero erhält Kameramodul

Im November 2015 wurde der Raspberry Pi Zero veröffentlicht, der unter anderem bereits über Micro-USB und Micro-SD-Anschlüsse sowie GPIO- und Video-Header verfügte. Ab sofort kann der kleine Computer auch mit einem Kameramodul ausgestattet werden. Kostenpunkt: rund 25 Dollar. Laut Raspberry Pi Foundation CEO Eben Upton handelt es sich dabei um das bereits für das Compute Module Development Kit verwendete Modul. Um die Kamera mit dem Raspberry Pi Zero zu verbinden, benötigt man ein sechs Zoll langes Adapter-Kabel (15,24 cm), da der CSI-Anschluss rund 3,5 mm kleiner ist als der am Raspberry Pi 3.

Raspberry Pi Zero mit Kamera-Modul, Quelle: https://www.raspberrypi.org/blog/zero-grows-camera-connector/

Raspberry Pi Zero mit Kamera-Modul, Quelle: https://www.raspberrypi.org/blog/zero-grows-camera-connector/

Upgrade für Raspbian bringt Bluetooth-UI

Das neue Upgrade für Raspbian ist vor allem für Nutzer des Raspberry Pi 3 interessant. Denn die Entwickler hinter der Linux-Distribution haben besonders die Hardware optimiert: So gibt es nun ein grafisches Werkzeug zur Verwaltung der internen und externen Bluetooth-Komponente. Mit diesem kann man nicht nur die Sichtbarkeit der Bluetooth-Verbindung einstellen, sondern auch das gewünschte Gerät auswählen. Einmal verbundene Geräte finden sich in einer Liste, aus der man sie per Klick auch wieder entfernen kann. Zudem werden auch Bluetooth-Speaker und -Headsets für Audio-Output unterstützt. Eine weitere Neuerung ist der SD Card Copier, mit dem sich Backups erstellen lassen, ohne auf das Terminal zuzugreifen. Außerdem wurden weitere Funktionen hinzugefügt, wie z. B. der Editor Geany und die pigpio-Bibliothek. Auch wurden bereits bekannte Programme wie Scratch und SonicPi aktualisiert. Ausführliche Informationen zu allen Änderungen und Neuerungen bietet der Post im Raspberry-Pi-Blog.

Nest stellt OpenThread-Netzwerk Protokoll vor

Googles Tochterunternehmen Nest hat OpenThread vorgestellt – dabei handelt es sich um eine Open-Source-Version des bestehenden Thread-Netzwerk-Protokolls für IoT-Geräte. Mit OpenThread wird die in Nest-Produkten eingesetzte Technologie breiter verfügbar und soll so die Interoperabilität zwischen Devices drastisch verbessern. Zudem will Nest auf diese Weise das Smart Home weiter voranbringen. Das IPv6-Netzwerk-Protokoll basiert auf dem 802.15.4-Mesh-Networking-Standard und kann so hunderte von Low-Power-Devices miteinander verbinden. Bislang mussten Entwickler, die Thread-kompatible Geräte bauten, einen eigenen Software-Stack nutzen. Jetzt steht der Source Code auf GitHub unter der BSD-3-Clause-Lizenz quelloffen zur Verfügung und kann ab sofort von jedem wiederverwendet, modifiziert und neu verteilt werden.

Explore-Tile für Band 2

Das Fitness-Wearable Band 2 von Microsoft bekommt eine neues Explore-Tile, das insbesondere auf die Bedürfnisse von Outdoor-Enthusiasten zugeschnitten ist. Nach Angaben von Microsoft können mithilfe des neuen Features sowohl Wanderungen als auch kurze Spaziergänge aufgezeichnet und verfolgt werden. Zu den neuen Funktionen zählen zum Beispiel der GPS-Power-Save-Modus, smarte Wetterbenachrichtigungen oder der UV-Monitor. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Die Explore-Tile-Funktion wird aller Voraussicht nach nicht für die Bänder der ersten Generation verfügbar sein.

Selbstfahrende Trucks dank Startup Otto

Rund 40 ehemalige Mitarbeiter von solch namhaften Konzernen wie Google, Tesla und Apple haben ein neues Startup gegründet: Otto. Das Unternehmen arbeitet an einer Flotte autonom fahrender Trucks. In den USA sind 4,3 Millionen LKWs unterwegs, die über 70 Prozent aller Fracht durchs Land transportieren. Zudem sind sie aber auch für 9,5 Prozent aller Fahrfehler verantwortlich – täglich sterben rund acht Personen durch solche Unfälle. Ziel von Otto ist es, diese Unfälle zu minimieren und gleichzeitig energie- und umweltschonender zu fahren. Die Trucks sollen mit einem „self-driving Kit“ zu selbstfahrenden Fahrzeugen umgebaut werden. Das Kit besteht aus Sensoren und entsprechender Software. Weiterer Vorteil ist die lange Fahrtzeit von Otto: Während menschliche Fahrer in den USA höchstens elf Stunden am Stück hinterm Lenkrad sitzen dürfen, kann Otto problemlos 24 Stunden durchfahren.

Mit SkinTrack den Arm als Touchpad nutzen

Eins der größten Probleme, das Smartwatches haben, sind ihre kleinen Displays. Durch einen Text zu scrollen oder eine Benachrichtigung mit einem Swipe zu öffnen, kann leicht frustrierend enden, wenn der eigene Finger den ganzen Bildschirm bedeckt. Aus diesem Grund kann man bislang auf einer Smartwatch auch keine Texte eintippen oder Spiele spielen. Doch jetzt haben Forscher der Carnegie Mellon Human Computer Interaction Group eine Möglichkeit gefunden, das Display einer Watch zu vergrößern – indem es einfach auf den Arm des Trägers ausgeweitet wird. SkinTrack nutzt den Arm genauso wie ein gewöhnliches Touchpad. Einzige Voraussetzung: Der Nutzer muss einen Ring am Finger tragen, der spezielle Signale in die Hand sendet, die wiederum über den Arm an ein mit Elektroden ausgestattetes Armband übermittelt werden. Wie folgendes Video zeigt, ist es mit SkinTrack sogar möglich, Angry Birds zu spielen:

 

Aufmacherbild: camera and lense on black showing photographer still life (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: scyther5

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -