Der State of JavaScript Frameworks 2017 von npm

„Die Beliebtheit von React wächst viel schneller als die von JavaScript im Allgemeinen“
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npm hat einen Blick auf die JavaScript-Framework-Welt geworfen: Downloadzahlen, Beliebtheit und mehr wurden für Frontend- und Backend-Frameworks und React im speziellen wurden für den State of JavaScript Frameworks 2017 unter die Lupe genommen. Wir haben mit Laurie Voss, Co-Founder und COO von npm, über die Ergebnisse gesprochen.

Laut den Ergebnissen des „The State of JavaScript Frameworks 2017“ Berichtes verzeichnet React ein starkes Wachstum. Warum ist React zur Zeit in aller Munde?

Laurie Voss: Wie bei allen populären Phänomenen, eine einzige Ursache auszumachen. Eine Kombination aus verschiedenen Faktoren hat das Wachstum von React begünstigt.

Der erste Grund ist der, dass React eine geschickte und effektive Lösung für ein ziemlich schwieriges Problem bietet: Die Entwicklung von modularen Frontend-Komponenten, die übertragbar, wiederverwertbar und interaktiv sind. Es ist nicht die erste Lösung für dieses Problem und wird auch nicht die Letzte dafür sein, allerdings ist das Arbeiten mit React für Entwickler unbestreitbar angenehmer.

Der zweite Grund ist der, dass React durch die Unterstützung und das Marketing von Facebook eine sehr große Anhängerschaft bekommen hat, mit der es nur wenige andere Frameworks aufnehmen können. Da Facebook außerdem selbst mit React arbeitet und das Tool supported, vertrauen Entwickler darauf, dass es sich lohnt, auf das Tool zu setzen.

Beidem liegt aber die stetige Fortschritt der Webanwendungen hinsichtlich ihres Umfangs und der Usability zugrunde. Das macht aber auch die Arbeitsprozesse hinter den Kulissen komplexer. React hilft dabei, diese Komplexität zu bewältigen und gibt Entwicklerteams die Möglichkeit, mit der geforderten Arbeitsgeschwindigkeit mitzuhalten.

Laut den Ergebnissen ist Preact ebenfalls auf dem Vormarsch. Was ist der größte Vorteil davon? Borgt es sich etwas von Reacts „Ruhm“?

Laurie Voss: Der größte Vorteil von Preact gegenüber React ist seine Leistung. Die Bibliothek ist viel kleiner und somit schneller im Download und in der Ausführung. Die Geschwindigkeit hat allerdings ihren Preis, denn Preact hat den Support für ältere Browser eingestellt. Facebook muss ein breites Spektrum von Browsern unterstützen, aber die Benutzer von Preact sind nicht darauf angewiesen.

React hat auch viel bessere Debugging-Tools als Preact, so dass einige Entwickler React in der Entwicklung und Preact in der Production verwenden. Das ist möglich, weil sich die Frameworks so weit gleichen wie möglich.

Welches Frontend-Framework würdest du wählen? Würdest du auch auf React setzen, wie die meisten Befragten, oder etwas anderes nutzen?

Laurie Voss: Die eigene Website von npm wird in in der Production mit Preact gebaut, wobei React in der Entwicklung verwendet wird. Wir haben unsere Wahl also definitiv getroffen, auch wenn dies in gewissem Maße auf die Beliebtheit von React bei unseren Benutzern zurückzuführen ist – wir möchten die gleichen Probleme wie unsere Benutzer haben, da wir uns als Entwicklertool darauf konzentrieren wollen, diese zu lösen.

React wächst viel schneller als JavaScript im Allgemeinen

Angular hat noch immer viele Fans, gewinnt aber nicht an Beliebtheit hinzu. Was bedeutet das? Glaubst du, dass die glorreichen Tage von Angular vorbei sind?

Laurie Voss: Es ist wichtig zu beachten, dass alle Zahlen im Bericht von npm relative Werte sind und in Relation zum allgemeinen Anstieg der Verwendung von JavaScript im Allgemeinen gesehen werden müssen. Auch Angulars Popularität ist also relativ: Dieses Jahr verwenden mehr Leute Angular als letztes Jahr.

