Wenn Himbeere und Androide zusammenkommen

Raspberry Pi und Android: 5 Top-Tutorials
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Noch ist es zwar nicht soweit, doch die Gerüchteküche brodelt schon: Schon bald könnte Android auf dem normalerweise ohne Betriebssystem ausgelieferten Einplatinencomputer Raspberry Pi zum Einsatz kommen. Bis es soweit ist, liefern wir euch fünf Top-Tutorials, um Android und Raspberry Pi vorab zu kombinieren.

Der Raspberry Pi gehört zu den beliebtesten Geräten in der Reihe der Mini-Computer; vor allem das Modell Raspberry Pi 3 ist unter Tinkerern begehrt. Ähnlich in puncto Verbreitung sieht es beim Betriebssystem Android aus: Das OS ist auf mehr als 24.000 verschiedenen Gerätemodellen im Einsatz. Kein Wunder also, dass sich Raspberry Pi und Android schon bald zusammentun könnten. Im Android Open Source Project (AOSP) findet sich ein Eintrag, der besagt, dass Raspberry Pi 3 in Zukunft zu den von Google unterstützten Geräten gehören wird. Es wurde bereits ein entsprechendes Verzeichnis angelegt, das aber derzeit noch leer ist. Möglicherweise wird der Support erst mit der Auslieferung von Android N gestartet.

Für alle, denen das zu lange dauert, haben wir fünf Tutorials zusammengestellt, die erklären, wie man Raspberry Pi und Android schon jetzt zusammenbringt. Dabei erklären die Tutorials sowohl, wie man Android OS auf einem Raspberry Pi installieren kann als auch unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten des Raspberry Pi, darunter zur Home Automation, zur Steuerung von LEDs und für das Setup von Virtual Network Computing.

1. Android OS auf Raspberry Pi installieren

Gerade weil der Raspberry Pi in der Regel ohne Betriebssystem ausgeliefert wird, gibt es – eine entsprechende OS-Wahl vorausgesetzt – die unterschiedlichsten Anwendungsszenarien für den Einplatinencomputer. Eine spannende Möglichkeit ist die Portierung des Smartphone- und Tablet-Betriebssystems Android auf den Raspi. Es gibt bereits verschiedene Ansätze, um Android OS auf einem Raspberry Pi zum Laufen zu bringen: So hat das Community-Projekt Razdroid bereits in mehreren Projekten versucht, diverse Android-Versionen zu installieren. Aufgrund von fehlender Hardware-Beschleunigung laufen diese aber bislang weder flüssig noch fehlerlos.

Wesentlich erfolgreicher ist hingegen Arne Exton mit seinem RaspAnd-Projekt. Aus dem RaspAnd-Projekt stammt ein stabiler Android-5.1-Build, der sowohl auf Modellen der Raspberry-Pi-2-Familie als auch auf dem Raspberry Pi 3 stabil läuft. Allerdings ist beim aktuellen Dreier-Modell noch mit einigen Einschränkungen zu rechnen. So können etwa die meisten Apps nicht via Google Play Store installiert werden, sondern es muss auf den Aptoide App Manager zurückgegriffen werden. Außerdem ist es nicht möglich, Wifi und Bluetooth zu nutzen. Wie die Installation von RaspAnd funktioniert, erklärt Exton ausführlich in seinem Blogbeitrag.

Zudem existiert ein Video von Geek Till It Hertz, in dem gezeigt wird, wie eine Android-6.0-Version auf einem Raspberry Pi 3 läuft. Das Ganze ist aber noch recht langsam und instabil (siehe Video unten). Die zugehörigen Quelldateien und der Downloadlink finden sich im zugehörigen Blogbeitrag,

2. Kommunikation zwischen Raspberry Pi und Android-App

Hat man es also geschafft, das Android OS auf den Raspberry Pi zu bekommen, kann es schon mit dem Erstellen eigener Apps losgehen. Einen ersten Einstieg in dieses Thema bietet Nutzer Laurens-Wuyts auf Instructables. Er erklärt, wie man einen Raspi mit einer Android-App kommunizieren lässt. Als Grundlage benötigt man neben einem Android-Smartphone (oder Emulator) und einem Raspi auch einen PC und eine Internet-Verbindung. Hat man alles beisammen, vermittelt das Tutorial alle nötigen Schritte, um eine Android-App mit einer auf einem Raspberry Pi gehosteten MySQL-Datenbank zu verbinden.

3. Home Automation mit Raspberry Pi und Android

Auch für die Steuerung des intelligenten Heims eignet sich die Kombination aus Himbeere und Androide. Der Minicomputer muss dafür an ein lokales Heimnetzwerk angeschlossen sein und die App Switch-server installiert haben. Diese kontrolliert die GPIOs des Raspberry Pi und macht sie auffindbar, sodass sie ferngesteuert werden können. Nun benötigt man noch die Android-App RaspberryPi Switch, und schon kann man sein eigenes Zuhause steuern. User sshlyk erklärt die einzelnen Schritte in seinem Instructables-Tutorial ausführlich.

Kleines Anwendungsbeispiel gefällig? Man nehme beispielsweise einen Raspberry Pi und verbinde ihn mit der Heizung. Dazu noch ein weiterer Raspi, der mit einem Deckenventilator im Haus verbunden wird. Mit der zugehörigen App lässt sich diese Kombination dann ganz einfach steuern.

Home Automation mit Raspberry Pi & Android, Quelle: http://www.instructables.com/id/RaspberryPi-Android-Switch-Home-automation/?ALLSTEPS

Home Automation mit Raspberry Pi & Android, Quelle: http://www.instructables.com/id/RaspberryPi-Android-Switch-Home-automation/?ALLSTEPS

4. LEDs mit Raspberry Pi und Android UI steuern

Dieses Tutorial von Kevin Gleason vereint die Leistung eines Raspberry-Pi-Boards mit der geschmeidigen Funktionalität eines Android UI. Schritt für Schritt können Tinkerer hier ihre eigenen ferngesteuerten Raspberry-Pi-Hue-LEDs erstellen, die sich sowohl an- und ausschalten lassen als auch ihre Farbe ändern können. Kontrolliert wird der Aufbau über ein Android-Device. Voraussetzung dafür sind ein bereits eingerichteter Raspi mit installiertem PubNub Python SDK – hat man das nicht, gibt’s auch dafür ein Tutorial. Im Idealfall sollte das Ganze am Schluss so aussehen:

5. VNC-Setup auf Raspberry Pi via Android

Per Virtual Network Computing (VNC) lässt sich der Bildschirminhalt eines Servers auf einem lokalen Rechner anzeigen und im Gegenzug Tastatur- und Mausbewegungen des lokalen Rechners an den entfernten Rechner senden. Man kann also auf einem Remote-Rechner arbeiten, als säße man direkt davor. Wie man sich von einem Android-Gerät aus über VNC mit einem Raspi verbindet, erklärt ein Tutorial auf MitchTech.net. Einzige Voraussetzung sind das auf einer SD-Karte installierte Debian für Raspberry Pi sowie ein mit dem Einplatinenrechner verbundenes Display.

Fazit

Diese fünf Tutorials bieten nur einen kleinen Vorgeschmack, was mit der Kombination aus Android und Raspberry Pi alles möglich ist. Wie sieht es bei euch aus – habt ihr bereits Erfahrungen mit einer solchen Kombination gemacht? Stellt uns gerne eure eigenen Projekte über die Kommentarfunktion vor!

Aufmacherbild: Android logotype printed on paper and placed in the sand against the searaspberry isolated on white background von Shutterstock / Urheberrecht: tanuha2001 & Suslik1983

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