AI & IoT werden vom Trend zum Mittler anderer Trends

Gartner-Trends: Wohin entwickelt sich die IT-Welt?
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Das Beratungsunternehmen Gartner hat seine Prognosen zur Entwicklung der IT-Branche für die Jahre 2018 und darüber hinaus veröffentlicht. Wie wird sich der Markt entwickeln; wohin geht es technologisch?

Wohin entwickelt sich die IT-Branche? Dieser Frage ist Gartner gleich in verschiedener Hinsicht nachgegangen. Antworten gaben einige kürzlich veröffentlichte Reports zu strategischen und technologischen Trends. Das Analyse- und Beratungsunternehmen Garter beobachtet den IT-Markt bereits seit Jahren; die Prognosen sind weithin bekannt und durchaus umstritten.

Schritt halten mit der Innovation wichtig

In diesem Jahr steht unter anderem das Thema der Geschwindigkeit technologischer Innovation im Zentrum der Prognosen des Unternehmens. Daryl Plummer, Research Vice President und Fellow bei Gartner, mahnte Unternehmen dazu, das hohe Innovationstempo nicht zu unterschätzen, sondern sich darauf einzstellen:

„Das Tempo der technischen Innovationen ist so hoch, dass die meisten Unternehmen überfordert sind. Bevor eine Innovation implementiert ist, sind schon zwei weitere da. […] CIOs müssen eine Entwicklungsgeschwindigkeit aufbauen, die sie beibehalten können, egal was die Zukunft bringt“

Dies zeichnet sich auch in den Trends ab, die Gartner für die kommenden Jahre prognostiziert: Immer schneller sollen disruptive Technologien die Märkte verändern; die Ausbreitung von Technologien soll noch einmal einen großen Schub erleben. Hier sind die zehn Gartner-Prognosen zu den strategisch wichtigen Trends der kommenden Jahre.

10 strategisch relevante Trends

  1. Visuelle und sprachgesteuerte Suchfunktionen als Wachstumsmarkt

Visuell gesteuerte Suchfunktionen, die über Bilder oder Live-Kamerazugriff ähnliche Produkte wie die sichtbaren finden, sowie sprachgesteuerte Suchen, die eine möglichst natürliche Sprache verstehen, sind laut Gartner auf dem Vormarsch. Die steigende Nachfrage nach sprachgesteuerten Assistenten eröffne hier laut Gartner-Report Wachstumschancen für Unternehmen, die früh auf die Technologien setzen. Bis 2021 solle es für Early Adopters mithilfe dieser Technologien möglich sein, ihren Umsatz um 30 Prozent zu steigern.

  1. Disruption digitaler Giganten

Gartner prognostiziert, dass die heutigen digitalen Riesen (wie Amazon, Facebook und Google) ihre Geschäftsmodelle bis 2020 selbst disruptiv verändern werden. Anpassungen an verschiedene Marktsituationen und Trends waren es, die die Riesen zu ihrem heutigen Status gebracht haben; insofern entspricht diese Prognose durchaus dem typischen Verhalten der Global Player.

  1. Krypotwährungen auf dem Vormarsch

In den kommenden Jahren bis 2020 sollen Kryptowährungen wie Bitcoin dem traditionellen Bankensektor eine Wertschöpfung von einer Milliarde Dollar bescheren und somit hier ein vermehrtes Interesse hervorrufen. Dies sei jedoch nicht der entscheiden Faktor an dieser Entwicklung, so der Gartner-Report. Wichtiger sei vielmehr, dass aufgrund dieser Entwicklung eine allgemeine Legitimation der Währung zu erwarten sei.

  1. Mehr Fake-News

Im Jahr 2022 soll die Menge an Fake-News im Netz so weit anwachsen, dass der durchschnittliche Internetnutzer mehr falsche als wahre Informationen pro Tag konsumiert. Das werde Auswirkungen auf die öffentliche Präsentation von Marken haben, die Wege finden müssen, den Einfluss von Fake-News auf ihren Ruf zu minimieren.

  1. Digitales Misstrauen

In diesem Kontext sind auch künstliche Intelligenzen (KI) von Bedeutung. Sie können Falschinformationen zwar erkennen und rausfiltern, allerdings sind sie noch besser darin, Falschmeldungen zu erschaffen. Die Manipulationsmöglichkeiten sind technisch bereits weiter fortgeschritten, sodass binnen der kommenden zwei Jahre eine Überzahl an von Bots geschaffenen Fake-News zu beobachten sein wird. Denen steht eine begrenzte Möglichkeit zur Filterung durch KIs gegenüber.

  1. Bots statt Apps

Mehr als die Hälfte der Unternehmen wird 2021 einen höheren Anteil ihres Tech-Budgets für Bots und Chatbots ausgeben als für klassische Apps. Gartner postuliert den Beginn einer „Post-App-Ära“, im Rahmen derer Chatbots die zentrale Rolle im Design von Anwendungen spielen und die Bedeutung der runterladbaren Apps für einzelne Anwendungszwecke sinkt.

