RAD Studio 10.1 Berlin: Im Gespräch mit Matthias Eißing von Embarcadero Germany

Neues vom RAD Studio 10.1 Berlin
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Mit Delphi 2007 wurde das erste Mal ein RAD Studio veröffentlicht – eine Kombination aus Delphi, Delphi für .NET und dem C++ Builder. Nun schreiben wir das Jahr 2016, das neueste Release ist das RAD Studio 10.1 Berlin.

Seit mehr als 21 Jahren nun ist Delphi ein fester Bestandteil der Entwicklergemeinde. Beinahe ebenso lange bietet die EKON wertvolles Praxiswissen rund um die Technologie.

Mit dabei ist auch Matthias Eißing, seines Zeichens Consultant bei Embarcadero Germany. Wir nutzen das zwanzigste Jubiläum der EKON, um mit ihm über das neueste Release des RAD Studio 10.1 „Berlin“ zu reden– was sind die spannendsten Neuerungen, wie stellt man sich bei Embarcadero im Bereich des Internet of Things auf und wohin führt die Reise in Zukunft?

RAD Studio 10.1 Berlin

Herr Eißing, die neueste Version des RAD Studio 10.1 impliziert durch die Versionierung – 10.1 „Berlin“ – nur kleinere Änderungen. Was sind die wichtigsten Neuerungen aus Ihrer Sicht?

Matthias Eißing: Auch wenn die neue Version „10.1 Berlin“ nach dem Release von „10 Seattle“ nur kleine Änderungen durch die „Punkt“-Versionierung implizieren mag, handelt es sich um ein neues, vollständiges Release. Wir haben an vielen Stellen die IDE, die Installationsroutine, die RTL sowie die VCL und das FireMonkey-Framework ausgebaut und verbessert.

Schon die Installation hat In früheren Versionen bei der Trial-Version – und auch den Vollversionen – unter Umständen sehr lange gedauert. Das hat den Zugang zum Produkt unnötig kompliziert gemacht. Durch eine neue Installationsroutine haben wir die User Experience deutlich verbessert, so dass man sein erstes Programm innerhalb von 10 Minuten schreiben kann.

Für VCL-Entwickler haben wir die Cloud-Dienste, die Unterstützung für Web-Server in Kombination mit REST auf Basis EMS und dem RAD Server sowie auch DataSnap ausgebaut.

FireDAC, als zentrale und bevorzugte Datenbankkomponentensammlung für viele Datenbanken, von DB2, MongoDB, den Advantage Database Server, InterBase und Firebird, sowie Informix, Oracle und weitere Datenbanken, wurde ebenfalls aktualisiert und verbessert.

Für den Bereich der mobilen Entwicklung haben wir Anpassungen für die aktuellen Android- und iOS-Versionen durchgeführt und einen neuen ListView Editor in den Formulardesigner integriert. Auch kann der Formulardesigner (für VCL und FireMonkey) wieder – wie bei Delphi 7 – im Floating-Design angezeigt werden; mit Parallel-Darstellung von Formular und Quelltext. Dabei handelt es sich um eine von vielen Benutzern gewünschte Funktion.

Auch das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) haben wir mit neuen und verbesserten Komponenten nach vorne gebracht. So kann man mittlerweile für eine Vielzahl von IoT-Geräten direkt über angepasste Komponenten auf die Daten dieser IoT-Geräte zugreifen; unterstützt durch eine Vielzahl von Beispielanwendungen, die wir alle über den GetIt-Package-Manager ausliefern.

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Das RAD Studio 10.1 öffnet sich also dem Internet der Dinge. Wie unterstützt es Entwickler bei der Anbindung verschiedener Devices?

Matthias Eißing: Wir verstehen uns im Bereich vom IoT als Technologie-Lieferant: Fragt man fünf Anbieter von IoT-Lösungen nach ihrer Definition von „IoT“, wird man mindestens fünf verschiedenen Antworten erhalten. Fast jeder Hersteller proklamiert einen Teilbereich des IoT für sich: Datenbankhersteller sehen ihren Bereich im Speichern von großen Datenmengen (Big Data), Cloud-Anbieter sehen sich im Umfeld von Verarbeitung und Webdiensten, Geräte-Hersteller sehen sich im Umfeld der Sammlung und Aufbereitung von Sensordaten.

Embarcadero sieht sich mit dem RAD Studio im Bereich des Technologielieferanten für die Softwareentwicklung: Anbindung und Verarbeitung von Daten durch die Connectivity von Bluetooth, Bluetooth LE, WiFi/Ethernet und die Verarbeitung durch EMS/RAD-Server-Dienste.

Dazu haben wir die GetIt-Package-Manager-Sammlung sehr stark ausgebaut und bieten eine Vielzahl von Beispielen und Komponenten, von der Hausautomatisierung bis hin zum Herzfrequenzmesser, mit den Möglichkeiten der Weiterverarbeitung durch den neuen RAD Server, der auf der bewährten EMS-Technologie basiert.

Auch im FireUI und in FireMonkey gibt es neue Funktionalitäten. Was ist hier besonders spannend?

Matthias Eißing: Besonders spannend ist das LivePreview von FireUI: Das ist eine Client/Server-Architektur für die visuelle Formularentwicklung, so dass man sofort auf den mobilen Endgeräten, wie Phone, Tablet, aber auch andere Desktops, sehen kann, wie sich ein Formular unter den verschiedenen Formfaktoren und Betriebssystemen zeigen wird. Dazu wird von der IDE das komplette Formular kontinuierlich gestreamt und auf den mobilen Endgeräten oder anderen Desktoprechnern in einer speziellen Anwendung wieder eins-zu-eins visualisiert. Das geht auch parallel für gleichzeitig angeschlossene iOS-, Android-Geräte und den Mac Desktop.

In Ihrer Session Neues im RAD Studio auf der EKON 20 stellen Sie die Neuerungen genauer vor und werfen gleichzeitig einen Blick auf die künftige Ausrichtung des RAD Studios. Was genau wird sich hier ändern?

Matthias Eißing: Wir haben für die Zukunft des RAD Studio unter anderem Linux-Kompatibilität in Aussicht gestellt. Das ist etwas, was wir häufig von Kunden hören: Betrieb von Serverdiensten nicht nur auf Windows, sondern auch auf den häufig anzutreffenden Linux-Plattformen. Mehr findet man schon heute in der aktuellen Roadmap.

Matthias Eißing

Matthias EißingMatthias Eißing ist Senior Sales Consultant der Embarcadero Germany GmbH. Mit über 20 Jahren Erfahrung im IT-Umfeld, als Sprecher auf zahlreichen nationalen und internationalen Konferenzen und Seminaren gilt Matthias Eißing als ausgewiesener Spezialist im Umfeld der Entwicklungs- und Datenbankwerkzeugen. Seine Schwerpunkte liegen in der Analyse, Beratung und Unterstützung von Kunden bei der Auswahl von Werkzeugen, sowie bei der projektbegleitenden Durchführung.

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