Interview mit Benni Mack

TYPO3 und Platform.sh – a Match made in the Cloud
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Im Oktober 2016 wurde die Partnerschaft zwischen TYPO3 und dem Cloud-Hosting-Dienst Platform.sh offiziell verkündet. Wir sprachen mit Benni Mack über die Erfahrungen und Vorteile der Zusammenarbeit für TYPO3-Nutzer.

„TYPO3 in the Cloud“ – so lautet das Motto für die neue TYPO3-Version TYPO3 v8. Mit der Partnerschaft zwischen TYPO3 und dem Cloud-Hosting-Dienst Platform.sh soll es Nutzern deutlich vereinfacht werden, TYPO3 in der Cloud aufzusetzen.

Mittlerweile ist die Implementierung des Platform.sh-Supports knapp ein halbes Jahr her – Grund genug also, einen Blick auf die Lehren und Erkenntnisse der Zusammenarbeit der letzten Monate zu werfen. Und das ist längst nicht alles: Mit TYPO3 v8 LTS steht auch die neue Long-Term-Support-Version des beliebten Content-Management-Systems bereit. Wir sprachen mit Benni Mack (Geschäftsführer bei b:dreizehn GmbH) über TYPO3, Platform.sh und die neue CMS-Version.

TYPO3 und Platform.sh – die Vorteile

Herr Mack, seit letztem Jahr arbeitet TYPO3 mit Platform.sh als Cloud-Hosting-Dienst zusammen. Warum haben Sie sich gerade für diesen Anbieter entschieden?

Benni Mack: Das große Thema für unsere neue TYPO3 v8 lautet “TYPO3 in the Cloud”. Wir unterstützen diverse Cloud-Hosting-Dienste mit der neuen TYPO3-Version, unter anderem Microsoft Azure und Amazon Web Services.

Platform.sh ist jedoch ein Continuous-Cloud-Hosting-Dienst, der zusätzlich zum Hosting auch weitere Themen wie Deployment und das automatische Klonen auf weitere Testumgebungen abdeckt. Das ist ein Ansatz, den wir momentan bei keinem anderen Anbieter in dieser Form sehen.

Welche (weiteren) Vorteile bietet Platform.sh den TYPO3-Nutzern?

Ein einfaches Testen mit Echt-Daten erspart etliche Arbeitsschritte.

Benni Mack: Platform.sh ist sehr stark mit der Code-Versionierung eines Website-Projekts verzahnt. Das heißt: Jegliche Änderung in einem Git Branch stellt automatisch den Code auf einem Server zur Verfügung. Zusätzlich werden alle Benutzerdaten – also alle Dateien und die Datenbank-Daten – automatisch synchronisiert, wenn ein neuer Git Branch bei der Entwicklung angelegt wird. Die neue Serverumgebung steht dann unter einer separaten Domain zur Verfügung. Ein einfaches Testen mit Echt-Daten oder eine Abnahme durch Projektmanager oder Kunden erspart etliche unnötige Arbeitsschritte.

Gleichzeitig spart dies Zeit für Entwickler, die keine lokale Entwicklung mehr benötigen, wobei das natürlich weiterhin möglich ist und unterstützt wird. Auch das Thema DevOps wird auf ein Minimum reduziert – Platform.sh spricht hier sogar von NoOps.

Mein persönliches Highlight von Platform.sh im Gegensatz zu üblichen Hosting-Anbietern ist das Read-Only-Dateisystem für jeglichen PHP-Code, was das Gesamtsystem extrem sicher macht.

Welchen Herausforderungen mussten Sie sich bei der Implementierung stellen?

Benni Mack: TYPO3 unterstützt die Installation via Composer, also das automatische Laden aller benötigten Bibliotheken. Falls ein TYPO3-Projekt bereits mit Composer installiert wurde, spielt Platform.sh automatisch mit und die größte Hürde ist überwunden.

Wurde ein TYPO3-Projekt mit Composer installiert, spielt Platform.sh automatisch mit.

Platform.sh besteht aus einer einzigen Konfigurationsdatei, die definiert, welche PHP-Module oder Datenbanken benötigt werden. Außerdem werden weitere projektspezifische Befehle zur Build-Time definiert. Das alles ist auch in Git gepflegt und versioniert. Dies mag zunächst neu sein, wird aber dank guter Dokumentation schnell verständlich.

Durch diese Konfigurationsdatei ist es auch einfach möglich, die PHP-Version von 7.0 auf 7.1 zu erhöhen und auf einem automatisch erstellten Testsystem zu prüfen. Weiterhin können pro System (bei Platform.sh heißt dies „Environment”) auch weitere spezifische Parameter definiert werden, um TYPO3 weitere Optionen mitzugeben, die Live- und Testsystem unterscheiden sollen.

