Entwickler Magazin 1.16
Cover Entwickler Magazin 1.16

IoT

Erhältlich ab: Dezember 2015
Umfang: 100 Seiten
Autoren / Autorinnen:
Olena Bochkor, Carsten Eilers, Tam Hanna, Dr. Veikko Krypczyk, Stefan Moch, Martin Mohr, Michael Ramsperger, Alexander Rudolph, Sigrid Schefer-Wenzl, Matthias Wenzl

78,00 140,20 

Abonnement Typ
Auswahl zurücksetzen

8,50 

Heft bestellen

Highlights dieser Ausgabe

Car-IT und die Sicherheit

Dachfenstersteuerung mit Java und Raspberry 2

Robotik mit dem Raspberry Pi

Wasser und Wolken mit OpenGL

Magazin

News

Lesetipp: Survival-Kit für Manager

Lesetipp: Car IT kompakt

UI vs. UX
Das User-Experience-Dossier, Teil 1

Methoden

Doppelt hält besser
Tipps für erfolgreiches Pair Programming

DevOps trifft Wolke
Die Standardwerkzeuge der DevOps-Kultur

Development

Struktur sorgt für Qualität
Teil 5: Die Architektur einer Anwendung festlegen und umsetzen

Im Wasser und in der Luft
Teil 6: Himmel-, Wolken- und Wasserdarstellung

Alles über einen Kanal
Teil 2: App Stores – eine kritische Analyse des Vertriebskanals

Sensor, die Zweite
Ein Blick auf die Funktionalitäten von Microsofts Kinect 2

Internet of Things

Roboter mit Himbeeren
Überblick über Roboterbausätze und GPIO-Bibliotheken auf dem Raspberry Pi (2)

Von Kaffeebohne und Himbeere
Mit Java die GPIO des Raspberry Pis 2 ausreizen – Teil 2

Security

Angriffsziel Auto(-IT)
Infotainment-Systeme, OBD-II-Port und Co. bieten immer mehr Angriffsstellen

Mobile

Mobile-ready
Mit Mobility-Plattformen ins mobile Zeitalter

Web

Enterprise: TYPO3 im Konzerneinsatz
Vorteile von TYPO3 für Unternehmen und Organisationen

Alles nur Containersache
Teil 1: Erstellung der Containerarchitektur

„Eine kleine Geschichte des Wandels“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich weiß gar nicht, ob Sie’s wussten, aber meine eigentliche Heimat ist das Web. Damit meine ich nicht nur, dass ich mich selbst als „Digital Native“ bezeichnen würde, sondern auch, dass ich selbst lange Zeit im Bereich der Webentwicklung tätig war.

Nun ist es so, dass ich mir eigentlich ein schönes Thema für dieses Editorial zurechtgelegt hatte, doch dann kam alles ganz anders. Jetzt sitze ich hier, während die ersten Schneeflocken den Wandel der Jahreszeit ankündigen, und erlebe in „meinem“ Umfeld ebenfalls eine Geschichte des Wandels. Und das kam so …

WordPress ist ein Blogsystem, das bestimmt viele von Ihnen kennen – und sei es nur, weil Sie den Namen schon einmal gehört haben. Dieses vor etwas mehr als zwölfeinhalb Jahren aus einem anderen Projekt – b2 – hervorgegangene Projekt (Initiator war übrigens Matthew Mullenweg, der damals, das sei nur am Rande erwähnte, zarte 19 Lenze zählte) ist heute, gelinde gesagt, Marktführer. Satte 25 Prozent aller Websites, die mit einem Content-Management-System betrieben werden, laufen mit WordPress. Der noch immer sehr junge Mann kann also mit Fug und Recht behaupten, etwas ziemlich großes geschaffen zu haben.

WordPress selbst ist in PHP geschrieben; die Skriptsprache, die von vielen „richtigen Programmierern“ belächelt wird. Zugegeben: Sie mag ihre Schwächen haben, aber sie ist der Motor des Webs; noch immer – JavaScript zum Trotz. Außerdem steht dort das nächste große Major-Release unmittelbar bevor, und diese Version 7 der Sprache markiert vor allem aufgrund der unter der Haube arbeitenden Engine einen elementaren Wandel im PHP-Universum. Neben zahlreicher neuer Sprachfeatures, auf die ich an dieser Stelle nicht eingehen muss, wird PHP 7 vor allem einen enormen Performanceschub bringen. Und das kommt uns am Ende allen entgegen. Doch jetzt kommt es: Das ist gar nicht der Wandel, über den ich eigentlich reden möchte.

Viel mehr möchte ich darüber reden, dass das Team hinter WordPress just am Tag, bevor ich dieses Editorial geschrieben habe, etwas veröffentlicht hat, was diese kleine, heile Symbiose – CMS und PHP – in eine gewisse Schieflage bringt. „Calypso“ heißt das Zauberwort, mit dem das Backend des Blogs nun beschrieben wird. Es hat sich dabei komplett von PHP und MySQL gelöst und ist JavaScript in Reinform. Node.js auf dem Server, React und Flux kommen im Frontend zum Einsatz. Und statt einzelne Bereiche vom Server nachzuladen, handelt es sich beim neuen Adminbereich um eine Single Page Application, die mit dem REST-API auf dem Server kommuniziert. Als Grund für diesen Wechsel wurde angegeben, dass man sich in diesem Legacy-Umfeld nicht mehr in der Lage gesehen hatte, den Herausforderungen eines modernen Webs zu stellen.

Nun kommt „Calypso“ vorerst noch nicht in den WordPress-Versionen zum Einsatz, die man herunterladen und auf dem eigenen Server installieren kann; dennoch beschreibt diese vor eineinhalb Jahren im Team beschlossene Entscheidung einen durchaus gar nicht so kleinen Wandel, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Natürlich ist gerade „alles JavaScript“. Aber es handelt sich um einen weiteren Tropfen, der den sprichwörtlich stetigen Stein höhlt. Ein anderer nicht ganz so unbedeutender Player im Web, Facebook, hatte vor Jahren bereits den Sprung von PHP weg gewagt; zu einer Zeit, in der es faktisch – das mag der ASP.NET- und der Java-Fraktion nun gefallen oder nicht – nur diesen einen Motor im Web gab. Facebook jedoch hatte die Ressourcen, Zeit und Geld in die … nennen wir es „Weiterentwicklung“ von PHP zu stecken. Zunächst wurde im Alleingang eine neue Engine entwickelt, danach die Sprache selbst. Das Ergebnis nennt sich „Hack“ und kommt beim Social-Media-Riesen für große Teile der Applikation zum Einsatz.

So ist es also mit dem viel gerühmten Wandel – manchmal kommt er schleichend, und irgendwann sind es immer größere Bereiche, die aus ihrem angestammten Umfeld ausbrechen und auf „neue“ oder wiederentdeckte Technologien setzen. Das alles gilt natürlich nicht nur fürs Web, aber dort fällt es aufgrund der Größenordnung natürlich schneller auf.

Diese kleine Geschichte des Wandels sollte uns zeigen, dass alles in Bewegung ist. Immer und überall. Und auch wenn wir das natürlich schon längst wissen, ist es ein deutliches Zeichen.

Bleiben Sie in Bewegung!

Ihr
Tom Wießeckel


Weitere Ausgaben

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -