Außerdem: Best Practices für ein erfolgreiches IoT-Developer-Programm

Inside IoT: Big Brother im IoT, neue Bluetooth-Architektur & Fitbit mal anders
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute unter anderem mit Best Practices für ein erfolgreiches IoT-Developer-Programm, einer neuen Bluetooth-Architektur für das IoT und der Erkenntnis, dass IoT nicht vor Big Brother schützt. Außerdem stellen wir die Sicherheitslücken von smartem Spielzeug vor und zeigen neue Einsatzszenarien für Fitbit.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Best Practices für ein erfolgreiches IoT-Developer-Programm

Events und Trainingsprogramme machen den Großteil an Angeboten für Developer-Programme im IoT-Bereich aus. Aber sind sie auch effektiv? Vision Mobile hat rund 3.150 IoT-Entwickler aus über 140 Ländern zur Effektivität von solchen Methoden befragt und kommt zu spannenden Ergebnissen: Nur acht Prozent der Entwickler sehen Events als sinnvoll an und sind der Meinung, dass man dort etwas lernen kann.

Um auf dem Laufenden zu bleiben und Neues zu erfahren, gehen Developer am häufigsten zu Seminaren, Trainings oder Workshops sowie auf Konferenzen (jeweils 22 Prozent). Zudem zeigt die Umfrage, dass die meisten IoT-Entwickler unter 35 Jahren alt und zwei von drei Developern Autodidakten sind. 48 Prozent der Befragten können auf nur zwei Jahre oder weniger an Erfahrung mit Software-Entwicklung zurückblicken, was den Wert von Trainings nochmals verdeutlicht. Der ausführliche Report steht auf der Projektwebsite kostenpflichtig zum Download zur Verfügung.

In eigener Sache möchten wir an dieser Stelle auf die Internet of Things Conference hinweisen, die vom 14. bis 17. März in München stattfindet – mit mehr als 80 Fachvorträgen, Keynotes und Workshops: 

Neue Bluetooth-Architektur für das IoT

Die Bluetooth Special Interest Group (SIG) will Entwickler mit einem Toolkit dabei unterstützen, Internet-Gateways für Bluetooth-Sensoren zu entwickeln. Dafür stellt SIG eine neue Architektur und entsprechende Werkzeuge bereit. Die Gateways senden und empfangen Bluetooth-Daten auf Basis von Cloud-Diensten. Durch das Toolkit soll die Verbindung zwischen Bluetooth und der Cloud vereinfacht werden und auch ohne Zwischengeräte möglich sein. Auf diese Weise sollen sich Bluetooth-Sensoren auch aus der Ferne steuern und überwachen lassen – ein Einsatzszenario wäre beispielsweise das Smart Home. Über RESTful APIs kann auf einem Raspberry Pi ein Bluetooth-Gateway erstellt werden. Das Gateway Smart Starter Kit steht auf der Produktwebsite zum Download bereit.

IoT schützt nicht vor Big Brother

Falls es noch irgendwelche Zweifel daran gab, dass das Internet of Things zum Ausspionieren von Personen genutzt werden kann, so dürften diese spätestens seit einem Statement der National Intelligence ausgeräumt sein. Der Direktor des US-amerikanischen Nachrichtendiensts, James Clapper, teilte dem Senat mit, dass in Zukunft Nachrichtendienste das IoT zu Überwachungszwecken nutzen werden:

Intelligence services might use the [Internet of Things] for identification, surveillance, monitoring, location tracking, and targeting for recruitment, or to gain access to networks or user credentials.

Diese Aussage bestätigt die Befürchtungen, die kürzlich im Report „Don’t Panic: Making Progress on the ‘Going Dark’ Debate“ getroffen wurden. Dass nur die Hersteller der IoT-Systeme oder eben Hacker Daten abgreifen, entspricht leider nicht der Wahrheit – auch Nachrichten-/Geheimdienste nutzen ungeniert die offenen Türen des Internet of Things, um Informationen über Bürger zu erhalten.

Smartes Spielzeug mit Sicherheitslücken

Dass Spielzeug mit der Zeit geht, ist an sich nichts Schlechtes: Die smarte Barbie und die intelligenten Kuscheltiere, die über Spracherkennung verfügen, sind ja auch wirklich niedlich. Außerdem wird einem Spielzeug so eine neue Dimension gegeben: Es kann antworten, Geschichten, Witze und Nachrichten erzählen und so direkt mit dem Kind interagieren. Allerdings sorgt eine Internetanbindung auch für Probleme, denn durch einen Hackerangriff werden schnell sensible Daten öffentlich. Durch frei zugängliche APIs können nicht nur Spielzeugdetails, sondern auch das zuvor angelegte Profil des Kindes offengelegt werden – zum Beispiel Name, Geburtstag, Geschlecht und allgemeine Account-Details wie die Adresse. Über Shodan, eine Suchmaschine fürs IoT, die Usern das Browsen von ungeschützten Webcams ermöglicht, haben wir bereits berichtet:

With the help of Shodan, a potential sex predator can browse for connected cams and search for live videos of children. Snapshots. Pics. Your children. Sleeping. Playing. Dancing. Reading. Or even getting changed, in their own bedrooms.

Also Augen auf beim Spielzeugkauf! Nicht nur Eltern, sondern auch Hersteller von IoT-Devices sollten sich mehr um die Sicherheit derselben sorgen und somit auch die kindliche Privatsphäre besser schützen.

You would not buy a house that does not have a front door, so why would you buy a tech toy for your child, knowing that there is no security in place?

Folgender niederländischer Werbespot zeigt übrigens noch einmal auf amüsante Art und Weise die Gefahren eines doch eigentlich sicheren smarten Heims:

Neue Einsatzszenarien für Fitbit

Fitbit macht zwar derzeit nicht durch Umsätze von sich reden, das bedeutet aber nicht, dass die smarten Armbänder nicht ihren Job machen. Tatsächlich tun sie sogar noch mehr, als nur bloße Standard-Körperwerte zu tracken, wie folgende Beispiele zeigen. Ein Paar wurde durch Fitbit darauf aufmerksam, dass sie ein Kind erwarten: Ist eine Frau schwanger, schlägt auch ihr Herz schneller – und das zeigte das Device an. Auch als Helfer in der Not kann Fitbit fungieren: Eine Britin stellte fest, dass ihr Herzschlag plötzlich von normalen 84 bpm auf 120 bpm anstieg. So konnte sie rechtzeitig den Notruf wählen und einen sonst wahrscheinlichen Herzstillstand verhindern. Außerdem lässt sich angeblich der Trennungsschmerz von Liebespaaren, das sogenannte Broken Heart Syndrome, mit Fitbit dokumentieren: Kurz nach der Trennung von seinem Freund stieg der Puls eines Studenten von 72 bpm auf 118 bpm an – erst nach mehreren Stunden ging der Herzschlag wieder auf ein Normallevel zurück.

 

Aufmacherbild: Jeremy Reddington / Shutterstock.com

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