Entwicklerforum veröffentlicht weltweite Umfrageergebnisse und Deutschland-Report

Stack Overflow Survey 2016: Einblicke ins Innenleben des ideellen Entwicklers
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Noch internationaler, noch größer: die vom IT-Portal Stack Overflow jährlich durchgeführte Umfrage wächst kontinuierlich. Auch dieses Mal haben wieder tausende Entwickler Fragen über ihre Beschäftigungssituation beantwortet. Herausgekommen ist dabei ein eindrückliches Bild vom Alltag des Berufsfelds.

Mit 56.033 Entwicklern aus insgesamt 173 Ländern hat sich die Anzahl der Umfrageteilnehmer im Vergleich zum letzten Jahr sogar mehr als verdoppelt. Damit dürfte wohl eines der vollständigsten Abbilder der demographischen Struktur der Entwickler-Community, ebenso wie ihrer gegenwärtigen Stimmungslage hinsichtlich aktueller Technologien und der Arbeits(markt)situation vorliegen. Wir stellen einige Ergebnisse der detaillierten Studie vor.

Demographie und Diversity

Aktuell lebt eine Viertel der weltweiten Entwickler-Community in den USA, in Deutschland arbeiten immerhin sieben Prozent. Die meisten Programmierer sind 20 bis 34 Jahre alt und männlich; in Deutschland etwa machen Frauen nur knapp vier Prozent der Beschäftigten aus. Hier hat es seit dem Vorjahr kaum Verbesserungen gegeben.

Generell sind Frauen und Minderheiten in der IT-Branche noch unterrepräsentiert. In Deutschland arbeitet in fast der Hälfte der Entwicklerteams keine einzige Frau und in einem Viertel lediglich eine. Bemerkenswert ist, dass mit der Größe eines Unternehmens der Anteil von weiblichem Personal in den Teams wächst, bei über 10.000 Angestellten immerhin auf fast 23 Prozent.

Berufe, Ausbildung und Erfahrung

Weltweit bezeichnen die meisten IT-Fachkräfte, die im Allgemeinen seriösere Jobtitel wie „Entwickler“, „Programmierer“ oder „Ingenieur“ für sich reklamieren, ihre aktuelle Position als Full-Stack Webentwickler oder Backend-Entwickler, dicht gefolgt von Mobile- und Desktop-Entwickler sowie Frontend-Entwickler.

Die meisten Programmierer geben an, zwei bis fünf Jahre Erfahrung zu haben. Über ein Viertel gab zu Protokoll, elf und mehr Jahre im Business tätig zu sein. Frauen können durchschnittlich zwei Jahre weniger Erfahrung aufweisen. Hier ist nicht unbedingt professionelle Erfahrung gemeint – Studenten gaben ebenfalls teils mehrere Jahre Erfahrung an.

Quelle: http://business.stackoverflow.com/c/content-die-stack-overflow-entwicklerumfrage?utm_campaign=Content%20Offer&utm_source=pr

Quelle: http://business.stackoverflow.com/c/content-die-stack-overflow-entwicklerumfrage?utm_campaign=Content%20Offer&utm_source=pr

Das dürfte damit zusammenhängen, dass es in Entwicklerkreisen weiterhin üblich ist, sich neue Technologien eigenständig anzueignen. Tatsächlich ist die Zahl der Autodidakten in Deutschland im letzten Jahr von 46 auf 75 Prozent angestiegen. Daneben sind berufliche Weiterbildungen, Informatik-Bachelor bzw. –Master und Computerkurse in der Schule die häufigsten Ausbildungswege.

Technologie

Jetzt also das Eingemachte: was sind die man meisten genutzen Programmiersprachen in der Entwicklerszene? Unangefochtener Spitzenreiter bleibt JavaScript, auch dieses Jahr dicht gefolgt von SQL. Noch dazu werden beide Technologien mit hoher Wahrscheinlichkeit kombiniert verwendet. Außerdem gewinnen Node.js (17,2 Prozent) und AngularJS (17,9 Prozent) weiter an Popularität.

Quelle: http://stackoverflow.com/research/developer-survey-2016#technology-most-popular-technologies

Quelle: http://stackoverflow.com/research/developer-survey-2016#technology-most-popular-technologies

Rust ist dieses Jahr mit fast 80 Prozent zur beliebtesten Programmiersprache von Entwicklern aufgestiegen und verweist Swift nun auf den zweiten Platz (72,1 Prozent), gefolgt von Microsofts .NET-Sprache F#. Visual Basic dagegen hat so gut wie gar keine Freunde mehr und toppt noch WordPress, das sein schlechtes Abschneiden vom letzten Jahr wiederholt. Nach wie vor sehnen sich Entwickler danach, in Zukunft vor allem mit Android zu arbeiten, aber Node.js wird zunehmend auf den Wunschzetteln geführt.

Darüber hinaus wurde nach den bevorzugten Entwicklungsumgebungen (IDE), Texteditoren und ähnlichen Coding Tools gefragt. Notepad++ muss sich nun seine Führung mit dem vor allem bei Full-Stack-Entwicklern gefragten Visual Studio teilen (beide 35,6 Prozent), während Sublime Text (31 Prozent) nun auf dem dritten Platz landet. Data Scientists verlassen sich vorwiegend auf Vim.

Einen Führungswechsel hat es hingegen bei den Betriebssystemen gegeben, wo nun rund ein Viertel der Entwickler Mac OS X bevorzugt. Das liegt aber vor allem daran, dass sich die Zahl der Windows-Nutzer mittlerweile auf Windows 7 und 10 (22,5 bzw. 20,8 Prozent) verteilt. Linux pendelt weiterhin um die 20 Prozentmarke.

Arbeitssituation

Zuerst die harten Fakten, also das Geld: bei der Bezahlung liegen deutsche Entwickler mit einem durchschnittlichen Einkommen von 46.940€ (51.790 US-Dollar) im Mittelfeld, wohingegen die Topverdiener in den USA und in Australien (91.669 bzw. 71.521 Dollar) leben. Backend- und Mobileentwickler haben in Deutschland beim Verdienst die Nase vorn. Wer – wie der Großteil der Entwickler – eine Festanstellung hat, darf sich über das durchschnittlich höchste Gehalt freuen. Doch auch als Freelancer lässt sich gut Geld verdienen.

Über 60 Prozent der Entwickler geben an, offen für neue Jobangebote zu sein, was darauf hindeutet, dass viele von ihnen noch nicht ihren Traumjob gefunden haben. Gründe dafür könnten unrealistische Erwartungen (34,9 Prozent), schlechte Dokumentation (34,7 Prozent) und unspezifische Vorgabe (33,5 Prozent) sein.

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Fazit

Im Großen und Ganzen sind die meisten IT-Fachkräfte jedoch zufrieden mit ihrer Arbeit. Das geben zumindest fast drei Viertel der Entwickler an. Das gilt insbesondere dann, wenn sie neue Technologien lernen und neue Software erstellen können. Auch Heimarbeit steht nach wie vor hoch im Kurs. Überhaupt sind Programmierer dann am glücklichsten, wenn sie tatsächlich praktisch tätig sind, weshalb wohl fast 90 Prozent der deutschen Entwickler noch mindestens eine Stunde nach der Arbeit privat weiter programmieren. Die Studie hat dementsprechend eine hohe Korrelation zwischen regelmäßigen Code-Check-Ins und Jobzufriedenheit festgestellt.

Aufmacherbild: World statistics von Shutterstock / Urheberrecht: alphaspirit

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