Diese Personas braucht jedes agile Team

Agile Superhelden: Super-Scrum-Master und Profi-Product-Owner
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Heißt Teamwork „toll, ein anderer macht’s“? Nicht mit Agile! Hier ist jeder Einzelne gefragt, damit das Projekt am Ende ein voller Erfolg wird. Damit das agile Arbeiten auch wirklich klappt, muss einiges beachtet werden. Nicht jeder ist nämlich der geborene Teamplayer oder der perfekte Scrum-Master. Unsere agilen Superhelden zeigen darum, wie agiles Arbeiten optimal funktioniert. Heute präsentieren wir den Super-Scrum-Master und den Profi-Product-Owner.

Coach, Lehrer, Begleiter, „servant Leader“ – das alles ist der perfekte Scrum-Master, wie wir schon vor einigen Monaten festgestellt haben. Allerdings ist auch das damals gezeichnete Bild noch nicht vollständig. Geduld, Fachwissen hinsichtlich agiler Techniken, Menschenkenntnis und Selbstreflexion klingen zwar gut und sind wirklich wichtig; für wahre Perfektion braucht es aber noch etwas mehr.

Der agile Allrounder

Was kommt also noch dazu? Auch psychologische Kenntnisse sind wichtig für den Job, um die Prozesse innerhalb des Teams frühzeitig zu verstehen. So kann der Super-Scrum-Master gezielt Einfluss auf das Klima im Team nehmen, ohne das Team dadurch in seiner Freiheit einzuschränken. Auch als Streitschlichter lohnt es sich, ein wenig Grundwissen in Sachen Psychologie zu besitzen. Und gute Nerven gehören auch zum Job. Scrum-Teams lernen aus Fehlern genau so viel wie aus Erfolgen; ein Super-Scrum-Master lässt sie also auch diese Erfahrung gelegentlich machen. Aber immer mit dem richtigen Fingerspitzengefühl: Wann er intervenieren sollte, weiß er selbstverständlich immer.

Agile Superhelden

Teil 1: Super-Scrum-Master und Profi-Produkt-Owner

Teil 2: Die Entwickler-Helden und ihre Endgegner

Außerdem muss er das Selbstbewusstsein des Teams stärken und dem Team alles beibringen, was es für die agile Arbeitsweise braucht. Das Ziel lautet: Das Team soll ohne den Scrum-Master auskommen können! Aber keine Sorge. Wer seinen Job gut gemacht hat, wird immer wieder vom Team konsultiert werden, wenn es Probleme gibt. Aus der optimalen Zusammenarbeit entsteht Vertrauen – das Team braucht den Super-Scrum-Master nicht, es will ihn aber bei sich haben. Dafür muss er nur noch verfügbar sein, aber nicht aktiv in den Prozess eingreifen.

Der Super-Scrum-Master

Das klingt zu gut um wahr zu sein? Stimmt. Darum ist der perfekte Scrum-Master auch der erste der agilen Superhelden und somit ein Vorbild für alle, die nach Perfektion in diesem Job streben.

Name Super-Scrum-Master
Zitat „Tell me what you want!“
Details Als moderner Universalgelehrter weiß der Super-Scrum-Master alles; er hat vielfältige Kenntnisse auf verschiedensten Gebieten der agilen Arbeitsweise und Softwareentwicklung. Die ultimative Antwort auf Probleme und Schwierigkeiten kennt er aber auch nicht. Er lässt seinem Team Freiheiten, ist eine Art wandelnde Wikipedia mit Menschenkenntnis, Psychologie-Studium, Informatik-Fachwissen und eigentlich fast unsichtbar, wenn es gut läuft. Dann kommt nämlich maximal seine Kreativität zum Tragen, wenn er das Daily Scrum Event umgestaltet, sodass die Mitarbeiter dauerhaft Spaß daran haben. In seiner Freizeit erweitert er sein Wissen über die verschiedenen Fachgebiete ganz selbstverständlich, Urlaub kennt er nicht – wenn sein Team ihn braucht, ist er da!
Ziele Sein Ziel ist es, dem Scrum-Team zu dienen. Er möchte, dass alles reibungslos läuft, alle Teammitglieder sich wohlfühlen, schnell sind und gerne zusammenarbeiten. Auch an der Unternehmenskultur liegt ihm etwas. Gibt es hier Probleme, stellt er sich schützend vor sein Team, damit diesem nichts im Wege steht.

Der Organisator

Der Profi-Product-Owner ist hingegen weniger auf die Arbeitsweise des Teams fokussiert. Wie das Team sein Backlog abarbeitet und sich dafür organisiert, ist ihm relativ egal, solange es funktioniert! Das Product Backlog ist sein Evangelium, das agile Manifest seine Bibel. Er weiß, was „Customer collaboration over contract negotiation“ und „Responding to Change over following a plan“ wirklich bedeuten und ist jederzeit darauf vorbereitet, seine bestehende Pläne über Board zu werfen, um sie neuen Anforderungen anzupassen. Er ist der Vertreter des Auftraggebers, ständig in Kontakt mit allen Projektbeteiligten und behält den Überblick über die Details und Prozesse der Teamarbeit! Alle Fäden laufen bei ihm zusammen – und er weiß, wann er sie mit den Fäden anderer Teams verknüpfen  muss.

