Außerdem: eSIM – Durchbruch für das IoT

Inside IoT: Top-Sprachen im IoT, mehr Sicherheit für Eddystone & eine smarte Matratze
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute geht es unter anderem um die Top-Sprachen im Internet of Things, erste Grundlagen für autonomes Fahren in Deutschland und um die verbesserte Sicherheit von Googles Eddystone. Außerdem soll die eSIM Mobility-Konzepten zum Durchbruch verhelfen, das Smart Home Skill API von Amazon ist erschienen und wir stellen euch die Smarttress vor, eine Matratze mit Fremdgeh-Sensor.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Top-Sprachen im Internet of Things

Der zweite IoT Developer Survey der Eclipse Foundation gewährt Einblicke in die Welt des Internet of Things: Welche Programmiersprachen und Protokolle werden am häufigsten genutzt und welche Bedenken haben IoT-Entwickler? Marketing-Manager Ian Skerett gibt Aufschluss über die Antworten von rund 530 Teilnehmern: Die wichtigsten Programmiersprachen sind demnach Java, C, JavaScript und Python – was nicht weiter verwunderlich ist, bedenkt man das Eclipse-Umfeld der Befragung.

Die dominierenden Protokolle sind MQTT (52,4 Prozent) und HTTP (61,2 Prozent); das am meisten verbreitete Betriebssystem ist mit großem Abstand Linux (73,1 Prozent), auf Platz zwei folgt mit 23,1 Prozent die Bare-Metal-Programmierung ganz ohne OS. Entwickler, die eine Cloud-Lösung bevorzugen, setzen dabei auf Amazon AWS (36,8 Prozent) oder eine private bzw. On-Premise Cloud (34,9 Prozent). Zu den größten Sorgenpunkten im IoT zählt ganz klar die Sicherheit, darauf folgen Interoperabilität und Konnektivität.

Grundlagen für autonomes Fahren

Das Bundeskabinett hat den von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vorgelegten Gesetzesentwurf zur Umsetzung des geänderten „Wiener Übereinkommens über den Straßenverkehr“ verabschiedet. Das Gesetz ist ein wichtiger Schritt in Richtung autonomes Fahren: Haftungsfragen für selbstfahrende Autos im Straßenverkehr sollen dadurch geklärt und damit Rechtssicherheit geschaffen werden. Trotzdem muss der Fahrer noch immer jederzeit eingreifen können und bleibt somit auch verantwortlich. Durch den Entwurf sollen zudem Änderungen am Wiener Übereinkommen von 1968 vorgenommen werden: „Mit unserem Gesetzentwurf machen wir den Weg frei, damit automatisierte Fahrsysteme immer mehr Fahraufgaben selbstständig übernehmen können. In einem nächsten Schritt setzen wir uns bereits dafür ein, die internationalen Regeln fit zu machen für das Auto mit Autopilot.” Dafür muss das Wiener Übereinkommen aber noch weiter modifiziert werden, sodass automatisierte Systeme dem „Fahrer“ gleichgestellt werden.

Eddystone wird sicherer

Im vergangenen Juli hat Google Eddystone eingeführt, ein offenes und erweiterbares BLE-Format, das von Android, iOS und Chrome unterstützt wird. Um Informationen an Smartphones zu übermitteln, nutzen die Beacons öffentliche, einfache Signale – z. B. eine Eddystone-UID oder –URL. Um das Ganze sicherer zu machen, hat Google jetzt Ephemeral IDs (EID) eingeführt. Dabei handelt es sich um einen Beacon-Frame im Eddystone-Format, das Entwicklern eine genauere Festlegung ermöglicht, wer auf das Signal zugreifen kann. Der Beacon-Frame ändert sich regelmäßig, wodurch das Signal nur von Nutzern gelesen werden kann, die Zugang zu einem Resolution-Service haben, der wiederum den momentanen Identifier des Beacons in stabile Daten umwandelt. Wie das Ganze genau funktioniert, wird im Google Developers Blog ausführlich beschrieben.

eSIM: Durchbruch für Mobility-Konzepte

Geht es nach dem Verband der Internetwirtschaft (eco), wird die eSIM der Schlüssel für IoT, M2M und Industrie 4.0 sein. Die fest eingebaute und netzbetreiberunabhängige Embedded-SIM-Karte soll einen „Durchbruch für das weltweite mobile Internet“ bedeuten. Kunden und Hersteller erhalten mehr Flexibilität und können sich online für jeden beliebigen Netzbetreiber entscheiden. Die eSIM soll vor allem der Direktkommunikation von Geräten untereinander zugute kommen, also den Bereichen Internet of Things und M2M-Kommunikation. 2018 erhalten alle Kraftfahrzeuge in der EU, die mit dem eCall-System ausgestattet sind, eine eSIM. Auch für die Industrie 4.0 ist die ein eSIM Schlüsselelement: „Mit der eSIM wird der Durchbruch für das Internet der Dinge eingeläutet. Im Jahr 2020 werden weit mehr als 25 Milliarden Geräte weltweit mit dem Internet verbunden sein – ein erheblicher Teil davon mit einer eSIM“, prognostiziert Dr. Bettina Horster, Direktorin Mobile bei eco. Derzeit ist bereits ein Gerät mit festverbauter SIM im Umlauf: Der Kindle 3G ermöglicht den Kauf und den Download von E-Books weltweit.

Amazons Smart Home Skill API

Amazon hat vor kurzem das Smart Home Skill API vorgestellt, das Entwicklern neue Möglichkeiten – genannt Skills – gibt. Das API ist ein Add-on für das bestehende Alexa Skills Kit. Entwickler können Alexa so beibringen, cloudgesteuerte Beleuchtungs- und Temperatur-Devices zu kontrollieren – und zwar mit dem einfachen Satz „Alexa, turn on the kitchen lights“. Das aufwändige Erstellen eines Voice-Interaction-Modells entfällt so.

You create skills that connect your devices directly to our lighting and thermostat capabilities so that customers can control their lights, switches, smart plugs or thermostats—without lifting a finger.

Das Smart Home Skills API kommuniziert mit dem Skill-Adapter via JSON-Protokoll; der Skill-Adapter wird als Lambda-Funktion auf AWS Lambda gehosted. Als Authentifizierung dient die OAuth2.0-Spezifikation. Eine kurze Anleitung zum Erstellen von eigenen Skills sowie weitere Informationen zum Smart Home Skills API finden sich im Amazon-Developer-Blog.

Smarttress – die smarte Matratze mit Fremdgeh-Sensor

Die spanische Firma Durmet will eine neue Erfindung auf den IoT-Markt bringen, die ganz sicher in die Reihen des Internet of Shit aufgenommen wird: die Smarttress. Die Idee hinter der smarten Matratze: Dank verschiedener Sensoren, die Druck, Vibration, Geschwindigkeit und Bewegungsmuster an die zugehörige Smartphone-App schicken, kann der Nutzer herausfinden, ob sein Partner ihn betrügt. Klingt nach einem Aprilscherz? Leider nein. Journalisten kontaktierten den Matratzenhersteller via Mail, der ihnen dann ein Video eines Matratzentests von einer Veranstaltung in Madrid zusendete. Durmets Pressesprecher Antonio Muiño erklärte, dass die Matratze aufgrund der massiven Untreue der Spanier entwickelt wurde. Bleibt die Frage, ob man dafür eine smarte Matratze braucht – andere Smart-Home-Geräte wie Nest eignen sich sicher auch 😉

 

Aufmacherbild: Bed sheet and pillow messed up in the morning (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: VTT Studio

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