Google Cloud Functions in Alphaversion veröffentlicht

Google will mit Cloud Functions weiter zu Amazon aufschließen
Kommentare

Hoch oben, wo die Internetgiganten um die Vorherrschaft im Cloud-Computing-Markt kämpfen, ist die Luft naturgemäß äußerst dünn. Mit den gerade veröffentlichten Cloud Functions ergreift Google jetzt eine weitere Maßnahme, um hier nicht ins Hintertreffen zu geraten. Aber reicht es, ständig nur zu den Innovationen anderer Unternehmen aufzuschließen?

Facebook mag seine Aspirationen im Cloud-Business fürs Erste auf Eis gelegt zu haben, was noch lange nicht heißt, dass Google irgendeinen Grund dazu sieht, dasselbe zu tun. Aktuell macht sich das Unternehmen daran, seine Services auf den neuesten Stand zu bringen. Ähnlich wie die Einführung eines cloudbasierten Content Delivery Networks sowie eines Hosting-Tools für Source Code-Repositories ist der heimlich vollzogene Launch von Google Cloud Functions dem Bemühen geschuldet, gegenüber der Konkurrenz nicht zurückzufallen. Gemeint ist hier vor allem Amazon Web Services (AWS), die über alle genannten Features schon vorher verfügten.

Cloud Functions und Lambda

Die für Google Cloud Platform konzipierten Cloud Functions laufen als Node.js-Module, werden daher in JavaScript geschrieben und bietet im Prinzip dieselben Funktionen wie Lambda, dem Task Processing-Tool von/für AWS. Beide Tools erlauben Entwicklern, kleinere Funktionen aufzusetzen, die im Falle bestimmter Events automatisch ausgelöst werden, etwa wenn Daten hochgeladen oder Bestellungen im Onlineshop abgeschickt werden. Das soll in erster Linie Entwickler entlastet, wie es in der Dokumentation heißt:

Google Cloud Functions is a lightweight, event-based, asynchronous compute solution that allows you to create small, single-purpose functions that respond to cloud events without the need to manage a server or a runtime environment.

Dadurch kann erstens wertvolle Entwicklungszeit eingespart werden, die sonst bspw. für die Programmierung und Instandhaltung von Code für getriggerte Funktionen verbraucht würde. Zweitens können flexiblere Workflows für die jeweiligen Zwecke der belieferten Kunden erarbeitet werden. Insbesondere in Branchen, die mit Echtzeit-Aktivitäten zu tun haben (Internet of Things zum Beispiel), ist ein solcher Service äußerst wichtig. Das gilt insbesondere für Google, wie der Cloud-Analyst Brian Gracely im Gespräch mit Silicon Angle anmerkt: “It’s critical for Google to have something like this not just to be competitive but because their customers are all data-intensive”.

Weitere Konkurrenz für Google und Amazon

Doch Google ist nicht allein mit seinen Bemühungen, den Anschluss an AWS nicht zu verlieren. Laut Janakiram MSV soll auch Microsoft ein ähnliches Projekt für seinen Cloud-Service Azure in der Pipeline haben, was er vor allem an der Existenz von Webjobs, einer asynchronen Execution Engine für Azure, und Microsofts Investitionen in Service Fabric, einer Platform as a Service, festmacht.

Darüber hinaus ist es Iron.io, einem 2010 gegründeten Anbieter von Task-Processing-Software im Stile von Lambda, kürzlich gelungen, insgesamt 11,5 Millionen Dollar an Finanzmitteln zu generieren. Mit dem Geld soll die Feature-Palette der Software vergrößert werden, natürlich mit dem Ziel, besser am Markt und dort besonders im Enterprise-Segment bestehen zu können.

Googles Pläne

Google wird also hartnäckig bleiben und sich weiterhin als schneller Nachzügler beweisen müssen. Da spätestens nach dem Ende von Facebooks Parse eine große Unsicherheit in der Branche vorherrscht, ist es unbedingt notwendig, es nicht an Kampfeswillen mangeln zu lassen. Dass sich der Konzern dem durchaus bewusst ist, darauf deutet nicht zuletzt die Anstellung von VMware-Mitgründerin Diane Greene hin, die im Zuge des Aufkaufs ihrer Firma Bebop festgeklopft wurde. Sie leitet seit vergangenem November Googles Cloud-Business.

Obwohl die nachträgliche Integration von Features, die Konkurrenten vorgelegt haben, ein normaler Vorgang in jeder Branche ist, stellt sich doch die Frage, ob man sich damit langfristig am Markt halten kann. Ein riesiges Unternehmen wie Google verfügt zwar über einen langen Atem, aber kann sich gleichzeitig nicht damit begnügen, ewiger Zweiter zu sein. Zumal Kunden sich erstens gewöhnlich lieber ans Original wenden und man zweitens die Preisschraube nicht unendlich runterdrehen kann.  In Sachen Innovation muss Google also einen Gang zugelegen.

Cloud Functions testen

Die Google Cloud Functions können ab sofort in einer Alphaversion ausprobiert werden, wozu lediglich ein Formular ausgefüllt werden muss. Preise sind wegen des frühen Stadiums der Software noch nicht bekannt.

Aufmacherbild: rvlsoft / Shutterstock.com

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -