Ergänzung zum Dash-Button gestartet

Amazon Dash Replenishment: Selbstordernde Geräte jetzt verfügbar
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Mit dem Amazon-Dash-Button können bereits seit längerem per Knopfdruck Bestellungen ausgelöst werden. Einmal angebracht, etwa auf einer Waschmittelpackung, kann man bequem das Produkt per Klick nachbestellen. Jetzt geht Amazon einen Schritt weiter und stellt den Dash Replenishment Service vor: Selbstordernde Geräte, die das fehlende Produkt automatisch nachbestellen.

Bereits seit Mitte 2015 sind die Dash-Buttons für US-amerikanische Prime-Kunden erhältlich. Die smarten Knöpfe werden auf dem jeweiligen Produkt angebracht und können von dort bequem per Klick die Ware nachbestellen. Um Amazon Dash nutzen zu können, muss zuerst die zugehörige App auf dem Smartphone installiert werden, damit der Button Zugriff auf das Heimnetzwerk bekommt. Nachdem eingestellt wurde, welches Produkt welcher Button per Klick bestellen soll, muss nur noch der One-Click-Versand- und Bezahlungsoption zugestimmt werden. Denn jeder Button entspricht einem speziellen Produkt – momentan sind 29 verschiedene Dash-Buttons mit über 500 Produkten verfügbar.

Dass dieses Einsatzszenario aber noch nicht alle Pläne seitens Amazon abdeckt, erklärte Peter Larsen, Vize-Präsident der Devices-Sparte, schon im September:

You can see a scenario where, at 4 o’clock this afternoon, a lightbulb arrives at my door and I say, ‘Why is this here?’ And 30 minutes later our lightbulb goes out. And that’s because Amazon knows that your lightbulb was about to run out.

Jetzt hat Amazon den Dash Replenishment Service (DRS) offiziell in den USA gestartet: Dabei handelt es sich um einen Nachbestellservice, der auch hinter den Dash-Buttons steckt. Im Gegensatz zu diesen bestellt DRS aber automatisch Produkte nach, ohne dass der Nutzer es mit bekommt – zumindest solange nicht, bis die Kreditkartenabrechnung eintrifft.

So funktioniert der Dash Replenishment Service

Der Amazon Dash Replenishment Service ermöglicht es Unternehmen, eine automatische Bestellfunktion in ihren Geräten zu implementieren. So können Kunden entweder selbst am Gerät eine Nachbestellung vornehmen – oder das Endgerät löst die Bestellung selbsttätig aus. So kann zum Beispiel ein Tierfutterspender durch eingebaute Sensoren messen, wie viel Futter noch im Behälter ist und eine Bestellung tätigen, bevor der Spender leer ist.

Customers don’t have to do anything—they can simply rely on the connected device to automatically reorder the consumables that keep their homes running smoothly.

Dem Programm haben sich bereits einige bekannte Firmen wie Brother, General Electric, Whirlpool und Samsung angeschlossen. Die vernetzten Geräte sind mit Sensoren ausgestattet, die den Verbrauch eines Produkts tracken und auch den Verbrauchsrhythmus überwachen. So messen beispielsweise die Drucker von Brother den Füllstand der Druckerpatronen und bestellen bei Bedarf passende nach. Die WLAN-fähige Waschmaschine von General Electric ist übers Smartphone steuerbar; in der Waschmaschine befindet sich ein Vorratsbehälter für Waschmittel, der automatisch zum ausgewählten Waschgang die passende Menge Waschmittel freigibt. Anhand der Verbrauchs- und Vorratsdaten kann so zielgerichtet bestellt werden.

Der Vorteil für Amazon liegt dabei klar auf der Hand: Die Geräte führen ihre Bestellungen immer über die Plattform des Onlineshop-Riesen durch. Außerdem bringt der aboähnliche Dienst auch kalkulierbare Umsätze mit sich. Und auch die Hersteller profitieren von dem Konzept, da die Geräte immer nur Originalzubehör kaufen und keine Billigprodukte – zumindest, so lange sie nicht gehackt wurden.

Konkurrenz in Deutschland

Auch wenn es den Amazon Dash Replenishment Service sowie den Dash-Button in Deutschland derzeit noch nicht gibt (und nicht bekannt ist, ob und wann eine Expansion geplant ist), existieren doch bereits (Test-)Alternativen zu den Amazon-Diensten. So bietet beispielsweise die Webseite wirliefernwindeln.de den Pampers-Button an, der im Prinzip genauso funktioniert wie der Dash-Button: Man gibt Lieferanschrift und Zahlungsdetails an, wählt anschließend das gewünschte Produkt aus und kann sodann per Knopfdruck Windeln nachbestellen. Innerhalb von drei Tagen sollen die Windeln geliefert werden.

Aber auch der Versandhändler OTTO hat im November 2015 einen neuen Service gestartet: den OTTO-Produkt-Assistenten. Der rund Zwei-Euro-Stück-große Aufkleber funktioniert per NFC-Technologie und liefert übers Smartphone Informationen rund um das mit dem Produkt-Assistenten verbundene Gerät. Auch passende Zusatzartikel können so direkt bestellt werden.

Ein weiterer Player auf dem Markt ist derzeit Gilette: Mit der Gilette-Box lassen sich per Knopfdruck die passenden Klingen zum Rasierer nachbestellen. Verbaut ist ein M2M-Modul der Deutschen Telekom, das per GSM eine Verbindung mit dem Internet herstellt. Durch das Modul bekommt jede Box ihre eigene ID zugewiesen. Auch hier müssen die Daten im Gilette-Shop verifiziert werden, bevor eine Bestellung getätigt wird. Innerhalb von 24 Stunden soll die Ware beim Kunden sein.

Bei allen drei Projekten handelt es sich noch um Prototypen in Konzepttests. Bei einem Erfolg würde vor allem Procter & Gamble profitieren, denn Pampers und Gilette gehören zum Konzern: Fast alle Produkte der verschiedenen P&G-Marken fallen unter die Kategorie der Verbrauchsartikel und könnten per Knopfdruck nachbestellt werden.

Fazit

Einen Mehrwert bieten solche Konzepte sicherlich: Der Einkauf von Wasch- oder Putzmitteln fällt wahrscheinlich bei den Wenigsten unter die beliebtesten Beschäftigungen. Außerdem ist es ärgerlich, wenn einem am Sonntagabend kurz vor dem Date auffällt, dass die Rasierklingen stumpf und die Packung leer ist – hier ist ein Aboservice unter Umständen ganz hilfreich und spart Nerven. Ob sich Nutzer allerdings soweit entmündigen lassen wollen, steht auf einem anderen Blatt. Schließlich ist das Preisevergleichen für viele geradezu eine Leidenschaft.

 

Aufmacherbild: A sign at a gas station instructing people to go to the left for Full Service or the right for Self Service pumps von Shutterstock / Urheberrecht: mikecphoto

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