Interview mit Robin Tech zum Hardware IoT Camp

Hardware, Software, Design, Business – die Mischung macht’s!

Hardware, Software, Design, Business – die Mischung macht’s!

Interview mit Robin Tech zum Hardware IoT Camp

Hardware, Software, Design, Business – die Mischung macht’s!


Das Startup Camp Berlin ist bereits seit einigen Jahren eine feste Größe in der Hauptstadt – doch dieses Jahr gibt es eine Neuerung: Focus Camps zu verschiedenen Themen; wie zum Beispiel Digital Health oder Tech.

Am 8. und 9. April findet in der Hauptstadt wieder das Startup Camp Berlin statt; der Ort, an dem sich Gründer, Investoren, Entrepreneure und Studenten aus der ganzen Welt zusammenfinden, um die Chancen der Gründerlandschaft in Deutschland auszuloten. Wir haben mit Robin Tech, Kurator des Tech Camps auf dem Startup Camp Berlin über das anstehende Event gesprochen.

IoT – ein tendenziell nebulöses Thema wird greifbar

Herr Tech, was erwartet die Teilnehmer des Hardware IoT Camps?

Robin Tech: Ein tolles Panel, Diskussionen und Vorträge von Menschen, die wissen, wovon sie reden. Die Vorträge beleuchten das Thema IoT aus verschiedenen Blickwinkeln (bspw. Food, Security und Smart City). Damit wird dieses tendenziell nebulöse Phänomen viel greifbarer, verständlicher und inspirierender. Das Panel wird über die Finanzierung von Hardware und High-Tech-Startups diskutieren. Da diese Startups meist mehr und für längere Zeit externes Kapital benötigen, schauen wir uns Strategien an, wie die richtigen Investoren identifiziert und überzeugt werden können.

Welche grundsätzlichen Tipps können Sie Startups in Bezug auf Hardware im Internet of Things geben?

Robin Tech: Fangt mit einem wirklich relevanten Problem an. Viele Teams lassen sich sehr von dem Grundsatz „Wir machen es, weil wir es können“ treiben. Wir empfehlen, ganz klar zu definieren, was das Team kann und welches Problem diese Fähigkeiten potentiell lösen könnten. Dann geht es darum, sehr schnell und gerne auch iterativ eine Nische zu definieren, die ausgebaut werden kann. Das kann auch heißen, dass eine neue Nische definiert wird. Nichts anderes machen übrigens die Großen wie Google mit Nest und Apple mit dem iPhone. Und natürlich die vielen tollen mittelständischen Unternehmen.

Robin Tech

Robin TechAs co-founder of AtomLeap, Robin makes digitized hardware and high-tech happen. Past experiences include employments at Audi (inductive charging of EVs) and the European Commission, as well as his research appointment at the Humboldt Institute for Internet and Society. He’s also an advisor to the German Bundestag’s ‚Digitale Agenda‘ committee and highly interested in technologies that help make tomorrow’s world sustainable, just, and awe-inspiring.

Wie unterscheidet sich ein Hardware-IoT-Startup von anderen Startups? Ist nicht jedes Hardware-IoT-Startup auch gleichzeitig ein Software Startup?

Robin Tech: Im Prinzip schon. Wir sprechen auch gerne von digitalisierter Hardware und High-Tech, um zwei Punkte klarzumachen. Erstens: Wir finden ein Startup, das Stühle, also Hardware, produziert zwar schön, aber für unseren Accelerator unspannend. Anders sieht das aus, wenn der Stuhl Drucksensoren und eine Anbindung an das Internet bekommt, um beispielsweise unsere Sitzhaltung zu verbessern.

Stolpersteine und Checklisten for IoT-Startups

Was sind Ihrer Meinung nach die gefährlichsten Stolpersteine für IoT-Startups? Und: Was sind die typischen Fehler, die gemacht werden? 

Robin Tech: Ganz klar: Teams, die zu weit weg vom Kunden, Nutzer und Problem sind, werden scheitern. Außerdem ist es fundamental wichtig, eine gute und komplementäre Teamzusammensetzung zu haben. Hardware, Software, Design, Business — alles wichtig. Wir glauben aber auch, dass ein Team, das anfangs nur aus TechnikerInnen besteht erfolgreich sein kann. Ein Team, das nur aus BWLern besteht eher nicht.

Kann man sich als Startup eventuell an einer Art Checkliste entlang hangeln, um wichtige Entscheidungen bezüglich der eingesetzten Technologien zu treffen?

Robin Tech: Nicht wirklich. Aber so viel wie möglich mit Standardkomponenten zu arbeiten, ist sicher klug. Beim PCB-Design und der SMD-Auswahl helfen lokale Unternehmen — in Berlin z.B. Pikkerton und Alpha Board — gerne und unbürokratisch. Lokale Partner sind übrigens in frühen Phasen meist viel, viel besser als Produzenten in beispielsweise China. Abstimmungszeiten, Lead Times und Qualität sind in Europa einfach am besten. Auf jeden Fall sollte für Zertifizierung und Prototypenproduktion genug Zeit eingeplant werden.

Was halten Sie von sogenannten Hardware-Innovation-Plattformen wie Seeed oder ITead? Welche Unterstützung bieten diese Anbieter und gibt es auch europäische Alternativen?

Robin Tech: Finde ich gut. Aber nur in Kombination mit verlässlichen Hardware-Produzenten, ordentlichen Accelerator-Programmen und etablierten Firmen, die das schon ziemlich lange ziemlich gut machen.


Berlin Startup Camp

Startup Camp BerlinDas Berlin Startup Camp findet am 9. und 9. April in der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Es bietet neben einem klassischen Konferenzprogramm einen Pitch Marathon, eine Expo sowie Office Hours und Focus Camps, in denen den Teilnehmern erfahrene Experten mit praktischen Tipps und Tricks zur Seite stehen.

 

Aufmacherbild: Motherboard and pc components over a wood background for a IOT or comunication and network concepts von Shutterstock / Urheberrecht: Ana Ndongo

Christoph Ebert, Redakteur


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