Interview mit Zsófia Bircher, Software Developer bei One Identity

„Die IT-Branche ist wie eine unendliche Geschichte des Lernens“

„Die IT-Branche ist wie eine unendliche Geschichte des Lernens“

Interview mit Zsófia Bircher, Software Developer bei One Identity

„Die IT-Branche ist wie eine unendliche Geschichte des Lernens“


Die Tech-Industrie wird von Männern dominiert – so weit, so schlecht. Doch langsam, aber sicher bekommt der sogenannte Boys Club Gesellschaft von begabten Frauen: Immer mehr Frauen fassen in der Branche Fuß. Aus diesem Grund wollen wir hier spannenden und inspirierenden Frauen die Möglichkeit geben, sich vorzustellen und zu erzählen, wie und weshalb sie den Weg in die Tech-Branche gewählt haben. Aber auch Themen wie Geschlechtervorurteile, Herausforderungen oder Förderungsmöglichkeiten kommen zur Sprache.

Windows Developer: Wann haben Sie angefangen, sich für Technologie zu interessieren? Was hat Ihr Interesse an der Tech-Branche geweckt?

Zsófia Bircher: Zu Beginn der Gymnasialzeit war ich ein Bücherwurm und ich hatte schon immer einen eigenen Laptop. Allerdings habe ich ihn meistens benutzt, um Sims 2 zu spielen. Im September 2012 kam die Wende. Meine Informatiklehrerin schickte mir eine Nachricht auf Facebook. Sie habe festgestellt, dass mich das Thema nicht nur interessiere, sondern ich auch gut darin sei. Sie schlug mir also vor, nach dem zweiten Jahr am Gymnasium einen vorgezogenen Abschluss in Informationstechnologie zu machen. Ich dachte mir: „Warum nicht, auch wenn ich nie in die IT-Branche gehen werde.“ Allerdings wollte ich die Zukunft schon immer aus der ersten Reihe sehen, und dieser Karriereschritt passte zu meinem Plan ... Lange Rede, kurzer Sinn: Ich schloss die Prüfung mit einem Notenwert von 94 Prozent ab und ein paar Jahre später, 2019, machte ich an der Universität von Pannonia meinen Abschluss als Computer Science Engineer (B. Sc.) und sattelte ein Master-of-Science-Studium als Computer Science Engineer mit der Spezialisierung Engineering and Healthcare Applications auf (mit Abschluss im Jahr 2021).

Meine Eltern und Lehrer haben mich die ganze Zeit über unterstützt. Für meine Bachelorarbeit habe ich einen humanoiden Roboter programmiert, der über Disney-Prinzessinnen spricht. Glücklicherweise war mein Professor offen für verrückte Ideen. Bei deren Verwirklichung habe ich jedenfalls eine Menge gelernt. Parallel zu meinem Bachelor-Studium habe ich dann doch begonnen, in der IT-Branche zu arbeiten, und wurde Teil einer großartigen Gemeinschaft, innerhalb derer ich immer wieder neue Herausforderungen meistern und mein Wissen erweitern konnte. Diese Entscheidung erwies sich auch in anderer Hinsicht als gute Idee. Ich lernte meinen Verlobten am ersten Tag der Studienanfängerwoche an der Universität kennen. Er ist ebenfalls Softwareingenieur. Wir können also auch zu Hause lange über neue Technologien diskutieren, ohne uns gegenseitig zu langweilen.

WD: Wie sind Sie zu Ihrem jetzigen Job gekommen? Welche beruflichen Wege haben Sie eingeschlagen?

Bircher: Ich habe mich 2017 bei meinem aktuellen Arbeitgeber um eine Trainee-Stelle als Softwareentwicklerin beworben, weil ich für mein Studium ein 8-wöchiges Praktikum absolvieren wollte. Was Prognosen anbelangt, scheine ich öfter mal danebenzulieg...