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Anforderungen an das Mobile Computing im Businessbereich
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Smartphones, Tablets und die zugehörigen Apps sind aus dem privaten Umfeld nicht mehr wegzudenken. Die Technik wird vielfältig in allen Lebensbereichen genutzt. Auch im Unternehmensbereich entsteht zunehmend ein Bedarf an mobiler Computertechnologie. Die Anforderungen des so genannten Mobile Enterprise Computings sind jedoch andere.

Nachdem die Nutzung des Mobile Computings fast alle Bereiche unseres privaten Lebensumfelds durchdrungen hat, geht es in der jüngsten Vergangenheit immer mehr um eine Nutzung für Unternehmenszwecke. Die Fragestellungen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen, werden unter dem Stichwort „Enterprise Mobile Computing“ erörtert und diskutiert. Dabei sind natürlich Analogien in Bezug auf die Technik und das Nutzungsverhalten zum privaten Einsatz vorhanden.

Es gibt jedoch auch deutliche Unterschiede. So stellt die Nutzung im Unternehmen  im Gegensatz zum privaten Umfeld keinen Selbstzweck, kein Hobby und auch keinen Zeitvertreib dar. Computertechnologie ist ein Produktionsfaktor, der sich nach streng ökonomischem Kalkül rechnen muss. Für das Mobile Computing im Businessbereich gilt das natürlich auch.

Es herrscht grundsätzliche Einigkeit, dass sich Enterprise Mobile Computing stark in die Unternehmenswelten integrieren bzw. zu einer umfangreichen Veränderung in vielen Bereichen führen wird. Bei der zeitlichen Betrachtung dieser Zukunftsszenarien geht man nicht von langfristigen, sondern von kurz- bis mittelfristigen Zeiträumen aus.

Anders formuliert: Der Einzug der mobilen Computertechnologie in die Unternehmenswelten hat bereits begonnen, ist aber noch am Anfang. Dabei wird bereits heute deutlich, dass die Anforderungen gegenüber der privaten Nutzung teilweise erheblich abweichen. In diesen Abweichungen liegen auch einige der Gründe, warum der endgültige Durchbruch dieser neuen Technologie je nach Branche noch etwas zögerlich verläuft.

Einsatzszenarien

Der Einsatz mobiler Computertechnologie im Unternehmensumfeld muss streng betriebswirtschaftlichen Kriterien genügen. Investitionen in diesen Bereich erfordern zunächst einen Aufwand in nicht unbeträchtlicher Höhe. Das Management wird diesem nur dann zustimmen, wenn mittel- bis langfristig entsprechende monetäre Rückflüsse zu erwarten sind. Diese Rückflüsse müssen unter Berücksichtigung finanzmathematischer Berechnungen die notwendigen anfänglichen Ausgaben übersteigen. Nur wenn das anzunehmen ist, ergibt die Einführung des Mobile Computings im Unternehmensumfeld Sinn.

Es stellt sich also die Frage, in welchen konkreten Bereichen das Mobile Computing künftig verwendet werden kann. Aus dieser Perspektive betrachtet gibt es zwei grundlegende Szenarien:

  1. Mobilisierung bestehender digitaler Geschäftsprozesse
  2. Neuerschließung von Geschäftsfeldern durch eine umfassende digitale Transformation

Beide Varianten werden nachfolgend genauer besprochen. Grundsätzlich handelt es sich aus Unternehmenssicht um Investitionen in technologische Prozesse, d. h. sie müssen einer betriebswirtschaftlichen Betrachtungsweise zugänglich sein. Auch auf diesen Punkt wird in einem späteren Abschnitt noch eingegangen.

Mobilisierung digitaler Geschäftsprozesse

In diesem Fall geht es darum, dass bereits bestehende digitale Geschäftsprozesse für das Mobile Computing fit gemacht werden. Der Kasten „Geschäftsprozess und Workflow“ definiert zunächst, was unter einem Geschäftsprozess zu verstehen ist. In diesem Fall ist die Mobilisierung der logische nächste Innovationschritt.

Ein Beispiel: Die Auftragsbearbeitung wurde bereits vor Jahren auf einen digitalen Workflow umgestellt. Die Bearbeitung erfolgte über Software an stationären Computerarbeitsplätzen. Im nächsten Schritt wird geprüft, welcher Teil dieses Workflows dem Mobile Computing sinnvoll zugänglich gemacht werden soll. Ein wesentliches Merkmal dieser Weiterentwicklung besteht darin, dass in diesem Fall kein neuer Geschäftsprozess entsteht. Die Bearbeitung mithilfe mobiler Computertechnologie ist lediglich eine andere Form.

Geschäftsprozess und Workflow

Unter einem Geschäftsprozess wird eine Folge von inhaltlich abgeschlossenen Aktivitäten verstanden, welche in einem logischen Zusammenhang stehen. Unter Zuhilfenahme von Ressourcen und eingehenden Informationen werden sie durch Menschen oder Maschinen ausgeführt. Dabei soll ein bestimmtes Ergebnis erzeugt werden. Ein Geschäftsprozess hat einen definierten Anfang und ein definiertes Ende und kann einen funktions-, hierarchie- und standortübergreifenden Ablauf haben.

In den letzten Jahren hat die Bedeutung des Geschäftsprozessmanagements im Unternehmen stark an Bedeutung zugenommen. Es beinhaltet Methoden, Konzepte und Technologien für die Analyse, das Design, die Implementierung und die Steuerung operativer Geschäftsprozesse. Die Prozesse werden analysiert, optimiert, automatisiert und transparent gemacht. Die zugrundeliegende Theorie ist ein Teilgebiet der Wirtschaftsinformatik. Der Lebenszyklus von Geschäftsprozessen kann anhand folgender Phasen erklärt werden:

  1. Modellierung: In dieser Phase werden Prozesse ausgewählt, definiert und optimal beschrieben.
  2. Implementierung: Die Geschäftsprozesse werden aufgenommen, dokumentiert und in eine Prozesslandschaft implementiert.
  3. Überwachung: Hier erfolgen die Überwachung und die Visualisierung der Prozesse.
  4. Analyse: Die Daten aus der Überwachungsphase werden ausgewertet. Die Bewertung orientiert sich an den Unternehmenszielen und -strategien.
  5. Optimierung: Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden Verbesserungsmaßnahmen und die Vorgaben für die Gestaltung der neuen Geschäftsprozesse abgeleitet. Die Folge ist die Anpassung der Prozesse und somit ein erneuter Eintritt in die Design- bzw. Modellierungsphase.

Workflows gehen einen Schritt weiter, d. h. sie basieren auf Geschäftsprozessen. Es handelt sich um formal beschriebene, ganz oder teilweise automatisierte Geschäftsprozesse.

Digitale Transformation

Es wird immer öfter von der „digitalen Transformation“ gesprochen. Was versteht man denn darunter? Leider fällt eine spontane Definition nicht leicht. In Wirtschaft und Gesellschaft wird darunter u. a. der Einsatz der so genannten SMACT-Technologien verstanden. SMACT ist ein Akronym für Social-, Mobile-, Analytics-, Cloud- und Internet-of-Things-Technologien. Einzelne Bestandteile oder die Kombination dieser Technologien sollen dafür eingesetzt werden, um Unternehmensprobleme zu lösen. Dabei ist durchaus ein vollständiger Wandel der Aufgabenlösung gemeint.

Im Gegensatz zu dem im vorherigen Abschnitt beschriebenen Vorgehen geht es hier nicht bloß um eine Mobilisierung bereits bestehender (digitaler) Geschäftsprozesse, sondern um einen vollständig anderen Ansatz. Das bedeutet, dass die Möglichkeiten der genannten SMACT-Technologien dazu genutzt werden, nach ganz anderen – bisher unbekannten Wegen – zu suchen. Beispiele aus der realen Welt sind in Tabelle 1 zusammengestellt. Dabei ist der so genannte Reifegrad der digitalen Transformation natürlich unterschiedlich.

Die digitale Transformation ist das höchste Level des digitalen Wissens und baut auf der digitalen Kompetenz und der digitalen Nutzung auf. Um die Performance von Unternehmen und Organisationen zu erhöhen, werden digitale Informations- und Kommunikationstechnologien eingesetzt. Das Modell der drei Levels des digitalen Wissens von Lankshear und Knobel hilft, die Zusammenhänge besser zu verstehen (Abb. 1).

Es muss zuerst die digitale Kompetenz aufgebaut werden, um mit den neuen Technologien umgehen zu können. Als Nächstes kann man zur intensiven Nutzung und Anwendung der digitalen Tools übergehen. Erst dann kann man von der digitalen Transformation sprechen. Hier wird die Digitalisierung kritisch reflektiert, und die menschlichen und sozialen Auswirkungen der Digitalisierung werden verstanden, es entstehen völlig neue Anwendungsfelder, im Falle der unternehmerischen Nutzung neue Geschäftsmodelle.

