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Save the Date: Adobe Flash erreicht 2020 (endlich) sein End-of-Life
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Ein erleichtertes Seufzen ist heute im Web und auf den Social-Media-Kanälen ob folgender Nachricht zu hören: Adobe hat das End-of-Life für Adobe Flash für 2020 angekündigt. Und dieses Mal soll das einst allgegenwärtige und nun zumeist unbeliebte Plugin auch wirklich seine wohlverdiente letzte Ruhestätte erreichen …

Wer Videos ansehen oder Games im Web spielen wollte, kommt an Adobe Flash nicht vorbei. Das Plugin war bis vor einigen Jahren noch allgegenwärtig, wurde aber nach und nach bereits durch Web-Standards wie HTML5, WebGL und WebAssembly abgelöst. Trotzdem nutzen auch jetzt noch zahlreiche Webseiten Flash – auch wenn das Plugin meist gewaltig auf die Performance drückt und immer wieder mit kritischen Sicherheitslücken zu kämpfen hat.

Kein Wunder also, dass die Web-Community seit Jahren den Tod des Flash-Players herbeisehnt. Selbst Adobe gab bereits im Jahr 2015 zu, dass es an der Zeit sei, Flash mit modernen Alternativen zu ersetzen. Trotzdem war das Plugin bisher nicht totzukriegen, obwohl selbst die Browser-Hersteller Werbung für die Nutzung von HTML5 & Co. machen und Flash als „Click-to-Play“-Plugin immer mehr aufs Abstellgleis geschoben haben. In Mobile-Browsern wie Apples Safari wurde Flash zudem nie unterstützt, was laut Frederic Lardinois Flashs Niedergang erst recht beschleunigte.

Und nun scheint es tatsächlich endgültig so weit zu sein: Adobe gab bekannt, Flash ab 2020 nicht länger zu aktualisieren und zu verteilen. Bis dahin soll der Support des ungeliebten Plugins in Kooperation mit den Browser-Herstellern und anderen Adobe-Technologie-Partnern wie Facebook stufenweise eingestellt werden.

Goodbye Flash, hello Open Standards

Open Standards wie HTML5, WebGL und WebAssembly haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Mittlerweile bieten sie genau die gleichen (und teils sogar deutlich mehr) Funktionalitäten, für die bis vor einigen Jahren Plugins unabdingbar waren. Der Vorteil ist zudem, dass diese Technologien direkt im Browser implementiert werden können und so die Installation zusätzlicher Plugins überflüssig machen.

Während in der Vergangenheit vor allem in den Bereichen Video und Gaming auf den Flash Player zurückgegriffen wurde, nutzen selbst hier Unternehmen bereits vermehrt moderne Alternativen. Um ihnen den Umstieg und die Migration auf HTML5 und Co. zu erleichtern, will Adobe ihnen gemeinsam mit seinen Technologien-Partnern zur Seite stehen. Flash wird daher noch bis 2020 unterstützt und mit entsprechenden Security-Fixes versehen:

Several industries and businesses have been built around Flash technology – including gaming, education and video – and we remain committed to supporting Flash through 2020, as customers and partners put their migration plans into place. Adobe will continue to support Flash on a number of major OSs and browsers that currently support Flash content through the planned EOL.

Roadmaps der Browser-Hersteller

Im Zuge der Ankündigung des End-of-Life von Flash haben auch die Browser-Hersteller sowie Facebook entsprechende Blogposts und Roadmaps veröffentlicht. Darin wird insbesondere beschrieben, worauf sich Nutzer in der Auslaufphase des Flash Players einstellen müssen.

