Teil 2: Formularauswertung und objektorientierte Programmierung

PHP Tutorial: Einführung in die objektorientierte Programmierung
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PHP ist auf die Belange von Webapplikationen wie etwa auf die Zusammenarbeit mit Formularen und Datenbanken spezialisiert. In den Anfängen der Sprache wurde ausschließlich strukturiert programmiert. Seit Version 4 haben objektorientierte Merkmale Einzug gehalten, mit PHP 5 sind fast alle modernen Konzepte der objektorientierten Entwicklung möglich.

PHP Tutorial – Teil 2

In diesem Artikel setzen wir das Tutorial zur kompakten Einführung in PHP fort. Im ersten Teil des PHP Tutorials haben wir über die absoluten Basics der Sprache, die Systemvoraussetzungen und die Einrichtung eines lokalen Servers berichtet. Wir gehen jetzt davon aus, dass auf Ihrer Entwicklungsmaschine ein lokaler Webserver installiert und gestartet ist. Gleichwohl haben Sie sich für ein Tool zur Erfassung des Quellcodes – im Zweifelsfall für einen einfachen Texteditor – entschieden.

In diesem Teil werden wir uns mit zwei wesentlichen Themen der PHP-Programmierung auseinandersetzen. Ein typischer Anwendungsfall der Webprogrammierung ist das Auswerten und die Verarbeitung von Daten, die der Nutzer in einem Formular eingibt. Das Beherrschen dieser Grundlagen ist gewissermaßen Voraussetzung für die Programmierung aller weiteren Webanwendungen. Beispielsweise werden erfasste Formulardaten via PHP an die Datenbank weitergeleitet.

Auch bei der Datenabfrage werden Formulare benötigt. Mittels PHP werden nutzerspezifische Abfragen an eine Datenbank gesendet und die zurückgelieferten Daten dann als Webseite in den Feldern eines Formulars ausgegeben. PHP erzeugt den dafür notwendigen HTML-Code sozusagen während der Laufzeit des Webprogramms. Daher kommt auch die Bezeichnung dynamische Webseiten bzw. Applikationen.

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Unser zweites großes Thema beschäftigt sich mit der Art und Weise der Programmierung. PHP ist als strukturierte Programmiersprache bekannt geworden. Das strukturierte Programmieren setzt auf eine Zerlegung des Gesamtproblems in kleine Bestandteile. Für viele – in der Größe begrenzte Projekte – ist diese Vorgehensweise auch noch heute ausreichend. Da heutige Webapplikationen durchaus die Größe und Komplexität klassischer Desktopanwendungen erreichen, gelangt man mit diesem Vorgehen sehr schnell an die Grenzen des Machbaren.

Um der gewachsenen Komplexität zu begegnen, setzt man seit langer Zeit auf die objektorientierte Programmierung. Auch in PHP ist das möglich. Wir stellen die dazu notwendige Syntax vor, d. h. wir zeigen, wie Klassen erstellt und zugehörige Objekte erzeugt werden und wie auf die Methoden und Eigenschaften zugegriffen wird.

PHP Tutorial – Übersicht

Interaktion

Ein Tutorial bzw. eine Vorstellung von PHP, ohne auf die Möglichkeiten der Formularbearbeitung einzugehen, ist wie eine Suppe ohne Salz. PHP hat gerade in den Anfängen der Webprogrammierung seine Vorzüge dadurch ausgespielt, dass es damit relativ leicht möglich war, die im Browser erfassten Daten entgegenzunehmen und auszuwerten. Die Formulardarstellung selbst erfolgt mithilfe von <form> auf der Basis von HTML.

An dieser Stelle wird deutlich, dass eine PHP-Programmierung ohne HTML nicht möglich ist. Für die optische Feingestaltung des Formulars wird dann zusätzlich CSS als Auszeichnungssprache bemüht. Da man das <form>-Element in HTML üblicherweise erst dann ernsthaft benutzen kann, wenn man die erfassten Daten weiterverarbeitet, ist dessen Syntax vielleicht nicht allen vertraut. Eine kompakte Übersicht über die Formularerstellung in HTML enthält der gleichnamige Textkasten.

