Teil 1: Spracheigenschaften, Systemvoraussetzungen und Einstieg

PHP lernen: Eine kompakte Einführung in die Programmiersprache
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Programmiersprachen gibt es viele. Manche kommen, manche gehen, einige wenige bleiben. Eine davon ist PHP, das insbesondere im Umfeld von Webapplikationen bedeutend ist. Wer PHP von Grund auf lernen möchte, findet hier eine kompakte Einführung.

PHP lernen: Eine Einführung in die Programmiersprache

PHP wird stetig weiterentwickelt und bietet inzwischen moderne Sprachkonzepte. Für den häufigen Einsatz sprechen die universelle Verwendbarkeit, die gute Datenbankunterstützung und die Verfügbarkeit für viele Systeme.

In unserer grundlegenden Einführung zur Programmierung, die bereits hier auf entwickler.de erschienen ist, sind wir recht neutral vorgegangen, was die Wahl der Programmiersprache betraf. Natürlich haben wir das eine oder andere Beispiel gezeigt und haben dafür meist C# im Verbund mit dem .NET Framework genutzt. Für Desktopapplikationen ist es auch eine gute Wahl, da insbesondere viele Businessanwendungen auf diese Art und Weise erstellt werden.

In dieser Tutorial-Reihe möchten wir ein weiteres wichtiges Thema für den Programmiereinstieg beleuchten. Es geht dabei um die Entwicklung von Webapplikationen, die heute eine wichtige Möglichkeit bieten, um Unternehmensanwendungen bereitzustellen. Mehrbenutzer- und Netzwerkbetrieb lassen sich mithilfe einer solchen Anwendung sehr einfach realisieren. Das eigentliche Programm läuft auf dem Server, der Zugriff der Anwender erfolgt über das Netzwerk. Das Frontend wird mithilfe von HTML, CSS und anderen modernen Browsertechnologien auf Seiten der Anwender bereitgestellt. Der Benutzer benötigt für die Arbeit mit der Anwendung daher nur eine Verbindung zum Sever und einen aktuellen Internetbrowser. Die Installation von zusätzlicher Software ist meist entbehrlich.

PHP lernen – die Serie

  • Teil 1: Spracheigenschaften, Systemvoraussetzungen und Einstieg
  • Teil 2: Formularauswertung und objektorientierte Programmierung
  • Teil 3: PHP und Datenbanken: Arbeit mit der Datenbank MySQL
  • Teil 4: Datenbankpraxis und Dateihandling in PHP

Diese Ausführungen zum Thema sollen zunächst genügen, denn auf die Struktur und Architektur einer Webanwendung kommen wir später noch einmal ausführlicher zurück. Grundsätzlich steht für die Programmierung von Webapplikationen eine nahezu unüberschaubare Vielfalt an Technologien zur Verfügung. Es ist wenig zielführend, über die Vor- und Nachteile der einzelnen Ansätze und Konzepte zu philosophieren. In dieser Tutorial-Reihe stellen wir PHP vor. Wir richten uns dabei an zwei Adressaten:

  1. Neueinsteiger in die Programmierung: Sie können PHP sehr gut als erste Programmiersprache wählen, denn in PHP findet man alle gängigen Sprachkonzepte wieder. Wird später zu einer anderen Programmiersprache gewechselt, kann das Gelernte gewinnbringend mitgenommen werden.
  2. Sprach- und systemfremde Entwickler: Steht das Vorhaben, sich endlich mit der Standardsprache des Web vertraut zu machen, bei Ihnen schon lange ganz oben auf der To-Do-Liste? Sie haben dann den Vorteil, viel Verwandtes aus anderen Sprachen wiederzufinden und können direkt mit der Programmierung in PHP starten.

Was auch immer die Motivation ist, im folgenden Textabschnitt beschäftigen wir uns zunächst mit den grundsätzlichen Eigenschaften der Programmiersprache. Danach stellen wir die Systemvoraussetzungen her, bevor wir einen kompakten und systemischen Überblick über PHP geben. In den folgenden Tutorials steigen wir tiefer in die Materie ein. Dabei werden wir auch das ein oder andere Beispiel umsetzen.

International PHP Conference 2018

Getting Started with PHPUnit

by Sebastian Bergmann (thePHP.cc)

Squash bugs with static analysis

by Dave Liddament (Lamp Bristol)

API Summit 2018

From Bad to Good – OpenID Connect/OAuth

mit Daniel Wagner (VERBUND) und Anton Kalcik (business.software.engineering)

PHP – kurz und Knapp

PHP ist die Abkürzung für PHP Hypertext Preprocessor. Es ermöglicht Entwicklern die Erzeugung dynamischer Internetseiten, mit denen Webapplikationen erstellt werden. Anders als bei statischen Internetseiten kann sich der Inhalt aufgrund von Benutzeraktionen bzw. Datenaktualisierungen jederzeit ändern. So unterstützt PHP insbesondere die einfache Auswertung von Formularen, mit denen ein Benutzer Daten an eine Website senden kann. Es ermöglicht die Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Datenbanksystemen; besonders gut wird zum Beispiel MySQL unterstützt. Beide Komponenten arbeiten bestmöglich zusammen. Viele Content-Management-Systeme sind in PHP programmiert und speichern ihre Daten in einer MySQL-Datenbank. Im Vergleich zu anderen Programmiersprachen bietet PHP viele Vorteile [2]:

  • Plattformübergreifend: Es unterstützt eine Vielzahl von Plattformen, u.a. lässt es sich einfach in den häufig verwendeten Apache-Webserver integrieren.
  • Leichte Erlernbarkeit: Im Vergleich zu anderen Sprachen ist PHP relativ leicht erlernbar, denn diese Sprache wurde im Gegensatz zu anderen ausschließlich für die Webserver-Programmierung entwickelt und enthält damit nur die dafür notwendigen Bestandteile.
  • Preis: PHP ist kostenfrei. Es muss weder ein Compiler noch ein Entwicklungssystem gekauft werden. Die Programmierung kann mithilfe eines einfachen Editors erfolgen.

An dieser Stelle können wir bereits auf die grundsätzliche Funktionsweise eines PHP-Programms eingehen. Die Basis dafür ist eine spezielle Variante des Client-Server-Modells. Abbildung 1 zeigt das Prinzip. Der Nutzer (Client) muss keine weitere Software außer einen herkömmlichen Internetbrowser installiert haben.

Bereits an dieser Stelle wird die hohe Flexibilität des Ansatzes deutlich. Internetbrowser gibt es für alle Betriebssysteme und Varianten. Auch spielt es keine Rolle, ob es sich um einen herkömmlichen Desktop-PC, einen Laptop oder um ein Smartphone bzw. Tablet handelt. Auf Clientseite kommt man mit PHP nicht in Berührung, man muss lediglich HTML-Dateien (ggf. eventuell CSS und JavaScript) verarbeiten.

Die Anwendung selber läuft auf dem Server. Dazu wird PHP in den Webserver integriert und die eigentliche PHP-Anwendung auf diesem abgelegt und ggf. installiert. Der Nutzer sendet eine Anfrage über den Browser an den Server. Diese Anfrage wird durch das PHP-Programm verarbeitet. Dazu kann es erforderlich sein, dass das PHP-Programm Daten aus einer Datenbank abruft. Die Datenbank ist ebenfalls auf dem Webserver installiert bzw. von diesem aus erreichbar. Der PHP-Interpreter erzeugt auf Basis der Anfrage und seines spezifischen Ablaufs (Algorithmus) nunmehr die Antwort in Form einer HTML-Datei, die an den Client übermittelt wird. Der Browser selbst bekommt also stets eine HTML-Datei als Ergebnis geliefert und muss nur diese anzeigen, d. h. er muss keine besonderen Eigenschaften besitzen, die mit der Programmiersprache des Servers zusammenhängen. Die Seiten können daher auch von älteren Browsern dargestellt werden. Nebenbei ergibt sich aus diesem Prinzip ein weiterer, sicherheitsrelevanter Vorteil: Das PHP-Programm ist von Seiten des Clients nicht einsehbar bzw. kann nicht geändert werden. Dazu ist ein Zugriff auf den Server notwendig.

 

PHP lernen: Abb. 1: Das Client-Server-Modell

Abb. 1: Das Client-Server-Modell mit PHP [2]

Systemvoraussetzungen

Zum Lernen und Üben richten wir uns auf unserem PC/Notebook lokal eine minimale Arbeits- und Entwicklungsumgebung ein. Gemäß Abbildung 1 benötigen wir also zunächst einen Webserver mit integriertem PHP. Später wird der Webserver bezüglich der Hardware natürlich nicht identisch mit dem Client-Rechner sein, für das Programmieren bzw. Lernen bietet sich dieser Aufbau aber an. Zunächst noch ein paar grundsätzliche Bemerkungen. Die Integration von PHP in den Webserver kann auf zwei unterschiedliche Arten erfolgen:

  1. SAPI-Modul: Es handelt sich um eine direkte Verbindung, die jedoch nicht für alle Webserver verfügbar ist. Für wichtige Server wie Apache und Microsoft IIS gibt es jedoch SAPI-Module.
  2. CGI: Das Common Gateway Interface erlaubt die Integration von PHP in nahezu alle Server.

Die Frage nach der Installationsart muss uns am Anfang nicht so sehr beschäftigen, denn die Installation von PHP wird mithilfe automatischer Installer des Webservers erheblich vereinfacht. Gegebenenfalls kann das interessant sein, wenn man später fertige PHP-Anwendungen auf einem entfernten Server ausführen möchte. Die Installationsart gehört dann ebenso wie die genaue PHP-Version zu den Eigenschaften, auf die man achten muss, wenn man einen Server anmietet. Sogleich stellt sich die Frage nach dem geeigneten Webserver. Hier kommt es auch auf das Betriebssystem an, auf dem die Installation erfolgt:

  • Microsoft Windows: Zum einen kann man den Internet Information Server (IIS) verwenden. In aktuellen Versionen des Betriebssystems kann dieser über die Systemsteuerung | Windows Futures aktivieren oder deaktivieren zugeschalten werden (Abb. 2). Eine Alternative ist Apache. Dieser Webserver ist der Marktführer und für eine Vielzahl von Systemen verfügbar. Auf vielen Webservern im Internet läuft ein Apache, meist unter Linux. Für den einfachen Einstieg gibt es vorgefertigte Installationspakete.
  • Linux: Der Standardserver ist ebenso ein Apache. Viele Distributionen enthalten bereits die Unterstützung von Apache und/oder PHP. Beispielsweise muss er unter der Distribution Ubunto nur noch im so genannten Runlevel-Editor aktiviert werden.
  • Mac OS X: In OS X ist bereits ein Apache-Server installiert. Auch hier ist er noch zu aktivieren (Systemeinstellungen | Internet & Netzwerk | Sharing | Personal Web Sharing | Start) .
PHP lernen - Abb. 2: Installation des IIS unter Windows

Abb. 2: Installation des IIS unter Windows

Serverinstallation

Wir haben es einfach und verwenden ein fertiges Installationspaket für den Apache-Webserver unter Microsoft Windows. Ein sehr bekanntes Projekt ist XAMPP. Es steht auch für andere Betriebssysteme und in unterschiedlichen Versionen bzw. Konfigurationen zur Verfügung. Von der Webseite wählen wir unter Downloads | Weitere Downloads die aktuelle Version (Unterstützung von PHP 7) für Windows, konkret die portable Version. Sie hat den Vorteil, dass der Server direkt nach dem Herunterladen und Entpacken des Pakets gestartet werden kann.

Eine Installation ist nicht notwendig, eine minimale Konfiguration erfolgt automatisiert mithilfe des beiliegenden Scripts. Wir können den Server daher auf einem USB-Stick installieren und flexibel einsetzen. Änderungen an der aktuellen PC-Konfiguration werden nicht notwendig. Das Paket enthält alle notwendigen Bestandteile, um mit dem Programmieren zu starten. Nach dem Download (xampp-portable-win32-7.0.3-0-VC14.zip) ist die Datei zu entpacken, in unserem Fall auf einen USB-Stick. Das Verzeichnis haben wir aus Gründen einer einfachen Handhabung in xampp umbenannt. Der Vorgang kann ein paar Minuten dauern, Zeit für eine Tasse Tee!

Dann ist es auch schon so weit. Wir schauen in das Root-Verzeichnis. Uns interessieren zunächst die folgenden Dateien:

  • setup_xampp.bat: Es erfolgt die Einrichtung (Verzeichnisse) für den Webserver. Diese Datei ist vor dem erstmaligen Start des Webservers auszuführen.
  • xampp_start.exe: Der Webserver wird gestartet.
  • xampp_stopp.exe: Der Webserver kann wieder angehalten werden.
  • xampp_control.exe: Das Control-Panel zur Anzeige des Status des Webservers und zum Durchführen notwendiger Basiskonfigurationen wird ausgeführt.

Beginnen wir also mit setup_xampp.bat. Der Vorgang dauert nur wenige Augenblicke. Danach starten wir erstmalig den Webserver (xampp_start.exe), dessen Startprozess in einem Kommandozeilenfenster angezeigt wird (Abb. 3). Ggf. fordert das Betriebssystem beim erstmaligen Start aus Sicherheitsgründen die notwendigen Freigaben an. Auch über das Control-Panel (Abb. 4) ist der Status des Servers zu sehen.

PHP lernen - Abb. 3: Der erfolgreiche Start des Apache-Webservers wird im Konsolenfenster protokolliert

Abb. 3: Der erfolgreiche Start des Apache-Webservers wird im Konsolenfenster protokolliert

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Abb. 4: Status und Konfiguration des Webservers Apache erfolgen über das Control-Panel

Ist man soweit gekommen, kann man gleich einen ersten Test über den installierten Browser vornehmen. Wir öffnen den Browser und geben als Adresse: http://localhost bzw. 127.0.0.1 ein. Danach sollte der Browser eine Seite wie in Abbildung 5 anzeigen. Es wird das Dashboard des Apache-Webservers angezeigt. Dieses bietet Verweise auf Hilfen, FAQs, weitere Konfigurationsmöglichkeiten und die Möglichkeit, ergänzende Tools, wie zum Beispiel phpMyAdmin für die Datenbankkonfiguration auszuführen.

PHP lernen - Abb. 5: Der Zugriff auf den lokal installierten Webserver erfolgt über die Adresse „http://localhost“ bzw. „127.0.0.1“

Abb. 5: Der Zugriff auf den lokal installierten Webserver erfolgt über die Adresse „http://localhost“ bzw. „127.0.0.1“

Es stellt sich die Frage, an welcher Stelle die Seiten im Dateisystem liegen, wenn mittels http://localhost bzw. 127.0.0.1 zugegriffen wird. In der Standardkonfiguration (und dabei wollen wir es auch belassen), ist das das Verzeichnis htdocs unterhalb des Root-Verzeichnisses des Servers. In unserem Fall liegt alles auf dem USB-Stick. Unsere eigenen PHP-Anwendungen müssen also auch in dieses Verzeichnis abgelegt werden. Dazu haben wir ein weiteres Unterverzeichnis namens my innerhalb von htdocs angelegt.

Hello World

Wir wollen nicht mit der Tradition brechen und mit einem klassischen „Hello World“-Programm einsteigen. PHP geht nicht ohne HTML. Der PHP-Quellcode wird entweder direkt in die HTML-Datei eingebunden bzw. in externe Dateien ausgelagert und es erfolgt ein Verweis. Damit der Webserver weiß, dass es sich um eine Datei mit PHP-Quellcode handelt, wird deren Erweiterung auf php, also zum Beispiel test.php festgelegt. Grundsätzlich sind PHP-Dateien reine Textdateien, d. h. sie können mit jedem beliebigen Texteditor erstellt und gelesen werden. Tatsächlich wird für die Programmierung einer dynamischen Webapplikation nicht zwingend eine integrierte Entwicklungsumgebung benötigt, ein Texteditor genügt; dazu jedoch am Ende des Tutorials etwas mehr. Tabelle 1 zeigt die Varianten zur Einbindung/Kennzeichnung von PHP-Code in einer HTML-Datei. Üblicherweise wird die erste Variante bevorzugt. Sie ist eindeutig und dennoch kurz.

PHP lernen - Tabelle: Möglichkeiten der Einbettung von PHP-Code in eine HTML-Seite [5]

Tabelle 1: Möglichkeiten der Einbettung von PHP-Code in eine HTML-Seite [5]

Für einen ersten Test benötigen wir eine HTML-Datei (Listing 1). Die Einbindung des PHP-Quellcodes erfolgt im body-Abschnitt. Wie bereits ausgeführt, wird mittels <?PHP angezeigt, dass der nun folgende Code als PHP-Anweisungen zu interpretieren ist. Dabei handelt es sich nur um eine einzige Anweisung. Die Funktion echo…“ dient dazu, eine Zeichenkette auszugeben. Der PHP-Abschnitt wird mittels ?> wieder abgeschlossen. Rufen wir jetzt im Browser (bei aktivem Webserver) die Seite auf, so bekommen wir genau diese Zeichenkette als Ausgabe zu sehen (Abb. 6).

PHP lernen - Abb. 6: Ganz traditionell ist unser erstes PHP-Programm ein „Hello World“

Abb. 6: Ganz traditionell ist unser erstes PHP-Programm ein „Hello World“

Im Übrigen können Sie die Arbeitsweise des Servers auch feststellen, indem Sie diesen deaktivieren und versuchen, die Seite erneut im Browser anzuzeigen. Sie erhalten dann eine Fehlermeldung. Dieser Test ist insofern sinnvoll, da der Browser eine reine HTML-Datei auch ohne Server verarbeitet hätte.

<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"
  "http://www.w3.org/TR/html4/strict.dtd">
<HTML>
  <HEAD>
    <TITLE>Test von PHP</TITLE>
  </HEAD>
  <BODY>
    <?PHP
      echo "Hello World";
    ?>
  </BODY>
</HTML>

PHP – wichtige Sprachmerkmale im Überblick

Nachfolgend geben wir einen kompakten Überblick über wichtige Sprachmerkmale. Die vollständige Sprachreferenz kann unter nachgelesen werden. Neben der Originaldokumentation in Englisch ist diese in vielen weiteren Sprachen, u. a. auch in Deutsch, verfügbar. Beginnen wir mit essentiellen Merkmalen von PHP:

  • Kommentare: Diese werden durch „#“ bzw. „//“ eingeleitet und gelten bis zum Zeilenende.
  • Anweisungen: Diese werden mit einem Semikolon abgeschlossen und durch geschweifte Klammern gruppiert.
  • Numerische Literale: Ohne Dezimalpunkt werden diese interpretiert, wenn sie mit „0x“ bzw. „0X“ beginnen; in allen anderen Fällen als dezimale Ganzzahlkonstante.
  • String-Literale: Diese werden in einfachen oder doppelten Anführungszeichen (‚ oder „) eingeschlossen. Zulässig sind demnach: ‚Dies ist eine Zeichenkette‘ oder „Dieses ist auch eine Zeichenkette“.
  • Funktionsnamen: PHP ist nicht case-sensitive, d. h. es wird nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden.
  • Variablennamen: Gültige Variablen- oder Funktionsnamen beginnen mit einem Buchstaben oder Unterstrich, gefolgt von einer beliebigen Anzahl von Buchstaben, Zahlen oder Unterstrichen; Variablennamen sind case-sensitive, sie beginnen mit einem $, zum Beispiel: $menge und $Menge sind zwei verschiedene Variablen.
  • Datentypen: PHP unterstützt die üblichen Datentypen; eine Übersicht findet sich in Tabelle 2.
PHP lernen - Tabelle 2: Datentypen, die von PHP unterstützt werden

Tabelle 2: Datentypen, die von PHP unterstützt werden [4]

Wie in jeder Sprache gibt es auch in PHP eine Reihe von Schlüsselwörtern (Tabelle 3), die für andere Zwecke dann logischerweise auch nicht zur Verfügung stehen.

PHP lernen - Tabelle 3: Liste reservierter Schlüsselwörter [5]

Tabelle 3: Liste reservierter Schlüsselwörter [5]

Um in PHP einer Variablen einen Wert zuzuweisen, verwendet man das Gleichheitszeichen, beispielsweise sieht die Syntax dann so aus: $Menge = 3;

Die typischen arithmetischen Operatoren und Vergleichsoperatoren sind in den Tabellen 4 und 5 zusammengefasst.

PHP lernen - Tabelle 4: Die arithmetischen Operatoren und deren Kurzformen

Tabelle 4: Die arithmetischen Operatoren und deren Kurzformen [3]

PHP lernen - Tabelle 5: Die Vergleichsoperatoren [3]

Tabelle 5: Die Vergleichsoperatoren [3]

Kommen wir noch zu den wichtigsten Anweisungen und Kontrollstrukturen von PHP [5]:

  • Bedingte Anweisung: Diese hat die allgemeine Form: Bedingung ? a : b. Ist die Bedingung wahr, wird a zurückgeliefert, ansonsten b.
  • if-Anweisung: Diese Anweisung testet einen boole’schen Wert und führt beim Ergebnis true den ihr folgenden Codeblock aus. Dem Codeblock können beliebig viele weitere Bedingungen mittels der elseif-Anweisung folgen. Ein als letztes anzugebender, optionaler else-Zweig wird ausgeführt, wenn alle Bedingungen des if– und der elseif-Zweige falsch waren. Beispiel:
if ($x > 10) {
  // … Anweisungen
}elseif ($x < 10) {
  // … Anweisungen
}else {
  // … Anweisungen
}
  • switch-Anweisung: Diese Anweisung ist gleichbedeutend mit einer Reihe aufeinanderfolgender if-Anweisungen mit dem gleichen Parameter, der auf verschiedene Werte überprüft wird. Sie hat die Form:
    switch ($x) {
      case Wert0: 
        // … Anweisungen
        break;
        // …
      case Wertn:
        // … Anweisungen
        break;
      default:
        // … Anweisungen
    }
    

    Hinweis: In PHP sind Vergleichswerte in der case-Anweisung (Wert 0 … Wert n) nicht auf Integer oder Char beschränkt, sondern können z. B. auch String oder Float sein.

  • for-Schleife: Die besteht aus drei durch Semikolon getrennte Teile:
    for (Initialisierung, Abbruchbedingung; Aktion) {
      // … Anweisungen
    }
    

    Beim Start der Schleife kann einmalig eine Initialisierung erfolgen. Vor jeder Ausführung des Schleifenrumpfes wird geprüft, ob die Abbruchsbedingung erreicht ist. Nach jeder Ausführung des Schleifenrumpfes besteht die Möglichkeit, eine zusätzliche Aktion durchzuführen. Hierbei handelt es sich häufig um das Erhöhen oder Verringern eines Schleifenzählers. Beispiel:

for ($i = 0; $i < 10; $i++) {
  // …Anweisungen
}
  • foreach-Schleife über Arrays: Mit der foreach-Schleife können die einzelne Elemente eines Arrays durchwandert werden. Sie hat folgende Form:
    foreach ( $array as $key => $value) {
      // … Anweisungen
    }

    Ist der Schlüssel nicht von Interesse, kann auch die folgende Kurzform verwendet werden:

    foreach ( $array as $value) {
      // … Anweisungen
    }

    $array ist das zu durchlaufende Array und die Variablen $key und $value erhalten in jedem Durchlauf das Schlüssel-Wertepaar  des aktuellen Elements.

  • while-Anweisung: Die Anweisung
    while (Bedingung) {
      // … Anweisung
    }

    führt den folgenden Codeblock so lange aus, wie die Bedingung true ist. Die Bedingung wird auch vor dem ersten Eintritt in den Codeblock überprüft.

  • Auch mittels der while-Anweisung kann ein Array durchwandert werden:
reset ($array);
while (list ($key, $value) = each ($array)) {
  // … Anweisungen
}
  • Do…while-Anweisung: Diese Anweisung ist der while-Anweisung sehr ähnlich, außer, dass der Wahrheitsgehalt des Ausdrucks erst am Ende jedes Durchlaufs geprüft wird.
  • Schleifenkontrolle: Durch continue wird die Schleife an der aktuellen Stelle abgebrochen und es wird mit dem nächsten Durchlauf begonnen. continue kann optional ein nummerisches Argument bekommen, das angibt, wie viele Ebenen von den erhaltenen Schleifen übersprungen werden sollen. break bricht die Ausführung der aktuellen Schleife oder einer switch-Anweisung ab. Auch break kann optional ein nummerisches Argument angehängt werden, das die Anzahl der Ebenen der abzubrechenden Befehlssequenzen enthält.

