Update für Apples mobiles Betriebssystem und die Sicherheitsfrage

Apples neue Lückenfüller und iOS 9.3
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Auch auf der neuesten Keynote von Apple blieben die großen Überraschungen aus: zwei Geräteklassen wurden erneuert und iOS 9.3 wurde vorgestellt. Das Thema Sicherheitslücken und Verschlüsslung bleiben für Apple momentan federführend, weshalb Innovationen offenbar ausbleiben. Da können auch die neuen Gadgets nur schwerlich offene Lücken füllen.

Apple-Fans dürfen sich nach der Keynote am Montag wieder auf neue Hardware freuen. Ein handlicheres iPhone SE sowie ein leistungsstärkeres iPad Pro sind zwar für Gadget-Liebhaber keine Innovationen, dafür aber solide Verbesserungen der bewährten Geräteklassen. Auf alle anderen mobilen Apple-Nutzer kommt zudem ein Update für das Betriebssystem hinzu. Mit iOS 9.3 werden nicht nur neue Funktionen eingeführt, sondern auch einige Sicherheitslücken geschlossen.

iOS 9.3: Diese Funktionen kommen neu hinzu

Zu den Software-Neuerungen zählt unter anderem der Night-Shift-Modus. Was bisher nur über externe Anbieter genutzt werden konnte, steht nun auch als praktisches Feature für abendliche Daddel- und Lesestunden von offizieller Seite aus zur Verfügung. Hierfür werden die Blauanteile beim Bildschirmsignal reduziert und die warmen Farben ergänzt, um den Übergang zum Schlaf für den User zu erleichtern.

Außerdem sollen sich Notizen nun auch mit Passwort oder per Fingerabdrucksensor sichern lassen. Eigens für das iPad wurde auch ein Mehrbenutzer-Modus angekündigt, der sich speziell an Schulen richtet. Falls man sich ein iPad teilen möchte, steht die Funktion aber auch für alle anderen bereit, um individuelle Einstellungen leichter vornehmen und Daten verwalten zu können. Außerdem wurden einige Apps um die Unterstützung von 3D-Touch erweitert sowie CarPlay mit einem Update versehen. Die wohl wichtigste Anpassung ist aber das Sicherheits-Update.

Hier hatte Apple am meisten Nachholbedarf, nachdem vor kurzem eine Sicherheitslücke bei iMessage aufgeflogen ist, wie die Washington Post berichtet. Die Forscher sollen demnach mehrere Monate gebraucht haben, um die Verschlüsselungslücke am Beispiel eines Fotos nachzuweisen. Das Fazit der Forscher: Jede noch so komplizierte Verschlüsslung könne umgangen werden  – also keine Neuigkeit, sondern nur ein weiterer Wink an Apple, dass man sich vorsehen sollte.

Wird Apple angreifbar?

Der Gerichtstermin um das Bernadino-iPhone ist bis auf Weiteres verschoben worden, weshalb das FBI sich nun ohne die Hilfe von Apple an die Entschlüsselung macht. Inmitten der Diskussion um eine geforderte Hintertür für das Betriebssystem käme eine anderweitige Sicherheitslücke äußerst ungünstig – vor allem, weil Apple sein Geschäftsmodell gerade voll und ganz auf Verschlüsselung trimmt. Dem schlagenden Verkaufsargument und auch den Forderungen seitens der Nutzer, die ihre iPhones nicht ausspioniert wissen möchten, könnten diese Lücken schnell zum Verhängnis werden.

Das eigentliche Problem an der Sache ist aber, dass das neue iOS-9.3-Update wiedermal nicht für alle Geräte-Generationen zur Verfügung stehen wird – auch wenn einige ältere Versionen gewiss noch ein Sicherheits-Update nachgeliefert bekommen. Auch so bleibt der Verkaufszyklus auf lange Sicht ein Selbstläufer.

Der Download für iOS 9.3 steht ab sofort zur Verfügung – wie gewohnt sind zu Beginn jedoch die Server mit den zahlreichen Anfragen am Limit, sodass man sich mit dem Download besser noch ein wenig gedulden sollte.

 

Aufmacherbild: BERLIN, GERMANY – APRIL 26, 2015: abstract blurred close up of backside of a space grey Apple iPhone with Apple logo on apr 26 in Berlin, Germany via Shutterstock, Urheberrecht: AR Pictures

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