Vue: Die Community trifft sich und spricht

Vue.js: Das magische Framework – aber nicht unfehlbar
Keine Kommentare

Vue.js wächst immer weiter: Wie vielfältig das Ökosystem ist, konnte man am Freitag in Berlin auf dem VueJS Roadtrip erleben. Ob Vue als Einstieg in die Entwicklung, mit GraphQL oder für die Entwicklung von Browsergames: Das alles ist möglich.

Die Vue.js-Community traf sich am vergangenen Freitag in Berlin. Im fünften Stock eines typischen Berliner Hinterhauses, in den Räumen von Blacklane, kamen mehr als 150 Personen zusammen, um im Rahmen des VueJS Roadtrip Berlin Talks zum Shooting Star unter den JavaScript-Frameworks zu hören. Unter den SpeakerInnen fanden sich Mitglieder des Vue Core Teams und der Vue Vixens, einer Gruppe von Frauen, die Frauen das Programmieren nahebringt – auf Basis von Vue.js.

Alle lieben Vue.js?

Vue.js ist ein Phänomen, das sich auch an diesem Tag nur schwer greifen ließ. Ob Mobile oder klassischer Desktop, die SpeakerInnen stellten sogar ausgefallene Konzepte wie die Idee eines Browsergames auf Basis von Vue.js vor und sprachen über die Möglichkeit einer Anbindung der Library Vue Storefront an Voice-Interfaces. Spielen und E-Commerce per Google Assistant – das alles ist mit Vue.js möglich oder soll zumindest möglich werden.

Wie Sara Vieria (YLD) es ausdrückte: Vue.js ist der Harry Potter unter den Frameworks. Es gebe nach Meinung der Speakerin nämlich niemanden, der Harry Potter nicht möge – das gelte auch für Vue.js. Und die, die es doch ablehnten, hätten es zumeist gar nicht erst ausprobiert. Entsprechend dieser Analogie ähnelte der fünfte Stock des Berliner Altbaus an diesem Tag ein wenig einem der magischen Klassenräume aus den berühmten Büchern: Hogwarts für Vue.js?

GraphQL und Vue

Sara Vieria sprach über GraphQL und über die Apollo- und somit GraphQL-Integration für Vue.js: Vue-Apollo. Wer die Library einem eigenen Projekt hinzufügen möchte, kann das mit dem Vue-CLI 3 über den Befehl vue add apollo tun. Auf CodeSandbox hat die Speakerin außerdem eine Demo zur Verfügung gestellt.

Um den Zauber von Vue.js ging es nachfolgend auch bei Sumit Kumar, der über die Anwendung von Vue.js bei Car2Go sprach. Er hob insbesondere die Dokumentation von Vue.js hervor, die so gut sei, dass es kaum Fragen und Antworten zu Vue auf StackOverflow gebe, weil das nicht nötig sei. Er betonte außerdem, dass das CLI 3, das nachfolgend von Guillaume Chau (Core Contributor von Vue.js, insbesondere am CLI beteiligt) vorgestellt wurde, ein Game Changer sei. Wo man sich früher stundenlang um das Setup von Dependencies kümmern musste, sei dies nun mit einem Befehl möglich.

Fehler machen und daraus lernen

Bei Thorsten Lünborg erfuhr man hingegen, dass auch mit Vue.js nicht alles eitel Sonnenschein ist. So mache die Arbeit an Components mit Vue.js zwar Spaß, aber man dürfe nicht in die Falle tappen, ein gutes Konzept zu weit auszudehnen. Auch die an sich sehr nützlichen Scoped Slots seien nämlich nicht für jeden Anwendungsfall geeignet, genau wie provide/inject. Wenn beides aber richtig angewendet wird, könne so sauberer Code entstehen.

Auch Damian Dulisz, der genau wie Thorsten Lünborg dem Vue Core Team angehört, sprach über Erfahrungen, die man anderen Entwicklern durchaus ersparen könne: Als Library-Autor hat er vieles ausprobiert, was nicht unbedingt hätte sein müssen. So sei es selten eine gute Idee, neue UX-Patterns zu erfinden – Dinge, die bislang funktioniert haben, funktionieren mit Sicherheit auch für die eigene App. Auch reiche eine Testabdeckung von 95 Prozent nicht. Der Nutzer kommt bestimmt auf die Idee, die letzten fünf Prozent in die Praxis umzusetzen. Als absoluten Fehlschlag bezeichnete er außerdem die Idee, in einer Vue.js-Library mit Mixins zu arbeiten, um verschiedene Bereiche zu trennen. Nicht nachmachen und direkt zu Components greifen, so empfiehlt es der Speaker. Außerdem dürfe man durchaus hinterfragen, was die eigene Anwendung wirklich brauche: Die allermeisten Anwender seien zufrieden mit dem aktuellen Featureset, nur ein kleiner Teil wünsche sich weitere Funktionen. Hier dürfe man Feature-Requests also durchaus kritisch begegnen.

Programmieren lernen mit Vue.js

Bei den Vue Vixens, die unter den Speakerinnen und im Publikum vertreten waren, geht es ebenfalls nicht um die neusten Cutting-Edge Features, jedenfalls nicht nur. Natalia Tepluhina sprach über Vue und RxJS; als Mentorin der Vue Vixens ist sie aber auch jenseits davon bestens vertraut damit, Wissen zu vermitteln. Die Vue Vixens bieten Frauen kostenlose Vue.js Workshops und Support bei ihrer Arbeit als Entwicklerinnen an. Ob nur Vue erlernt werden soll oder gleich die Programmierung an sich ist dabei egal: Die von Jen Looper gegründete Gruppe steht allen Frauen offen und bringt auch Programmier-Neulingen den Umgang mit Vue.js bei. Jen Looper war zwar nicht auf dem Berliner Event des VueJS Roadtrips dabei, als Speakerin konnte man sie aber beispielsweise auf der letzten iJS London erleben.

Vue.js ist kein Framework, mit dem auf magische Weise alles gut wird. Zwar soll der Einstieg in Vue leichter sein als beispielsweise bei Angular, wie ebenfalls auf dem Event zu vernehmen war, und die Anwendung von Best Practices ist umstritten – Lünborg lehnt diese eher ab und rät zum Bauchgefühl, Dulisz schien eher zur Anwendung von Best Practices zu tendieren.

Ein spannendes Thema ist Vue aber in jedem Fall. War vor einigen Jahren noch kaum davon die Rede, Vue jenseits des Frontends anzuwenden, zeigten die Speaker des Roadtrips nun, wie vielfältig die Vue-Welt inzwischen ist.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu:
X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -