Die GitHub Universe zeigt die neue neue Stärke von Open Source – nicht nur in klassischen IT-Unternehmen

GitHub Universe und die wahre Macht von Open Source

GitHub Universe und die wahre Macht von Open Source

Die GitHub Universe zeigt die neue neue Stärke von Open Source – nicht nur in klassischen IT-Unternehmen

GitHub Universe und die wahre Macht von Open Source


Die GitHub-Hauskonferenz GitHub Universe zeigte Tools und Technologien – und lehrte alle Besucher dennoch deutlich mehr: In den zwei Tagen des Main Events ging es um Entwickler, vor allem aber um Ideen und Open-Source-Software. Selten wurde klarer, dass Open Source nicht nur das Zeug dazu hat, einen kompletten Industriezweig zum Umdenken zu bewegen, sondern auch Staaten dazu bringt, sich zu öffnen.\r\n

„We evolve, we believe in iteration, in continuous improvement“ – Worte, mit denen Chris Wanstrath, Gründer und CEO von GitHub, die Ausrichtung der GitHub Universe gleich zu Beginn der Keynote in Stein zu meisseln schien. Dabei ging es ihm nicht nur um GitHub, es ging ihm um die Community.

Überhaupt ist diese Idee, die hinter GitHub steht, eine sehr Klare: Es geht um Menschen und Tools. Im Zentrum aller Bemühungen, die das Unternehmen aus San Francisco anstellt, stehen Entwickler, die mit Ihrer Arbeit an Software – ob Closed oder Open Source – ein Stück weit dabei helfen, die Welt zu verbessern. Gerade in Open Source jedoch liegt die Zukunft – wenn auch ein wenig versteckt.

The GitHub Journey

Neun Jahre nun dauert die Reise des Unternehmens bereits an. Neun Jahre, in denen erstaunliches geleistet werden konnte; was aktuelle Zahlen eindrucksvoll untermauern.

Waren es im Jahr 2015 beispielsweise mehr als tausend Nutzer pro Tag, die ihren ersten Pull Request gestellt haben, konnte diese Zahl im aktuellen Jahr verdoppelt werden. Gleiches gilt auch für die Veröffentlichung der ersten öffentlichen Repositories: waren es im Jahr 2015 5.000 pro Tag, sind es heute über 10.000 neue Repositories, die täglich das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Doch das sind nicht die einzigen Statistiken, die zu beeindrucken wissen.

Da wäre zum Beispiel Electron zu nennen, ein von GitHub entwickeltes Framework, mit dem sich mithilfe von Webtechnologien Desktop-Applikationen entwickeln lassen. Eines der berühmtesten Beispiele dafür dürfte der quelloffene Atom-Editor sein, der mit über 18 Millionen Downloads und 1,3 Millionen aktiven Nutzern beeindruckende Zahlen zu bieten hat. Einzig der Open-Source-Aspekt, der dazu führt, dass über 4.800 Packages, wie beispielsweise die git-time-machine, aus der Community veröffentlicht wurden, ist noch spannender.

Auch GitHub Enterprise, das GitHub, das auf den eigenen Servern betrieben werden kann, weiß zu überzeugen: 44 Prozent der Fortune-100-Unternehmen setzen auf GitHubs Enterprise-Lösung; in einigen von Ihnen arbeiten über 25.000 Entwickler an Projekten. Und das Unternehmen setzt alles daran, Softwareentwicklung noch leichter zugänglich zu machen, damit diese Zahlen in Zukunft noch weiter steigen werden.

Open Source Everywhere

Open Source, das wurde schnell und sehr eindrucksvoll klar, ist der Motivator für einen großen Teil aller anwesenden, unter anderem auch von Alvand Salehi, der die Federal Source Code Policy des Weißen Hauses vorstellte – und damit das Versprechen, dass im Rahmen eines auf drei Jahre angelegten Pilotprojekts mindestens 20 Prozent des von der Regierung produzierten Codes Open Source veröffentlicht werden.

Ein hehres Ziel, dem auch viele Unternehmen folgen, von denen man es auf Anhieb vielleicht gar nicht erwartet hätte: Microsoft, Walmart, Bloomberg und viele mehr betätigen sich immer intensiver und erfolgreicher im Open-Source-Umfeld. Um so wichtiger, dass dieses Ziel, dieser kulturelle Wandel, wie es Kakul Srivastava, Vizepräsidentin des Product Management bei GitHub nennt, nicht nur Einzug in die Unternehmenstrukturen findet, sondern auch in die Köpfe der Entwickler. Dafür brauche es vor allem eines: einen leichteren Zugang zu IT.

