JavaScript

iJS London 2019 - Tag 1

Whatever works for you – solange es ethisch vertretbar ist: Take-aways von der International JavaScript Conference London 2019
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Der erste Konferenztag der International JavaScript Conference 2019 in London ist vorbei. In zwei Keynotes sowie zahlreichen Sessions präsentierten unsere Speaker spannende Aspekte aus der JavaScript-Welt: Ob JAM-Stack, Ethik oder TypeScript, die Themen waren vielfältig.

Die iJS 2019 in London ist eröffnet. Am gestrigen Montag wurden im Park Plaza Victora Hotel in London zwei Keynotes und 20 Sessions zu zahlreichen Themen aus der JavaScript-Welt gehalten. Vertreten waren sowohl die Allstars des Ökosystems mit Angular und React, als auch andere Perspektiven und Technologien. So sprach Alex Lakatos (Nexmo) darüber, wie sich Bots mit JavaScript programmieren lassen und bei Taylor Krusen (Dropbox) ging es um einen noch immer ziemlich neuen Trend: Serverless! Aus den Keynotes und Sessions haben wir einige Take-aways für die Daheimgebliebenen zusammengestellt.

Take-away 1: An TypeScript führt kaum ein Weg vorbei

Im Rahmen der Konferenzeröffnung beleuchteten Phil Hawksworth (Netlify), Sebastian Meyen (Software & Support Media), Christian Nwamba (Microsoft), Manfred Steyer (SOFTWAREarchitekt.at) und Erin Zimmer (Shine Solutions) aber erst einmal die klassischen Fragen der JavaScript-Welt und ihre Entwicklung in den letzten Jahren.

Die Panel-Speaker waren sich einig, dass die JavaScript-Variante TypeScript der Sprache einige wichtige Features hinzufügt und andere Dialekte im Vergleich eher eine untergeordnete Rolle spielen. Erin Zimmer verwies hier allerdings auch auf die Gewohnheit hinter der Sprachwahl. So stelle TypeScript Entwickler durchaus vor Hürden, wenn man von ECMAScript darauf umsteige; wer danach aber den umgekehrten Weg gehen wolle, müsse sich genauso darauf einstellen.

Dass TypeScript eine große Rolle in der JavaScript-Welt spielt, war aber kaum zu übersehen. So gab etwa die Hälfte der anwesenden Teilnehmer im Saal an, dass sie mit TypeScript arbeiten. Die Menge derjenigen, die ausschließlich Vanilla JavaScript einsetzen, fiel geringer aus.

Take-away 2: Ethik ist wichtig!

Wer eine Brücke baut, unter der kein Bus hindurch passt, schließt damit ärmere Bevölkerungsteile vom Zugang zu den dahinterliegenden Gebieten aus. Wer auf öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist, erreicht diese Orte nämlich nicht mehr, wenn dort kein Bus hinfährt. So wurden in der Vergangenheit im Städtebau Zonen geschaffen, in denen bestimmte Schichten unter sich bleiben konnten. Ethisch sind solche Entscheidungen natürlich nicht vertretbar. Das Bewusstsein im Städtebau ist dafür gewachsen. Nun muss es auch in der IT entstehen. Darüber sprach Cennydd Bowles (Designer and Writer) in seiner Keynote am Mittag des ersten Konferenztags der iJS 2019.

Neutrale Technologie gibt es nämlich nicht. Ein Tipp, den er den Teilnehmern mitgab, lautete, die möglichen Folgen einer Entscheidung in einen Prototyp einfließen zu lassen, einen sogenannten Provocotype. Daran können Constraints sichtbar werden – wer mit bestimmten Folgen nicht einverstanden ist, sollte die Lösung nicht wählen.

Für Designer sind diese Constraints aber normal. Ein guter Designer empfindet Contraints als Herausforderung, nicht als Problem. Und dann, ein weiterer Tipp von Bowles, kann man am Ende auch guten Gewissens mit dem eigenen Namen zur Entscheidung stehen.

Die Eröffnung der Konferenz und die Keynote von Cennydd Bowles sind bereits auf YouTube verfügbar!

Take-away 3: Whatever works for you!

Wie nähert man sich dem State Management in React richtig an? Redux, Apollo, eine andere Option? Die Hooks, die React kürzlich eingeführt hat, wirbeln hier viel durcheinander. Das Konzept ist in zahlreichen Bibliotheken noch gar nicht richtig implementiert worden, dennoch reden alle darüber und wollen damit arbeiten. Auch sind die Hooks an sich noch nicht abschließend definiert worden. Davon berichtete Lenz Weber (Mayflower) in seinem Talk zum State Management in React. Eine Neuerung habe sich ergeben, als er im Flugzeug saß und bereits auf dem Weg zur Konferenz war!

Es muss aber nicht immer die allerneuste Technologie sein. Wichtig sei vor allem, dass die gewählte Technologie zum State Management für das eigene Projekt funktioniere. Auf jeden Hype aufzuspringen, sei keine gute Idee. Wichtiger als die Frage, wie neu eine Lösung ist, ist nämlich, ob sie funktioniert: „Whatever works for you works for you!“, fasste der Speaker seine Antwort auf die Frage nach der richtigen Lösung für das State Management zusammen.

Take-away 4: JAM-Stack ist nicht nur ein anderes Wort für statische Websites

JAM steht für JavaScript, API & Markup und beschreibt ein architektonisches Paradigma in der JavaScript-Welt. Websites, die mit dem JAM-Stack erstellt werden, sind statisch – und trotzdem geht es um mehr als das klassische Prinzip der Static Sites. Wie wäre es beispielsweise mit einer Website, die komplett neu gerendert wird, um nur die gegenwärtige Serverzeit anzuzeigen? Das ist kein Problem mit einem JAM-Stack-Setup, wie Phil Hawksworth (Netlify) in seiner Session demonstrierte. Das Rendering findet auf dem Server statt, dennoch sinken die Kosten für die Infrastruktur, und man kann die Seite im Browser noch durch JavaScript ergänzen.

Das klingt praktisch, oder? Vor allem lohnt sich der Blick auf das Konzept aber für diejenigen, die häufig deployen und zwischen Versionen einer Seite hin und her wechseln wollen. Das geht mit einer Website, die mit dem JAM-Stack gebaut wurde, nämlich ganz schnell. Auch wer schon weiß, was eine Static Site ist, könnte also mal einen Blick auf den JAM-Stack werfen.

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