Desktop-Entwickler-Team verspricht sich größere Reichweite am Desktop-Markt

Opera wird durch chinesisches Konsortium übernommen
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Dass der Browser-Hersteller Opera bereits seit letztem Jahr auf der Suche nach einem Käufer ist, ist kein Geheimnis. Nun scheint sich auch tatsächlich ein Interessent für das norwegische Software-Unternehmen gefunden zu haben – genauer gesagt: ein Konsortium aus mehreren chinesischen Unternehmen, die der Opera Software ASA knapp 1,2 Milliarden US-Dollar geboten haben sollen.

Eine offizielle Bestätigung der Übernahme gibt es zwar noch nicht, allerdings lässt die Empfehlung des Opera Boards an die Stakeholder des Unternehmens kaum Zweifel daran, dass der Verkauf von Opera an das chinesische Konsortium so gut wie sicher ist. Und auch ein Blogpost von Krystian Kolondra vom Opera-Desktop-Team lässt Rückschlüsse auf eine baldige Übernahme des Browser-Herstellers zu.

Übernahme verschafft Opera mehr Reichweite

Bereits seit letzter Woche gibt es Gerüchte, dass eine Übernahme von Opera kurz bevorstünde; als größter Indikator galt die Verschiebung des ursprünglich für Dienstag geplanten Earnings-Calls, erklärte Frederic Lardinois noch am Montag. Bei dem Angebot handelt es sich um einen 1,2-Milliarden-US-Dollar-Deal, den ein Konsortium bestehend aus dem Mobile-Games-Entwickler Kunlun und der Sicherheitsfirma Qihoo 360 Software sowie Yonglian Investment Co., Ltd. und Golden Brick Silk Road Fund Management dem Software-Hersteller Opera unterbreitet hat.

Gründe für einen möglichen Verkauf Operas an Unternehmen, die am chinesischen Markt ansässig sind, gibt es einige – selbst wenn man den reinen Geldaspekt außer Acht lässt. So versucht Opera sich seit Jahren am Browser-Markt zu etablieren, bleibt dabei insbesondere bei den Desktop-Browsern jedoch weit hinter der Konkurrenz von Google, Mozilla und Microsoft zurück.

Der Verkauf an das chinesische Konsortium könnte der Opera-Desktop-Version nun jedoch eine deutlich größere Reichweite verschaffen. Das sieht vor allem das Desktop-Entwicklerteam positiv und erklärt:

If the deal is realized, Opera for computers will be able to reach more users, faster. We will be able to accelerate our roadmaps, fix more bugs and contribute more code to the web.

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Vorteile auch für chinesische Konsortiumsmitglieder

Darüber hinaus bietet die Übernahme Operas auch für die chinesischen Interessenten einige Vorteile. Vor allem in der letzten Zeit hat man sich bei Opera auch auf andere Bereiche wie etwa das Online-Advertising-Business konzentriert; zudem hat der Browser-Hersteller erst vor kurzem den VPN-Dienst SurfEasy übernommen und wird dadurch vor allem für Qihoo ein attraktives Ziel für das Cross-Selling der jeweiligen Produkte.

Und auch den beliebten Mobile-Browser Opera Mini darf man bei einer möglichen Übernahme nicht außer Acht lassen, immerhin stünde den Konsortiumsmitgliedern hier dank eines gut etablierten Mobile-Browsers der Weg in den stetig wachsenden Mobile-Markt weit offen. Dazu meint Duncan Riley:

Opera’s Mini mobile browser has found a solid footing in developing markets, […] and complete with a complimentary mobile advertising platform will deliver the Chinese consortium a ripe company well placed to cater for the never ending march of mobile platform growth.

Operas Engagement im Open Web

Vor allem für die Desktop-Version von Opera bietet eine Übernahme eine Reihe Vorteile. Allerdings bedeutet das nicht, dass die Arbeit an der Weiterentwicklung von Opera Desktop eingestellt wird, im Gegenteil. Im Opera-Blog verspricht Krystian Kolondra, dass auch weiterhin daran gearbeitet wird, den Opera-Browser mit neuen Features zu versorgen und dessen Stabilität und Sicherheit zu verbessern.

Genauso macht man sich bei Opera Gedanken für die Zukunft des Webs und will auch da nach wie vor an der Weiterentwicklung des Open Webs beteiligt sein. Dazu erklärt Kolondra:

To sum up: we remain committed to the open web, to Opera’s legacy as innovator, and to our users all over the world.

Aufmacherbild: Chess Set – business concept for merger, companies, takeover or amalgamation. von Shutterstock / Urheberrecht: Ed Samuel

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