Abb. 1: Die drei Levels von digitalen Wissens

Abb. 1: Die drei Levels von digitalen Wissens

Betriebswirtschaft und Innovation

Die Einführung von Mobile Computing in Unternehmen stellt eine Investition dar, weshalb sie sich betriebswirtschaftlich rechnen muss. Je nach Reifegrad und nach Ausmaß des Wandels, der durch einen solchen Prozess eingeleitet wird, kann man hinsichtlich des Charakters der Innovation zwischen inkrementellen und disruptiven Innovationen unterscheiden. Inkrementelle Innovationen liegen auf dem etablierten Pfad der bisherigen Produkttechnologie, d. h., sie stellen eine schrittweise Weiterentwicklung dar. Sie verbessern diese, fügen neue Funktionalität hinzu oder beseitigen festgestellte Unzulänglichkeiten. Eine disruptive Innovation ist eine Technologie, die gegebenenfalls in der Zukunft das Potenzial hat, bestehende Ansätze komplett oder teilweise zu verdrängen. Sie setzt nicht auf die bereits bestehende Technologie auf, sondern bietet für das bestehende Problem einen vollständig neuen Lösungsansatz.

Die Einführung von Mobile Computing kann beide Wesensmerkmale annehmen. Handelt es sich um eine inkrementelle Weiterentwicklung, so ist deren wirtschaftlicher Erfolg gut mit den etablierten Methoden abzuschätzen. Sowohl die Kosten als auch die Erlöse können recht gut kalkuliert bzw. vorhergesagt werden. Die klassischen Verfahren zur Beurteilung von Investitionen, z. B. Kosten- oder Rentabilitätsvergleichs-rechnung, Kapitalwertmethode oder dynamische Amortisationsrechnung, können aufgrund einer halbwegs gesicherten Datenbasis angewendet werden.

Anders stellt sich der Sachverhalt dar, wenn das Mobile Computing die Geschäftsprozesse vollständig zu verändern droht. Vorhersagen zu den Kosten mögen in diesem Fall ggf. auch noch möglich sein, aussagekräftige Prognosen zu Einnahmen sind nahezu ausgeschlossen. Der Grund dafür ist, dass es sich um eine vollständig neue Herangehensweise handelt. Betrachten Sie dazu beispielsweise die „Revolution“ des Markts für Fahrtdienstleitungen. Der mögliche Erfolg von Uber und Co. war kaum vorherzusagen; ebenso schwierig war es zu prognostizieren, dass die Etablierung des Geschäftsmodells wegen rechtlicher Beschränkungen zumindest teilweise ausgesetzt wird. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass der durchaus hoch innovative Ansatz einen gangbaren Weg in den Markt finden wird, denn der Bedarf wurde nachgewiesen.

Planung

Mobile Computing führt man nicht über Nacht ein. Dabei ist eine systematische und schrittweise Vorgehensweise zu wählen Mögliche Schritte sind: Analyse, Strategie, Design, Organisation und Transformation (Abb. 2). Die Einführung von Mobile Computing ist erst in der Umsetzungsphase technisch, zuvor gilt es auf inhaltlicher Ebene zu klären, welche Ziele angestrebt werden.