Ver/Ge-teiltes Wissen

Diesen Zugang zur IT bietet man bei GitHub mit verschiedenen Maßnahmen – sei es durch das Partnern mit Unternehmen wie Udacity oder das Überlassen der großen Bühne für Projekte wie Black Girls CODE, Commando Code oder TransH4ACK, alle vertreten durch ihre Gründer_innen Kimberly Bryant, David Molina und Dr. Kortney Ziegler.

Darüber hinaus bietet GitHub Studenten mit speziellen Programmen die Möglichkeit, einen leichteren Einstieg in die Entwicklung zu bekommen. So bietet das Student Developer Pack die wichtigsten Tools und Sprachen der Branche kostenlos oder für geringes Entgelt – ein Einstieg, der für die meisten ohne dieses Programm beinahe unbezahlbar wäre. GitHub Classroom bietet eine Möglichkeit, Kurse und Materialien durch die Professoren managen zu lassen, während die Studenten ihre Arbeiten auf GitHub entwickeln.

GitHubs Selbstverständnis im Open-Source-Umfeld

GitHubs Rolle im Open-Source-Bereich wird natürlich in erster Linie durch das Partnern mit anderen Unternehmen oder dem Unterstützen gemeinnütziger Projekte bestimmt. Darüber hinaus tut man aber noch wesentlich mehr – vor allem, was das eigene Produkt angeht.

Ein persönliches Highlight ist die Überarbeitung der Profile, die nun unter anderem mit einer Timeline ausgestattet sind und fleißigen Maintainern – unabhängig davon, ob es sich um öffentliche oder private Repositories handelt – dabei helfen können, ihren Lebenslauf mit praktischen Beispielen anzureichern. Bei GitHub selbst lege man beispielsweise darauf mehr wert, als auf Abschlüsse an großen und namhaften Universitäten, wie Nicole Sanchez, VP Social Impact bei GitHub verraten hat.

Die neuen GitHub-Profile

Die neuen GitHub-Profile

Im Bereich der Quality Assurance hat GitHub ebenfalls eine spannende Neuerung am Start: Die Einführung des Code-Review-Features soll dabei helfen, die generelle Code-Qualität in Projekten zu verbessern. „When another person looks at your code and gives it the same level of critique that you did while writing it, your work gets better. We’re improving code review on GitHub to help you share the weight of building software and improve the software you build“, so CEO Wanstrath bei der Veröffentlichung der neuen Features.

Auch die Zusammenarbeit in Teams wird durch die Neuerungen weiter gefördert – vor allem durch die von Kanban-Boards inspirierten Projektmanagement-Features, die im Stile eines Trello daherkommen und den aktuellen Status der Issues sowie generelle Ideen vereinfacht darstellen und bearbeiten lassen. Die tiefe Integration mit GitHub sorgt allerdings dafür, dass man wesentlich weniger Arbeitsschritte benötigt, um das selbe Ergebnis zu erreichen.

Darüber hinaus gab es weitere kleinere und größere Änderungen, die man im offiziellen Blogpost nachlesen kann. Man dürfte beim Überfliegen schnell zur selben Einschätzung kommen wie die GitHub’er vor Ort: mit den in San Francisco auf der GitHub Universe vorgestellten Neuerungen hat GitHub das größte Update seiner neunjährigen Geschichte an den Start gebracht.

Das Feature, das mit der größten Begeisterung aufgenommen wurde, ist allerdings der Early Access auf GitHubs neues API, das auf Facebooks GraphQL basiert und vor allem Probleme mit der Skalierung und dem Sammeln der Metadaten der Endpunkte beheben soll. Darüber hinaus sind mit GraphQL natürlich noch wesentlich spannendere Anwendungsfälle denkbar – wie beispielsweise Live Queries.


Wir haben die Gelegenheit des Besuchs der GitHub Universe natürlich genutzt und vor Ort mit einigen Experten von GitHub und seinen Kunden gesprochen. In den nächsten Tagen dürft ihr euch auf einige spannende Interviews und Hintergründe zu GitHub und beispielsweise Bloomberg freuen.

Bis dahin wollen wir euch ein paar Impressionen der GitHub Universe in San Francisco nicht vorenthalten.

Thomas Wießeckel war Redakteur bei Software & Support Media. Seine Themengebiete umfassten Webtechnologien und -Entwicklung sowie die Bereiche Mobile Development und Open Source. Er arbeitete an regelmäßig erscheinenden Magazinen wie dem Entwickler Magazin und dem PHP Magazin mit, rief den PHP User ins Leben, betreute Sonderhefte aus dem Bereich Mobile Development, war verantwortlich für die WebTech Conference und die Open Source Expo und lektorierte Bücher zu Themen rund um Webentwicklung. Vor seiner Zeit als Redakteur hat er Soziologie studiert und als freier PHP- und Frontend-Entwickler gearbeitet.