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Tech Preview des Platform.sh-Supports – Erkenntnisse und Lehren

Der Platform.sh-Support stand zunächst als Tech-Preview zur Verfügung. Welche Lehren konnten Sie daraus ziehen? Welche Erkenntnisse sind daraus in das Projekt eingeflossen?

Benni Mack: Die Tech-Preview ist ein Beispiel-TYPO3-Projekt, das wir für Neulinge von TYPO3, aber auch Platform.sh entwickelt haben, um schnell auf den Cloud-Zug aufzuspringen. Durch die enge Zusammenarbeit mit Platform.sh haben wir verschiedene Ansätze gebraucht, damit TYPO3 Dateien standardmäßig auch an die richtigen Stellen ablegt. Schließlich wird Content gepflegt – das ist nicht nur Text, sondern auch Bilder, PDFs, etc..

Das Beispiel-Repository ist frei verfügbar unter https://github.com/platformsh/platformsh-example-typo3.

Die Tech Preview sollte bis zur Veröffentlichung der nächsten LTS-Version von TYPO3 zum Testen bereitstehen. Wie hat sich die Zusammenarbeit und Adoption von TYPO3 und Platform.sh seither entwickelt?

Benni Mack: Eine Stärke von Platform.sh ist, dass weitere Dienste wie SolR für die Suchfunktionalität von TYPO3 oder Redis für effizientes Caching bereits kostenlos bei jedem Platform.sh-Projekt mitgeliefert werden. Hierbei haben wir gemeinsam geprüft, wie TYPO3 am Besten mit diesen Diensten automatisch konfiguriert werden kann, um die beste Performance für Website-Projekte zu erzielen. Meines Erachtens ist das mit TYPO3 v8 auch sehr gut gelungen.

Mit der Tech Preview möchten wir eine One-Click-Installation von TYPO3 zur Verfügung stellen, um unser CMS in fünf Minuten in der Cloud aufgesetzt zu haben.

TYPO3 v8 LTS – das erwartet die Nutzer

TYPO3 8.x LTS soll im April erscheinen. Auf welche Neuerungen können sich die User dabei freuen?
Benni Mack: Neben den versprochenen Cloud-Funktionen haben wir einen großen Schwung an Verbesserungen für Redakteure dabei – unter anderem ein schnelleres TYPO3-System und einen leicht zu konfigurierenden Text-Editor auf Basis von CKEditor sowie einen flexiblen Baukasten um Formulare zu erstellen. Für Integratoren sind alle Templates jetzt einheitlich gestaltet und einfach erweiterbar.

Der Fokus lag definitiv auf Skalierbarkeit bei größeren Projekten, z.B. auf mehreren Servern, auf denen es nun möglich ist, TYPO3 auf verschiedene Datenbanken zu teilen oder auch alle Benutzer-Sessions auf verteilte Systeme wie Redis auszulagern. Die Unterstützung für komplexe, mehrsprachige Webseiten wurde stark verbessert und vereinheitlicht.
Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick in die Zukunft. Welche Pläne gibt es aktuell für die nächsten TYPO3-Versionen und die weitere Zusammenarbeit mit Platform.sh?

Benni Mack: Seit kurzer Zeit öffnet sich die TYPO3-Community stärker gegenüber anderen Open-Source-Projekten wie Symfony, Composer und auch der PHP-Community insgesamt. Auch Technologie-Riesen wie Microsoft sind an Bord. Im gesamten Hosting-Sektor wird sich einiges ändern, und Platform.sh ist mit der innovativen technischen Lösung ein Vorreiter. Ein enger Kontakt auf diversen PHP-bezogenen Veranstaltungen bringt sowohl Platform.sh als auch TYPO3 weiter.

TYPO3 besitzt einige USPs, die kein anderes Content-Management-System liefert. Wir möchten in Zukunft diese Stärken noch mehr hervorheben und unser CMS stärker mit anderen Systemen und Projekten verknüpfen – nicht nur auf technischer Ebene.

Unser Interviewpartner: Benni Mack

Benni MackBenni Mack ist Geschäftsführer der Online-Agentur b:dreizehn GmbH in Stuttgart, einem Team aus Spezialisten für TYPO3. Weiterhin ist er seit 2006 aktiv an der TYPO3-Weiterentwicklung beteiligt und koordiniert seit 2015 federführend die technische Entwicklung des TYPO3-Projekts.

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