Formulare in HTML [1]

Formulare werden durch das Tag <form> eingeschlossen:

<form>
<! - - Formularelemente - - >
</form>

Das <form>Tag hat mehrere Attribute. Anbei ein paar Beispiele:

  • action: Gibt die Webseite an, an die die Formulardaten verschickt werden, beispielweise ein Programm auf dem Server, das die Formulareingaben per E-Mail weiterverschickt.
  • enctype: Mit einem Formular können auch Dateien mitgeschickt werden. Dazu muss der Kodierungstyp angegeben werden. Auch für den Versand via E-Mail ist dieser Wert wichtig!
  • method: Versandmethode entweder GET oder POST.

Werfen wir einen Blick auf die verschiedenen Formularelemente.

Textfelder

Textfelder sind die am häufigsten eingesetzten Formularfelder im Web. Sie können z. B. für Angaben von Vorname, Nachname, Adresse, Stückzahl bei Bestellungen und allgemein einzeiligen Texten verwendet werden. Ein Textfeld sieht folgendermaßen aus:

<input type = "text"
  name = "Name"
  value = "Wert"
  size = "Länge"
  maxlength = "Maximallänge"
/>

Zu den Parametern in Einzelnen:

  • type = „text“: Identifiziert das Formularelement als Textfeld. Das ist zwar Standard, kann aber auch weggelassen werden.
  • name: Ein eindeutiger Bezeichner für das Formularfeld. Ist für den Versand wichtig und deswegen eine Pflichteingabe.
  • value: Der Wert im Formularfeld, sprich der Text, mit dem das Feld vorausgefüllt ist; optionale Angabe.
  • size: Länge des Felds in Zeichen. Gibt nur die Länge an, die angezeigt wird, ansonsten können fast unbegrenzt viele Zeichen in das Textfeld eingegeben werden; optionale Angabe.
  • maxlength: Maximal zulässige Anzahl der Zeichen, die in das Textfeld eingegeben werden können, optionale Angabe.

Folgendes Formular demonstriert die Wirkung dieser Angaben. Beachten Sie, dass alle Formularfelder durch das value-Attribut vorausgefüllt sind, sodass Sie die Wirkung der Parameter direkt merken:

<form>
  Vorname: <input type = "text" size = "8" value = "CHRISTIAN" /> <br/>
  Nachname: <input type = "text" size = "8" value = "WENZ" /> <br/>
  Buchtitel: <input type = "text" size = "10" maxlength = "8" /> <br/>
</form>

Passwortfelder

Passwortfelder werden im Web für die Eingabe von Passwörtern verwendet, sei es beim Webmail-Log-in, beim Onlinebanking oder beim Zugriff auf geschützte Bereiche einer Webseite. Die Passwortfelder werden syntaktisch fast analog zu Texteingabefeldern aufgebaut:

<input type = "password"
  name = "Name"
  value = "Wert"
  size = "Länge"
  maxlength = "Maximallänge"
/>

Werfen wir einen Blick auf die Parameter:

  • type = „password“: Kennzeichnet das Formularelement als Passwortfeld; Pflichteingabe.
  • name: Eindeutiger Bezeichner für das Formularfeld; Pflichteingabe.
  • value: Der Wert im Formularfeld ist der Text, mit dem das Feld vorausgefüllt ist. In der Anzeige wird pro Zeichen ein Stern dargestellt, im value-Attribut muss trotzdem Klartext stehen; optionale Angabe.
  • size: Feldlänge in Zeichen. Bezieht sich nur auf die Anzeigenlänge, in das Feld selbst können mehr Zeichen geschrieben werden; optionale Angabe.
  • maxlength: Maximale Anzahl der Zeichen, die in das Passwortfeld eingegeben werden kann; optionale Angabe.

Checkboxen

Checkboxen, oder auch Kontrollfelder genannt, sind kleine Kästchen, die nur zwei Zustände kennen: an und aus. Je nach Betriebssystem und Browser ist eine aktivierte Checkbox durch ein Häkchen, ein Kreuz oder eine andere Grafik gekennzeichnet. Zur Syntax:

<input type = "checkbox"
  name = "Name"
  value = "Wert"
  checked = "checked"
/>

Hier eine Übersicht über die Parameter:

  • type=“checkbox“: Identifiziert das Formularelement als Checkbox; Pflichteingabe.
  • name: Eindeutiger Identifikator für die Checkbox; Pflichtangabe.
  • value: Wert der Checkbox, wird beim Formularversand übergeben, sofern die Checkbox angekreuzt ist. Ist kein Wert angegeben, wird als Standard „on“ verwendet; optionale Angabe.
  • checked: Ist dies angegeben, ist die Checkbox von vornherein angekreuzt, sonst nicht.

Radio-Buttons

Radio-Buttons kennen ebenfalls wie Checkboxen nur zwei Zustände, aktiv und inaktiv. Im Gegensatz zu Checkboxen treten Radio-Buttons immer in Rudeln auf, das heißt, mehrere von ihnen sind zu einer Gruppe zusammengefasst:

<input type = "radio"
  name = "Name"
  value = "Wert"
  checked = "checked"
/>

Zu den Parametern:

  • type=“radio“: Identifiziert das Formularelement als Radio-Button; Pflichteingabe.
  • name: Eindeutiger Bezeichner der Gruppe aus Radio-Buttons; Pflichtangabe.
  • value: Wert der Radio-Buttons, Unterscheidungskriterium innerhalb einer Gruppe aus Radio-Buttons; Pflichteingabe.
  • checked: Ist dies angegeben, ist der Radiobutton vorselektiert, ansonsten nicht; optionale Angabe.

Für unsere Experimente haben wir ein sehr einfaches Formular entworfen (Abb. 1 und Listing 1) und dabei auf alle gestalterischen Elemente verzichtet. Uns geht es ausschließlich um die Verarbeitung der Daten.

Abb. 1: Ein einfaches Formular, erstellt in HTML

Abb. 1: Ein einfaches Formular, erstellt in HTML

<!DOCTYPE html>
  <html lang="de">
    <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" />
    <head>
      <Title>Formulare mit PHP</Title>
    </head>
    <body>
      <p> Bitte tragen Sie Ihre Daten ein. <br/>
      </p>
      <form>
        <p><input name ="vorname"/> Vorname</p>
        <p><input name ="nachname"/> Nachname</p>
        <p><input name ="email"/> E-Mail</p>
        <p>
          <input type ="submit"/>
          <input type ="reset"/>
        </p>
      </form>
        <?PHP
          echo "Hier beginnt PHP";
        ?>
    </body>
  </html>

Mithilfe dieses Quelltexts wird das Formular lediglich angezeigt; außerdem funktioniert damit der Button ZURÜCKSETZEN. Die Formulardaten müssen versendet werden. Dazu gibt es die beiden Methoden GET und POST. Es stellt sich natürlich die Frage, was zu bevorzugen ist. Bei GET werden die Formulardaten als einfache Name-Wert-Paare an den URL angehängt. Bei POST werden die Daten auch in Name-Wert-Paare umgewandelt, aber im BODY der HTTP-Abfrage versendet. Sie sind damit nicht Bestandteil der Adresse und für jedermann sichtbar. Die Vorteile von GET sind:

  • Die Zielseiten können als Bookmark/Favorit abgelegt werden.
  • Da die Daten sichtbar sind, fällt Entwicklern das Debugging manchmal leichter.
  • Die Zielseiten können von der Suchmaschine aufgenommen werden, sofern nicht zu viele Parameter im URL stehen.

Für POST spricht dagegen:

  • Die Formulardaten sind nicht aus der Verlaufsliste (History) des Browsers ersichtlich. Das kann ein wichtiges Argument aus Gründen der Sicherheit sein.
  • Webserver und -browser haben eine Längenbeschränkung für URLs, was bei GET ein Problem wäre, bei POST nicht.
  • Mittels POST können auch Dateien verschickt werden.

In der Regel wird POST verwendet, wenn ein Formular aktiv verschickt wird. Um Daten an eine Seite zu übergeben, z. B. bei Newssystemen, ist es klug, auf GET zu setzen: Im URL wird beispielweise die Nummer des Newsbeitrags angegeben. Auch wir wollen POST verwenden und ergänzen die Zeile zur Definition des Formulars wie folgt:

<form action="form.php" method="post">

Die Sendemethode wird mithilfe des Attributes method gesetzt, in diesem Fall also auf post. Es stellt sich nun noch die Frage, wohin die Daten übermittelt werden. Das Ziel in Form eines Dateinamens wird hinter dem Attribut action angeben. Aus Gründen der Einfachheit senden wir die Daten an die gleiche Seite, hier mit dem Namen form.php.