Die ständige Bereitschaft zur Anpassung an neue Anforderungen ist Vor- und Nachteil der agilen Arbeitsweise zugleich. Immerhin soll das Arbeitstempo ja gleichbleibend hoch sein, während Änderungen jederzeit willkommen sind. Für den Profi-Product-Owner ist das gar kein Problem. Er versteht es, zwischen wirklich dringenden Anliegen und solchen zu unterscheiden, die definitiv erst in den nächsten Sprint gehören und verteidigt das Sprint Backlog gegen Einflüsse von Außen, wenn das nötigt ist! Sonst gerät das Team ja aus dem Takt und das würde ihm der Super-Scrum-Master doch eher übel nehmen. Ist er sich unsicher, bespricht er sich darum mit seinem Superhelden-Kollegen.

Der Profi-Product-Owner

Ein starker Charakter und eine gewisse Durchsetzungsfähigkeit gehören zu den Eigenschaften des Profi-Product-Owners. Er sagt nein, wenn es darauf ankommt – egal, ob der Chef eine Anfrage stellt oder der Auftraggeber. Die Produktvision ist ihm jederzeit bekannt; er verliert nie das große Ganze aus den Augen, während er noch das kleinste Details korrekt zu behandeln weiß. Als Organisationstalent kann er auch mit mehreren hundert Details auf dem Backlog so jonglieren, dass immer genau die richtige Aufgabe ganz oben auf der To-Do-Liste steht.

Um das zu schaffen, hat er neben dem Überblick über alle Listen, Boards und Aktivitäten auch Einblick in die wirtschaftliche Seite des Projekts. Er kann die Relevanz aller Elemente des Backlogs zu jedem Zeitpunkt erklären, entwirft eine Marketing-Strategie, verfolgt die Ziele der Auftraggeber – und macht sie zu seinen eigenen. Das passiert, indem er seine kommunikativen Fähigkeiten einsetzt. Er ist Meister der Gesprächsführung und des Interviews, er kitzelt jede Information aus den Auftraggebern heraus – selbst dann, wenn der Auftraggeber gar nicht so genau weiß, was er möchte. Genau so ist er gut darin, die Product Vision ans Team so zu kommunizieren, dass es ein Gefühl für das „große Ganze“ bekommen.

User Stories & Organisation

User Storys sind seine Welt. Er integriert sie nahtlos in das Backlog und erschafft dadurch ein Bild, das jedem verständlich ist. Verschieden Arten von Backlog-Items sind ihm bekannt, genau so wie die wirtschaftlichen Erwägungen des Projekts. Er ist eine Art CEO für sein Projekt – und die Schnittstelle zwischen Team, Kunden und Stakeholdern. Er übertrifft die Erwartungen der Kunden und beherrscht die hohe Kunst der agilen Kommunikation. Er verliert sich nicht in endlosen Diskussionen, sondern kann die Führung übernehmen, wenn es nötig ist.

Der Profi-Product-Owner ist also der zweite der agilen Superhelden. Hier ist seine Persona:

Name Profi-Product-Owner
Zitat „Finger weg von meinem Backlog, sonst hast du bald keine mehr!“
Details Der Profi-Product-Owner ist nicht ganz so vielseitig wie der Super-Scrum-Master; vielmehr ist er Profi in Sachen Backlog und Product Management. Er kennt jedes Details des Produkts, weiß genau, wo die Reise hingehen soll. Er ist der Anzugträger des agilen Teams: Verlässlicher Partner für den Kunden, starkes Gegenüber für den Chef. Er setzt sich durch, er verteidigt seine Domäne bis zum allerletzten! Und das verantwortungsbewusst und kompetent. Gegenüber dem Team ist er Ansprechpartner Nummer 1 für alle Fragen, die das Produkt betreffen. Er versteht es, dem Team zu vermitteln worum es geht – und gleichzeitig den ganzen Kleinkram der Projektarbeit selbst in die Hand zu nehmen. Er organisiert alles und wird nie ohne sein Smartphone oder Tablet gesehen! Ohne seine Listen und Kalender ist er nämlich aufgeschmissen. Oder doch nicht? Natürlich hat er auch alle Details im Kopf – aber es ist einfach praktisch, schnell mal dem Stakeholder schreiben zu können.
Ziele Das perfekte Produkt und der begeisterte Kunde treiben den Product Owner zu Höchstleistungen an.

Ein agiles Team, das von diesen Superhelden angeführt wird, kann schon ziemlich gut an seinen Projekten arbeiten. Immerhin müssen sie sich so nicht mehr mit Stakeholdern herumärgern, sondern können sich auf das Projekt konzentrieren. Und sie haben die Sicherheit, dass sie auch Fehler machen dürfen. Ihr Scrum-Master wird sie schon vor dem schlimmsten bewahren, ohne die Verantwortung vom Team wegzunehmen. Wer genau weiß, wohin es gehen soll, kann die richtigen Entscheidungen treffen; wer gut unterstützt wird, kann sie optimal umsetzten. Aber was ist mit der Team-Ebene? Hier braucht es ebenfalls die richtigen Superhelden, damit das Projekt gelingen kann. Diese stellt Teil 2 des Artikels vor.

Aufmacherbild: superhero businessman looking at city skyline at sunset von Shutterstock / Urheberrecht: Yuganov Konstantin

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