Virtual Reality, Live API, Rights Manager und Facebook Messenger

F8 Roundup Tag 1: Per Technologie die Welt verbinden
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Virtual-Reality-Kamera, Live API, Maßnahmen gegen Videopiraterie und einschneidende Veränderungen beim Messenger-Service: Facebook hat eine ganze Palette neuer Tools und Produkte am ersten Tag der F8 2016 vorgestellt. Wir nehmen die wichtigsten von ihnen unter die Lupe.

Die jährlich in San Francisco stattfindende Facebook Developer Conference (F8) richtet sich an Entwickler und Entrepreneure, die Produkte und Services im Bereich der Webentwicklung erstellen. Innerhalb von zwei Tagen werden ihnen die neusten Produkte, Tools und interaktiven Demos von Speakern präsentiert.

Virtual-Reality-Kamera: Facebook Surround 360

Facebook hat eine Open-Source-Video-Kamera mit dem Namen „Facebook Surround 360“ vorgestellt. Sie soll dabei helfen, 360-Grad-Material für den Virtual-Reality-Bereich zu erstellen. Brian Cabral, Facebooks Director of Engineering, sagt in einem Blogpost: „Als wir mit den Arbeiten an dem Projekt begannen, waren all die vorhandenen 3D-360-Grad-Video-Kamers entweder proprietär, nur auf Anfrage verfügbar oder völlig unzuverlässig in der End-to-End-Entwicklung.

Außerdem bemängelte Cabral die Qualität der bisher verbauten Kameras und Gehäuse. Ihm zufolge ist das erklärte Ziel von Facebook, ein zuverlässiges Modell zu entwerfen, das Inhalte einfach aufnimmt, editiert und rendert. Die schwierigste Herausforderung sei hierbei die Implementierung des stereoskopischen Sehens gewesen. Fortschritte in der Algorithmusforschung, verbesserte Bildsensoren und günstiger Solid-State-Speicher hätten es jedoch möglich gemacht, die anfallenden Probleme zu lösen – laut Cabral war die Technik vor fünf Jahren noch nicht so weit.

Ganz uneigennützig ist die Entwicklung von Facebook Surround 360 aber nicht. Das Unternehmen ist Eigentümer der Firma, die hinter Oculus Rift und Samsung Gear VR steckt. Ein Mehr an qualitativen VR-Videoinhalten steigert also gleichzeitig die Nachfrage und Popularität der beiden Geräte.

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Facebook Live: Live API

„Wir stehen am Anfang eines goldenen Zeitalters des Online-Videos“, so Zuckerberg. Nachdem Facebook bereits 2015 Live-Videos via Facebook Live verfügbar gemacht hat, kündigte das Unternehmen nun ein Live API an. Mithilfe des APIs soll es Entwicklern und Publishern möglich sein, Facebook-Live-Videos in ihre existierenden Produktionssetups zu integrieren. Außerdem können Kamerahersteller das API direkt in ihre Produkte implementieren.

Der größte Vorteil für Produzenten und Hersteller liegt jedoch in Facebooks enormer Reichweite von über einer Milliarde Nutzern. „Der schwierigste Punkt bei der Produktion von Live-Videos ist es, ein breites Publikum zu finden“, sagt Jesse Hertzberg, CEO von Livestream. „Facebook löst dieses Problem“. So hat beispielsweise das Videonetzwerk Tastemade vor Kurzem Live-Videos via Facebook Live publiziert, was ihnen zeitweise bis zu 220.000 gleichzeitige Zugriffe bescherte.

Rights Manager soll Videopiraterie bekämpfen

Nach wie vor ist die Videopiraterie, also die Veröffentlichung fremder Videoinhalte auf Facebook, ein Problem. Damit Publisher ihren Videocontent in Zukunft besser schützen können, hat Facebook vor Kurzem einen Rights Manager veröffentlicht, der sich aus einer Reihe von Admin- und Workflow-Tools zusammensetzt. Der Rights Manager schließt auch Facebook-Live-Inhalte mit ein und soll den Inhabern mehr Flexibilität im Umgang mit ihren Werken einräumen.

Jedes gestreamte Video wird laut Aussage des Unternehmens mit einer internen Referenzbibliothek abgeglichen. Komm es zu unrechtmäßigen Verstößen, soll der Stream sofort unterbrochen werden. Außerdem ist es Publishern möglich, eigene Referenzen von Live-Video-Inhalten anzugeben, die dann mit dem Angebot auf Facebook Live abgeglichen werden. Darüber hinaus können verbindliche Regeln bei der Benutzung von Videos festgelegt werden. Darunter fällt ebenfalls die Funktion, den eigenen Content für bestimmte Seiten freizugeben.

Messenger-Plattform soll Apps ersetzen

In einer morgendlichen Keynote kündigten Mark Zuckerberg und weitere Führungskräfte eine Software-Plattform zur Entwicklung von Applikationen an, mit deren Hilfe Bots für den Messenger-Dienst von Facebook erstellt werden können. Online-Produkte und Services sollen in Zukunft nicht mehr hauptsächlich per App, sondern via Nachrichtenfunktion angesteuert werden. „Ich habe noch nie jemanden getroffen, der gerne ein Unternehmen anruft“, so Zuckerberg. „Und niemand will für jede Firma eine App installieren.“

Mithilfe der neuen Messenger-Plattform können Facebook zufolge Bots entwickelt werden, die in der Lage sind, via Konversationsinterface Wetter- und Verkehrsupdates, Versandbenachrichtigungen und Einkaufsbestätigungen zu versenden. Darüber hinaus soll es ein Messenger-Send/Receive-API Unternehmen ermöglichen, nicht nur Textnachrichten, sondern ebenfalls Bilder und interaktive Elemente wie CTA-Buttons zu verschicken. Ebenfalls wurden Monetarisierungsmaßnahmen wie Werbeanzeigen („Sponsored Messages“) diskutiert.

So plant CNN, täglich eine Zusammenfassung ihrer Stories per Messenger zu verteilen. Der Personalisierungsgrad soll mit jeder Benutzung ansteigen. HP hat bereits einen Bot veröffentlicht, der es Nutzern leichter machen soll, Dokumente in einem Netzwerk zu versenden und zu drucken.

Aber nicht jeder ist von Facebooks Neuvorstellung überzeugt: „Zeigen und Klicken ist immer noch einfacher als Texten“, sagt Analystin Karsten Wiede. „Ich bin nicht davon überzeugt, dass das Texting ein brauchbares Interface ist. Alles hängt davon ab, wie gut der Chatbot ist.“ Ebenso kritisch äußert sich Analystin Julie Aks: „Die Kombination von künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen und kognitivem Computing, die für eine reibungslose Erfahrung sorgen könnte, ist noch Jahre entfernt.“

Aufmacherbild: Facebook has over 10 million via Shutterstock / Urheberrecht: Lukasz Stefanski

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