Google Chrome

Chrome verlangt schon seit längerem, dass User die Ausführung von Flash-Content explizit manuell anstoßen („Click-to-Play“). Über die nächsten Jahre sollen diese expliziten Berechtigungen weiter verschärft werden, bevor Flash Ende 2020 komplett aus dem Google-Browser entfernt wird. Seiten, die aktuell noch Flash nutzen, legt Anthony Laforge in einem Blogpost im Chromium-Blog nahe, auf eine moderne Alternative zu wechseln. Für Gaming-Sites empfiehlt er WebAssembly, für Seiten mit Werbeanzeigen wird der Umstieg auf HTML5-Ads empfohlen.

Apple Safari

Im Gegensatz zu anderen Browsern hat Flash im Safari von Apple schon seit 2010 keine allzu große Rolle mehr gespielt. Seitdem war Flash nicht länger auf dem Mac vorinstalliert. Wer das Plugin nachträglich installiert hat, musste es manuell aktivierten. Zudem erfordert Safari eine explizite Bestätigung auf jeder Website, bevor das Flash-Plugin ausgeführt wird. Darüber hinaus wurde Flash nie auf iPhone, iPad und iPod touch nie unterstützt. Stattdessen unterstützen Safari und der Mobile Safari zahlreiche offene Standards, die als Alternative zu Adobe Flash eingesetzt werden können, erklärt das WebKit-Team im WebKit-Blog.

Mozilla Firefox

Ähnlich wie Chrome, konnten Firefox-User Flash zuletzt nur per „Click-to-Activate“ nutzen. Künftig werden auch beim Mozilla-Browser diesen expliziten Berechtigungen verschärft. Ab August müssen die Nutzer explizit bestimmen, welche Websites das Flash-Plugin ausführen dürfen. Ab 2019 soll Flash für die meisten Nutzer per Default deaktiviert werden; nur User des Firefox Extended Support Releases können in der finalen Phase vor dem EoL von Flash das Plugin ausführen. Sobald Flash keine neuen Security-Fixes mehr erhält, wird keine Firefox-Version mehr in der Lage sein, Flash auszuführen. Den genauen Ablauf für die Deaktivierung von Flash in Firefox fassen die Roadmap und der zugehörige Blogpost von Benjamin Smedberg zusammen.

Microsoft Edge und Internet Explorer

Auch in Microsoft Edge steht Flash bereits seit dem Windows 10 Creators Update nur noch als „Click-to-Run“-Funktionalität zur Verfügung. Bis nächstes Jahr wird Edge den User zunächst weiter nach der expliziten Berechtigung fragen, um Flash auszuführen, sich diese Berechtigung aber auch über mehrere Sessions hinweg merken. Ab Mitte 2018 wird die explizite Berechtigung bei jedem Seitenbesuch fällig. Ein Jahr später, also Mitte 2019, wird Flash sowohl im Edge als auch im Internet Explorer per Default deaktiviert; 2020 wird Flash dann sowohl aus Edge als auch aus allen IE-Versionen entfernt. Die komplette Roadmap findet sich im Blogpost von John Hazen.

Facebook

Auch auf Facebook spielte Flash insbesondere bei Games eine große Rolle. Um den Umstieg auf HTML5 und WebGL voranzutreiben, arbeitet Facebook mit Spieleentwicklern zusammen und bietet ihnen entsprechende Migration Guides. Zwar sollen in Flash erstellte Games noch bis 2020 auf Facebook ausgeführt werden können, allerdings rät Jakub Pudelek im Facebook-Entwicklerblog dazu, schon jetzt den Umstieg auf eine modernere Technologie in Angriff zu nehmen.

TL;DR

Es heißt, Totgesagte leben länger. So erging es auch Adobe Flash, für das die Web-Community seit Jahren das End-of-Life forderte. Totzukriegen war das Plugin trotz immer wieder auftretender gravierender Sicherheitslücken und Performance-Problemen nicht – bis jetzt. Mit der Ankündigung Adobes, 2020 die Weiterentwicklung des Flash-Players einzustellen, ist das Ende einer Ära nun quasi besiegelt. Und ganz ehrlich, es wurde Zeit, oder?

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