PHP verfügt über eine große Anzahl von vordefinierten Funktionen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Eine solche Funktion war die oben verwendete Funktion echo „…“ mit deren Hilfe eine Zeichenkette ausgegeben werden konnte. Die wichtigsten Funktionsklassen sind: String-Funktionen, Funktionen für Arrays, mathematische Funktionen, Kontrollfunktionen, Zeit- und Datumsfunktionen, Dateifunktionen sowie Klassen- und Objektfunktionen. Auch für die Zusammenarbeit mit einer Datenbank (Verbindungsaufbau, Datenabfrage) gibt es eine Reihe von Funktionen. In der Online-hilfe sind diese umfassend dokumentiert. Stößt man während der Programmierung auf eine Problemstellung, lohnt es sich auf jeden Fall, zu schauen, ob es für die betreffende Aufgabe nicht bereits eine fertige Funktion gibt.

Werkzeuge

Ein Handwerker ist nur so gut wie seine Werkzeuge. Für die PHP-Programmierung stehen auch eine Reihe von Entwicklungsumgebungen zur Verfügung, die sich erheblich in der Leistungsfähigkeit unterscheiden. Die richtige oder bessere Entwicklungsumgebung gibt es nicht, es kommt auf die individuellen Ansprüche an. Der Wunsch nach mehr Komfort und Unterstützung wächst bekanntermaßen mit der Projektgröße. Wichtige Kriterien für die Auswahl sind:

  • Syntax-Highlighting
  • Code Completion
  • Echtzeitfehleranalyse
  • einfache und schnelle Navigation
  • Refactoring
  • Quellcodeerzeugung
  • Integration von Versionierungssystemen

Eine Liste der PHP-Entwicklungsumgebungen wäre höchstwahrscheinlich stets unvollständig. Wichtige Vertreter sind PhpStormSublime TextNetBeans, Zend Studio, Eclipse with PHP Development Tools (PDT) [13] und neu hinzugekommen ist Visual Studio Code. Letztere Entwicklungsumgebung orientiert sich an Visual Studio und könnte gerade für Entwickler interessant sein, die aus dem Microsoft-Universum kommen und erste Schritte mit PHP unternehmen. Einige Tools sind auch auf unterschiedlichen Betriebssystemen lauffähig. Wir empfehlen für den Anfang „kleine Brötchen zu backen“, d. h. ein halbwegs komfortabler Texteditor, wie zum Beispiel TextPad ist ausreichend. Es gibt mit einer neuen Sprache schon genügend zu lernen, sodass man die Werkzeugunterstützung später noch ausbauen kann. PHP ist für diese Art von sanftem Einstieg wie geschaffen.

Fazit

Wir sind bereits wieder am Ende des ersten Teils zur Einführung in die Programmierung mit PHP angelangt. Im Fokus stand zunächst die grundsätzliche Vorgehensweise und das Herstellen der technischen Voraussetzungen. Dazu haben wir einen lokalen Webserver installiert, ein typisches „Hello World“-Programm zum Testen erstellt und die ersten grundlegenden Basics der Sprache kennengelernt.

Sofern Sie bereits über Programmiererfahrungen in einer anderen Sprache verfügen, können Sie jetzt eigentlich loslegen. Unseren Einführungskurs setzen wir im kommenden Entwickler Magazin fort. Wir vervollständigen den Überblick zu den Sprachmerkmalen, u. a. werden wir explizit auf die objektorientierten Möglichkeiten von PHP eingehen, die ab Version 5 deutlich erweitert wurden.

Für all diejenigen, die im Moment noch keine konkrete Verwendung von PHP parat haben, zwei Hinweise: PHP ist die Sprache vieler etablierter Content-Management-Systeme. Will man diese konfigurieren oder erweitern, sind Kenntnisse von PHP mehr als nützlich. Vielleicht wählen Sie für die nächste Anwendung auch keine Desktopapplikation, sondern erstellen alternativ eine dynamische Webapplikation.

Literatur

[1] Krypczyk, Veikko und Bochkor, Olena: „Einführung in die Programmierung“, in: Entwickler Magazin 3.2015 bis 2.2016

[2] Thies, T.: „Einstieg in PHP 5.6 und MySQL 5.6“, Galileo Press, 2014

[3] Wenz, C., Hauser T.: „PHP 5.6 und MySQL. Das umfassende Handbuch“, Rheinwerk Computing, 2015

[4] PHP, Grundlagen. Erstellung dynamischer Webseiten, RRZN, Leibniz Universität Hannover, 2012

[5] Henning, P. und Vogelsang, H.: „Taschenbuch Programmiersprachen“, Hanser-Verlag, 2007

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