Beim Klick auf den Button ANFRAGE SENDEN werden also die Daten der Formularfelder mittels POST an die angegebene Datei gesendet. Diese Datei wird dann auch aufgerufen; in diesem Fall wird die Seite neu geladen. Für den Benutzer wird das daran sichtbar, dass die Formularinhalte gelöscht erscheinen. Auf die gesendeten Daten kann dann innerhalb von PHP zugegriffen werden. Sie sind in der vordefinierten Variablen $_POST gespeichert. Um das richtige Datum abzugreifen, wird als Index der Feldname verwendet. Diesen haben wir bei jedem Formularelement im Vorfeld innerhalb der Inputbefehle definiert. Sie lauten in unserem Beispiel vorname, nachname und email. Um die Daten wieder auszugeben, benutzen wir den echo-Befehl und erweitern den PHP-Abschnitt wie folgt:

<?PHP
echo "Hier beginnt PHP </p>";
echo "Es folgen die Daten </p>";
echo $_POST["vorname"] ." ". $_POST["nachname"];
?>

Die Datenausgabe erfolgt dann direkt unterhalb des Formulars (Abb. 2). In der Praxis werden die Daten natürlich in der Regel an andere Dateien übermittelt und von dort beispielsweise in eine Datenbank übertragen. Das Prinzip bleibt jedoch unverändert.

Abb. 2: Ausgabe der Formulardaten mittels PHP

Abb. 2: Ausgabe der Formulardaten mittels PHP

Grundlagen der objektorientierten Programmierung

In PHP wurde nicht immer objektorientiert programmiert. Die Sprache hat bis zu Version 4 dieses Paradigma auch nicht unterstützt. Auch die objektorientierten Möglichkeiten von PHP 4 waren recht beschränkt, d. h. nicht alle Konzepte der Objektorientierung waren in dieser Version implementiert. Mit Version 5 wurde deutlich nachgebessert, zum Beispiel die Zugriffskontrolle auf Eigenschaften mittels der Schlüsselworte public, private usw. Wenn Sie gegebenenfalls schon einmal früher mit PHP zu tun hatten, dann hilft ihnen Tabelle 1 weiter, die die Unterschiede in den objektorientierten Fähigkeiten zwischen den Versionen 4 und 5 auflistet.

Tabelle 1: Unterschiede zwischen PHP 4 und 5 [3]

Tabelle 1: Unterschiede zwischen PHP 4 und 5 [3] [Anm. der Redaktion: Der Artikel stammt aus dem Entwickler Magazin 4.16 und berücksichtigt daher noch nicht PHP 7.x.]

In den kommenden Textabschnitten gehen wir auf die konkreten Möglichkeiten der Objektorientierung in PHP ein. Einsteiger in das Thema Programmierung freuen sich hoffentlich über den Textkasten: „Ein Streifzug durch die Objektorientierung“. Hier werden die Basiskonzepte der objektorientierten Programmierung in kompakter Form dargestellt.

Ein Streifzug durch die Objektorientierung

Die objektorientierte Programmierung basiert darauf, die Software – in Anlehnung an die Gegebenheiten der realen Welt – als Objekte aufzufassen. Solche Objekte verfügen über Eigenschaften, die sie näher charakterisieren. Ebenso können Objekte bestimmte Tätigkeiten ausführen. Objekte können miteinander kommunizieren und in einer bestimmten Beziehung zueinanderstehen. Beispielsweise können ähnliche Objekte einen gleichen Bauplan aufweisen.

Dazu folgendes Beispiel: Ein Automobil ist ein komplexes Objekt, das sich beispielsweise durch folgende Eigenschaften beschreiben lässt: Hersteller, Typ, Farbe und Zulassungsjahr. Diese Eigenschaften repräsentieren also die Daten des Objekts. Ebenso verfügt ein Auto über bestimmte Fähigkeiten, d. h. es kann bestimmte Funktionen ausführen. Diese Fähigkeiten werden als Methoden bezeichnet. Für das Auto sind u. a. die Methoden Beschleunigen und Bremsen wichtig.

Unter Objekten versteht man nunmehr die Zusammenfassung von Daten und Funktionen. Dabei gehört ein konkretes Objekt zu einer Klasse. Eine Klasse wiederum ist der Bauplan für die Objekte. Die Klasse Auto kann durch spezifische Objekte konkretisiert werden. Beispielsweise ist das Fahrzeug mit dem Kennzeichen EF-LN-88 ist ein konkretes Objekt. Dabei weist es die folgenden Werte bezüglich der o. g. Eigenschaften auf: Hersteller = „Toyota“, Typ = „Avensis“, Farbe = „grau“ und Zulassungsjahr = „2008“. Auch der Toyota verfügt über die Methoden Beschleunigen und Bremsen. Es können von einer Klasse beliebig viele Objekte, so genannte Instanzen, erstellt werden, die sich jeweils in der Ausprägung der einzelnen Eigenschaftswerte unterscheiden.