  1. Versatilität statt Spezialisierung

Auch der Jobmarkt in der IT wird sich noch einmal verändern: Bis 2021 sieht der Gartner-Report eine Entwicklung hin zur Vielfältigkeit der Jobprofile von IT-Profis voraus. Bereits dann sollen 40 Prozent der IT-Profis, so der Report, multiple Aufgaben erfüllen, statt nur einen Arbeitsbereich zu bedienen.

  1. Künstliche Intelligenz als Jobmotor

Die Sorge um einen Jobschwund durch künstliche Intelligenzen ist wohl weithin bekannt; auch der Gartner-Report geht davon aus, dass in den kommenden Jahren 1,8 Millionen Jobs durch KIs wegfallen werden. Dem stellt der Report jedoch einen Stellenzuwachs von 2,3 Millionen Jobs gegenüber, die bis 2020 auf derselben Grundlage entstehen. Der Report verweist auch darauf, dass die Branchen-Verteilung uneinheitlich sein könnte, also nicht unbedingt dort Stellen entstehen, wo diese wegfallen.

  1. IoT überall

Bereits im Jahr 2020 soll IoT-Technologie in 95 Prozent der neu entstehenden Produkte mit Elektronik-Anteil enthalten sein. Dies liege in den sinkenden Kosten für derartige Lösungen begründet, die zu einer weiteren Verbreitung führe; auch die Nachfrage danach sei gegeben. Eine Herausforderung bestehe jedoch in der Sicherheitsfrage.

  1. IoT-Security-Kosten

In dieser Hinsicht lautet die Prognose des Gartner-Reports, dass im Jahr 2022 die Hälfte des Sicherheitsbudgets von IoT-Unternehmen auf Nachbesserungen, Rückrufe und  sonstige Probleme verwendet werden wird, die erst in der Produktion auffallen. In dieser Hinsicht könnte das hohe Innovationstempo also zum Stolperstein werden.

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Die Tech-Trends

Die Tech-Trends 2018, ebenfalls kürzlich von Gartner veröffentlicht, bilden die vorgenannten Prognosen in ähnlicher Form ab. Hier geht es um die Frage, welche Technologien geeignet sind, die digitalen Geschäftsmodelle und Ökosysteme der Zukunft zu gestalten. Die drei großen Schlagworte in dieser Hinsicht sind das der künstlichen Intelligenz, der digitalen Lösungen und des Mesh. Unter einem Mesh versteht Gartner die Verbindung von Menschen und Geräten, Content und Services durch intelligente Netzwerke.

Künstliche Intelligenz und Mixed Reality im Trend

Im Bereich der künstlichen Intelligenzen sieht Gartner die Grundlagenforschung an den Themen der Entscheidungsfindung und der UX als einen Bereich von  zentraler Bedeutung. Auch die Anwendung von KIs in intelligenten Apps und Analytics ist hier von großer Bedeutung, vor allem im Kontext ihrer Verwendung innerhalb bereits vertrauter, bestehender Anwendungen. Intelligente Dinge stellen den dritten Aspekt dieses Bereichs dar, dem Gartner ein großes Wachstum prognostiziert.

Im Bereich der digitalen Lösungen benennt Gartner insgesamt vier Trend-Technologien. Dazu gehören die digitalen Twins, die Kombination aus Cloud- und Edge-Technologie, Conversational UIs sowie VR, AR und Mixed Reality unter dem Begriff der Immersive Experience. Gartner geht davon aus, dass der Fokus in den kommenden fünf Jahren vor allem auf der Mixed Reality liegen wird.

Blockchain für ein engeres Netz

Im Bereich des Mesh sieht Gartner die Trends vor allem in der Blockchain, der verbesserten Analyse und Nutzung von Business-Events durch die Verwendung von künstlichen Intelligenzen und IoT, sowie der Sicherheitsfrage. Hinsichtlich letzterer geht Gartner davon aus, dass vor allem eine Integration der Security in den DevOps-Bereich erfolgen muss, um den neuen Herausforderungen zu begegnen, begleitet von der Einführung besserer Mechanismen zur frühen Detektion von Angriffen.

Hier zeigt sich eine große Überschneidung mit den Trend-Prognosen für das laufende Jahr. Künstliche Intelligenzen und smarte Systeme gelten schon lange als richtungsweisende Technologien. Allerdings kann über die Jahre hinweg festgestellt werden, dass der Trend verstärkt dahin geht, IoT und KI weniger als Trends an sich zu bezeichnen und verstärkt ihre Nutzung auf verschiedenen anderen Gebieten hervorzuheben und zum Trend zu erklären.

Echte Trends?

Daneben muss in der Beurteilung der Trendprognose auch der Gartner Hype Cycle beachtet werden, der eine über viele Jahre andauernde, wellenförmige Entwicklung von Hype-Phänomenen beschreibt. Dementsprechend sind Trends langsamen Entwicklungszyklen unterworfen, die sich in den zuvor genannten Prognosen niederschlagen. Die erste Welle der CUI und grafischen Suchsysteme erwartet Garnter ja bis 2025; bis dahin wird die Technologie also im Trend bleiben.

Die technologischen Prognosen erklären allerdings auch die Prognose zur Marktentwicklung der kommenden Jahre. Wenn KI mehr und mehr ins Zentrum vieler Anwendungsfälle rückt, löst dies den Widerspruch zwischen der immer weitergehenden Automatisierung und der KI als Jobmotor auf.

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