Abb. 2: Schritte der digitalen Transformation

Abb. 2: Schritte der digitalen Transformation

  • Analyse: Die Erhebung des Istzustands steht im Mittelpunkt dieser Phase. Welche Bedürfnisse haben die Kunden im Hinblick auf Mobile Computing? „Verlangen“ sie bereits nach dieser Technologie? Gegebenenfalls gibt es auch neue Kundensegmente, die damit erreicht werden können. Ein Blick auf die Konkurrenz ist notwendig. Wird Mobile Computing dort bereits eingesetzt? Wenn ja, dann ist das Risiko eher gering; vielmehr muss man sehen, dass man nicht den Anschluss verpasst. Ist es bei der Konkurrenz noch nicht etabliert, kann es ggf. zu einem Wettbewerbsvorteil gereichen. Die Marktgröße bestimmt das mögliche Potenzial. Neue Technologien benötigen auch einen ausreichend großen Markt, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Die eigenen Unternehmensfähigkeiten bestimmen, wie schnell das Ziel erreicht werden kann. Ein gutes Hilfsmittel ist die SWOT-Analyse. Ein Beispiel für eine App zeigt Abbildung 3.
  • Strategie: Es ist der wichtigste Schritt. Wie differenzieren wir uns von den Wettbewerbern, und welche Zielgruppen wollen wir ansprechen? Es ist zu beachten, dass sich nicht jedes Business, das einer digitalen Bearbeitung zugänglich war, auch für die mobile Transformation eignet. Insbesondere komplexe Geschäftsprozesse, beispielsweise der Abschluss einer Versicherung, wobei ein umfangreicher Fragebogen auszufüllen ist, lassen sich nur schwer für die Belange am Smartphone umsetzen.
  • Design: Es geht um die Ausgestaltung des Mobile Computings. Das positive Kundenerlebnis ist das Ziel. Die Bedienung der App soll dem Kunden Freude bereiten und einen echten Mehrwert bieten, sodass die Nutzung des Mobile Computings angestrebt wird. Das gilt insbesondere dann, wenn sich das Mobile Computing direkt an Endkunden wendet.
  • Organisation: Mobile Computing verändert auch organisatorische Abläufe. Strukturen, Prozesse und Systeme wollen neu gedacht werden. Im Einzelfall kann es bis zu einem Kulturwandel gehen.
  • Transformation: Die digitale Transformation ist das Ergebnis des Prozesses. Nach außen bedarf es einer guten Kommunikation, im Sinne von Werbung, um den Wandel deutlich zu machen.
Abb. 3: Abb. 3: SWOT-Analyse für eine Rücken-App [1]

Abb. 3: Abb. 3: SWOT-Analyse für eine Rücken-App [1]

Problemlage

Bestimmte Themen und daraus resultierende mögliche Probleme können die Einführung des Mobile Computings erschweren und bedürfen daher einer besonderen Betrachtung. Existierende Lösungsansätze sind auf ihre Eignung zu prüfen und an die spezifischen Belange anzupassen. Beispielsweise ist das Thema Datenschutz umso brisanter, je schutzwürdiger die verarbeiteten Daten sind.

  • Datenschutz und-sicherheit: Beim Thema Sicherheit werden oft diese Begriffe vermischt. Grundsätzlich geht es um den Schutz von personenbezogenen Daten während der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung. Ausgangspunkt ist das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Gemäß dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland kann jeder Mensch frei darüber entscheiden, wie mit seinen persönlichen Daten umgegangen wird. Die wichtigsten Regelungen zum Datenschutz findet man in der aktuellen Fassung des Bundesdatenschutzgesetzes. Unter Datensicherheit versteht man dagegen den Schutz der Daten vor unmittelbaren Beeinträchtigungen, wie zum Beispiel vor versehentlichem oder absichtlichem Löschen. Es handelt sich somit um ein System aus Regeln und Maßnahmen, das die Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität von Daten soweit wie möglich sicherstellt. Beide Themen haben eine besonders hohe Bedeutung im Enterprise Mobile Computing. Der Grund liegt darin, dass mit der mobilen Bearbeitung von Geschäftsprozessen die Daten physisch den geschützten Bereich des Unternehmens verlassen. Zum einen können die Daten nunmehr auf den Mobilgeräten direkt verarbeitet werden, und/oder zum anderen werden sie auf Servern von Drittanbietern (Cloud-Computing) gespeichert. Beide Szenarien bringen eine Reihe von Problemen mit sich. Die Lösungen bestehen i. d. R. aus einem Mix von technischen und organisatorischen Maßnahmen. Die Verschlüsselung ist beispielsweise ein technisches Instrumentarium, um die Datenübertragung gegen unbeabsichtigtes Lesen zu schützen. Ebenso wichtig ist beispielsweise eine höchstpersönliche Verpflichtung der Benutzer zum sorgfältigen Umgang mit den Mobilgeräten. Heute sind noch nicht alle Probleme rund um den Datenschutz zufriedenstellend gelöst, sodass es dadurch zu einer Verhinderung bzw. verzögerten Einführung des Mobile Computings kommen kann.
  • Hardware: Im Unternehmen wird üblicherweise ein umfassender Prozess zur Auswahl der IT-Technik verwendet, der unterschiedliche Einflussfaktoren wie Leistungsfähigkeit und Kosten-/Nutzenrelationen berücksichtigt. Welche Geräte sollen für den mobilen IT-Betrieb genutzt werden? Setzt man konsequent firmeneigene Hardware ein oder bindet man die bereits vorhandenen Geräte der Mitarbeiter in das Firmennetz ein? Letzteres wird unter dem Stichwort Bring your own Device (BYOD) diskutiert. Beide Vorgehensweisen haben Vor- und Nachteile. In jeder Hinsicht erreicht man die leichtere Handhabung bei konsequenter Verwendung firmeneigener Geräte, denn die Kompatibilität der Hard- und Software kann auf diese Weise sichergestellt werden. Die Vorteile von BYOD dagegen sind eine erhöhte Arbeitsmotivation durch eine engere Verbindung privater und beruflicher Belange. Es benötigt jedoch klare Regeln bezüglich Datenschutzes, Datensicherheit und lizenzrechtlicher Aspekte. Technisch sind auch erweiterte Vorkehrungen zu treffen. Für die Entscheidung ist ein innerbetrieblicher Konsens zwischen der IT-Leitung, dem Management und der Mitarbeitervertretung herbeizuführen.
  • Mobile Device Management (MDM): Unter dem Begriff wird eine zentralisierte Verwaltung von Mobilgeräten, wie Smartphones, Tablets und Notebooks durch Software verstanden. Die Software ermöglicht die Verteilung von Anwendungen, Daten und das Vornehmen von Konfigurationseinstellungen. Unter der Verwaltung versteht man die Inventarisierung der Hardware und das Versionsmanagement der Software. Ein MDM stellt sicher, dass die mobilen Endgeräte entsprechend der unternehmensinternen Regeln reibungslos funktionieren. Bei der Wahl von MDM-Tools sind folgende Kriterien ausschlaggebend:
    • Kompatibilität mit allen gängigen Mobilsystemen und Anwendungen
    • die Möglichkeit, neue Geräte hinzuzufügen oder zu entfernen, um eine optimale Netzwerkleistung und Sicherheit zu gewähren
    • die schnelle Bereitstellung der Hard- und Software

Die Eigenschaften einiger MDM-Tools sind in Abbildung 4 zusammengefasst.

Abb. 4: Funktionen von MDM-Tools

Abb. 4: Funktionen von MDM-Tools

  • Anbindung: Apps benötigen für den Zugriff auf die Daten meist ein Backend. Dieses Backend stellt die Daten zur Verfügung; dazu verwaltet es sie selbst, oder es bildet eine Schnittstelle zur eigentlichen Datenbank. Kleinere Softwareapplikationen speichern die Daten direkt im Backend. Der App-Entwickler hat damit den Vorteil, dass er dieses nur konfigurieren und sich nicht weiter mit der Serverprogrammierung auseinandersetzen muss. Für Unternehmensanwendungen fungiert das Backend gewissermaßen als Zwischenschicht zwischen App und Datenbank. Das Backend wird über so genannte Konnektoren an die Datenbank angebunden, an der daher keine Anpassungen vorgenommen werden müssen. In der App wird meist nur der Zugriff auf eine kleine Teilmenge der Unternehmensdaten benötigt, das Backend speichert diese gewissermaßen zwischen. Ein solches Backend wird spezialisiert für App-Anwendungen als Cloud-Dienst von Drittanbietern bereitgestellt. Neben der Umsetzung des Datenzugriffs bietet es darüber hinaus meist eine Reihe von App-spezifischen Zusatzfunktionen, u. a. eine Benutzer- und/oder Rollenverwaltung ( Abb. 5)
Abb. 5: Datenanbindung für Enterprise Mobile Computing

Abb. 5: Datenanbindung für Enterprise Mobile Computing

Fazit und Ausblick

Nach dem Konsumbereich wird das Mobile Computing verstärkt Einzug in den Unternehmen halten. Die Anforderungen im Enterprise-Bereich sind jedoch umfassender und anders. Für die skizzierten Problembereiche existieren bereits Lösungsansätze, die an die eigenen Anforderungen anzupassen sind. Im zweiten Teil unserer Serie werden wir diese Lösungsideen detaillierter besprechen.


Weitere Informationen zu diesen und anderen Themen der IT finden Sie unter http://larinet.com .

 Literatur

[1] Mroz, Rafael: „App-Marketing für iPhone und Android“, mitp Verlag, 2016

Mobile Technology

Mobile TechnologyDieser Artikel ist im Mobile Technology erschienen. Mobile Technology ist der Wegbegleiter für alle, die sich professionell mit der Entwicklung für mobile Devices und den Möglichkeiten, die der Markt des Mobile Business und Marketing bereithält, beschäftigen.

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