Ein besonderes Leistungsmerkmal der objektorientierten Programmierung ist die Möglichkeit der Vererbung. Eine Klasse kann von einer anderen Klasse abgeleitet werden und erbt dann automatisch alle Eigenschaften und Fähigkeiten der Mutterklasse. Neue Elemente können hinzugefügt bzw. vorhandene modifiziert (überschrieben) werden. Neben den Eigenschaften und Methoden können Klassen noch über Ereignisse verfügen. Diese werden in bestimmten Situationen ausgelöst.

Beispielsweise könnte ein Objekt der Klasse Auto ein akustisches Signal auslösen, wenn der Benzintank fast leer ist, und dieses Ereignis an ein Objekt, zum Beispiel die Klasse Fahrer, senden. In unserem Beispiel registriert dieses der Fahrer (ein Objekt der Klasse Person). Die Basiskonzepte der Objektorientierung sind Kapselung, Geheimnisprinzip, Sichtbarkeit, Vererbung und Polymorphie (Tabelle 2).

Tabelle 2: Basiskonzepte der objektorientierten Programmierung

Tabelle 2: Basiskonzepte der objektorientierten Programmierung

Kommen wir nun zur konkreten Umsetzung der Objektorientierung in PHP. Dazu werden die zugehörigen wichtigsten Sprachelemente erläutert.

Objektorientierung in PHP

Eine Klasse erzeugt man in PHP mithilfe des Schlüsselworts class. Wir erstellen eine Klasse Auto mit der einzigen Eigenschaft Marke und der Methode starten. Der Quellcode sieht dann wie folgt aus:

class Auto{
  public $Marke="Toyota";
  public function starten(){
    echo "Das Auto wird gestartet";
  }
}

Die Eigenschaft ist hier öffentlich (public) und erlaubt damit den lesenden und schreibenden Zugriff von außen. Ein Objekt einer Klasse wird auch in PHP mittels des Operators new erzeugt, also $MeinToyota = new Auto(); Mit diesem Quellcode wird das Objekt MeinToyota der Klasse Auto erzeugt. Eigenschaften können gelesen oder geändert werden. Der Zugriff erfolgt mittels des Operators -> (Minus- und Größer-als-Zeichen). Dies stellt gegenüber vielen objektorientierten Programmiersprachen eine Abweichung dar, die den Punkt (.) als Zugriffsoperator verwenden. Hier ist also etwas Umstellung gefragt.

In Fortsetzung des Beispiels können wir also mit $MeinToyotav -> Marke = „Mein Avensis“ die Eigenschaft Marke abändern. Der lesende Zugriff funktioniert genauso: echo $MeinToyota -> Marke gibt den Wert der Eigenschaft Marke des Objekts $MeinToyota aus. Dieser Zugriff auf öffentlich definierte Eigenschaften widerspricht nach strengen Beurteilungsmaßstäben dem Prinzip einer sauberen objektorientierten Programmentwicklung. Besser ist es dagegen, die Eigenschaften nur als private zu definieren und dann den lesenden und/oder schreibenden Zugriff mittels eigener Methoden – üblicherweise als Getter und Setter bezeichnet – zu bewerkstelligen.

Die Funktionalität eines Programms wird bei der objektorientierten Programmierung in Methoden gepackt. Eine einfache Methode starten() hatten wir schon oben definiert. Es ist möglich, einer Methode einen oder mehrere Parameter zu übergeben. Die Methode tanken() könnte beispielsweise den Parameter Menge besitzen. Das sieht dann wie folgt aus:

class Auto{
  public $Marke="Toyota";
  public function starten(){
    echo "Das Auto wird gestartet";
  }
    public function tanken($menge = 10){
    ...
  }
}

Als Besonderheit enthält der Parameter $menge einen Standardwert. Wird er beim Aufruf der Methode weggelassen, so wird eine Menge von 10 (Litern) angenommen. Alternativ kann die Menge angegeben werden. Dabei erfolgt die Übergabe von Parametern standardmäßig als Wert, also als Kopie. Eine Ausnahme besteht bei der Übergabe von Objekten; diese werden als Referenz übergeben. Um andere Werte als Referenz zu übergeben, ist das &-Zeichen dem Parameter voranzustellen. Für die Methode tanken() ergibt sich dann:

public function tanken(&$menge = 10){
  ...
}

Erfolgt eine Modifikation des Parameters innerhalb der Methode, hat das keinen Einfluss auf den ursprünglichen Wert. Bei einer Übergabe als Referenz wird stets das Originalobjekt verändert. Auch in PHP können Methoden einen Rückgabewert liefern. Im Gegensatz zu vielen anderen Sprachen ist dieser nicht explizit im Kopf der Methode zu definieren, sondern die Rückgabe erfolgt einfach über das Schlüsselwort return:

public function tanken(&$menge = 10){
  ...
  return $fuellMenge;
}

Möchte man mehrere Werte gleichzeitig zurückgeben, geht das über die Definition eines Arrays.

Innerhalb eines Objekts kann über das Schlüsselwort $this auf die eigenen Eigenschaften und Methoden zugegriffen werden. Das Konzept der Methodenüberladung wird von PHP nicht direkt unterstützt. Behelfen kann man sich damit, dass man Parameter mit einem Standardwert belegt und diesen dann gegebenenfalls beim Aufruf weglassen kann. Da auch der Datentyp bei einem Parameter nicht angeben wird, kann man ihn innerhalb der Methode ermitteln und dann unterschiedlich reagieren. Auf diese Weise kann man Methoden bauen, die unterschiedliche Aufrufkonventionen akzeptieren, allerdings sind diese Hilfskonstruktionen nicht wirklich elegant, sodass man sie sparsam verwenden sollte.

Die Vererbung von Klassen ist in PHP möglich. Dazu setzt man das Schlüsselwort extends ein. PHP unterstützt nur die einfache Vererbung, d. h. das Ableiten von mehreren Oberklassen ist nicht möglich. Ein Beispiel für eine Vererbung:

class Kleinwagen extents Auto {
  ...
}

Auch ein Überschreiben von Eigenschaften und Methoden einer übergeordneten Klasse ist möglich. Dazu werden die Eigenschaft bzw. die Methode mit dem identischen Namen in der abgeleiteten Klasse nochmals definiert:

class Kleinwagen extents Auto {
  public function starten(){
    ...
  }
}

Im Beispiel wird die Methode starten() der Klasse Auto innerhalb der Klasse Kleinwagen überschrieben. Will man auf eine Methode der Mutterklasse zugreifen, geschieht das über das Schlüsselwort parent, gefolgt von einem Doppelpunkt (:) und dem Namen der Methode, beispielsweise mittels parent:starten().

Mit diesen Ausführungen haben wir die wesentlichen Elemente der objektorientierten Programmentwicklung in PHP beschrieben, dennoch sind damit nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Beispielsweise kann man einen eigenen Konstruktor (__construct) oder einen Destruktor (__destruct) definieren. Auch abstrakte Klassen (abstract) sind möglich. Diese kann man beispielsweise umfassend in [3] nachlesen.

Fazit, Hausaufgabe und Ausblick

Wir sind am Ende des zweiten Teils unseres Programmierkurses angelangt. Mit der Fähigkeit, Formulardaten zu verarbeiten, sind Sie bereits in der Lage, erste sinnvolle Programme in PHP zu erstellen. Für die Datenverarbeitung ist noch keine Anbindung an eine Datenbank notwendig. Ein einfaches Lernbeispiel ist die Entwicklung eines Taschenrechners. Zunächst könnten Sie zwei Eingabefelder für die Ausgangswerte platzieren und über ein Auswahlfeld die Rechenoperation auswählen lassen. Das Ergebnis wird mittels echo ausgegeben. Ein derart simpler Taschenrechner ist damit bestens dafür geeignet, die vorgestellten Inhalte zur Formularauswertung und Datenverarbeitung zu üben.

Einen simplen Lösungsansatz finden Sie im aktuellen Blogeintrag, in dem Sie auch die Möglichkeit haben, Thema und Artikel zu diskutieren. Im kommenden und letzten Teil unseres Programmierkurses beschäftigen wir uns mit Datenbanken, speziell mit der Datenbank MySQL. Gewissermaßen sind PHP und MySQL ein untrennbares Paar, und unzählige Content-Management-Systeme basieren auf diesen beiden Technologien im Verbund.

Links & Literatur:

  • [1] Hauser, T. / Wenz, C.: „HTML“, Markt + Technik Verlag
  • [2] Theis, T.: „Einstieg in PHP 5.6 und MySQL 5.6“, Rheinwerk Verlag, 2014
  • [3] Wenz, C. / Hauser, T.: „PHP 5.6 und MySQL. Das umfassende Handbuch“, Rheinwerk Verlag, 2015
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