Allerdings ist die Zahl der React-Nutzer, um ein Beispiel zu geben, viel größer als im Jahr davor. React wächst viel schneller als JavaScript im Allgemeinen, während Angular einfach nur mit der Entwicklung Schritt hält. Der Unterschied kann am besten durch die Frage danach erklärt werden, auf welches Framework ein neuer Entwickler zugreifen würde. Denn es sind diese Fälle, von denen das Wachstum eines Frameworks in der Regel ausgeht.

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Wenn man eine angehender Entwickler im Jahr 2017 ist, dann dreht sich einfach alles um React; Blog-Posts und Konferenzen sprechen darüber und es ist auch das, was man nun im Coding-Bootcamp erlernt. Und wenn man sich dann für ein Framework entscheiden muss, ist es in der Regel am besten, sich für das Framework zu entscheiden, über das in alle reden. Das ist auch der Grund dafür, warum Web-Development so Trend-gesteuert wirkt: Es ist eine immer noch sehr junge Disziplin, der stetig neue Entwickler beitreten.

Es ist noch ein bisschen zu früh dafür, um über das Ende der „glorreichen Tagen“ zu sprechen. Ember hat es auch geschafft, einen Teil seiner alten Popularität zurück zu gewinnen. Sollte Google in 2018 stark in PR investieren, könnte Angular das ebenfalls gelingen. Sollte aber nichts geschehen, ist es wahrscheinlich, dass Angular weiterhin Boden an das Framework Vue verlieren wird.

React wächst viel schneller als JavaScript im Allgemeinen, während Angular einfach nur mit der Entwicklung Schritt hält.

Wo wir gerade darüber sprechen: Ist es möglich, dass Vue Angular in 2018 überholen könnte? Was hat zur plötzlichen Beliebtheit geführt?

Laurie Voss: Wenn sich die Trends nicht radikal ändern, wird Vue Angular in 2018 mit ziemlicher Sicherheit überholen. Aus meiner Sicht gibt es dafür zwei Faktoren, die das Wachstum von Vue vorantreiben. Erstens, wünschen sich viele Entwickler immer noch ein A-bis-Z-Framework, d.h. ein Framework, das von Routing über Templating, bis hin zu Backend-Datenabruf alles erledigt. Vue tut genau das, was es für einen Anfänger in der Entwicklung sehr einfach macht, da sie nur noch eine Wahl treffen müssen: Vue verwenden und alle anderen, restlichen Entscheidungen werden für sie getroffen.

Angular, Ember und Vue haben alle den „All inclusive“-Vorteil, den React missen lässt.

React hingegen benötigt noch eine ganze Menge an zusätzlichen Entscheidungen, für das Routing und die Datenmanagement-Bibliotheken. Das kann sehr einschüchternd auf Anfänger wirken und erschwert den Einstieg in die Arbeit mit dem Framework. Angular, Ember und Vue hingegen haben alle den „All inclusive“-Vorteil, den React missen lässt.

Zweitens, wenn man sich für ein allumfassendes Framework entschieden hat, erbringt Vue eine bessere Leistung in Benchmarks und ist relativ leicht zu erlernen. Das hört sich sehr subjektiv an, aber Entwickler haben häufig berichtet, dass sich die Arbeit „sauberer“ und „einfacher“ anfühlt als mit älteren Frameworks wie Angular oder Ember.

Gibt es allgemeine Trends, die de in diesem Jahr in der JavaScript-Welt bemerkt hast und den jeder kennen sollte?

Laurie Voss: Wir haben festgestellt, dass es ein zunehmendes Interesse von Seiten der Unternehmen gibt, ihre JavaScript-Stacks abzusichern. Hochkarätige Fälle, wie das Datenleck im Fall Equifax (auch wenn der Vorfall selbst nichts mit JavaScript zu tun hatte), haben dafür gesorgt, dass der Sicherheit mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auch der ständig zunehmende Umfang von Web-Apps und die damit zusammenhängenden Entwicklungs- und Zeitkosten, lassen Entwickler viel genauer darauf achten, wie sie ihre Anwendungen sicherer machen können. Das Thema Sicherheit wird daher auch im neuen Jahr ein Schwerpunkt von npm bleiben.

 Wenn sich die Trends nicht radikal ändern, wird Vue Angular in 2018 mit ziemlicher Sicherheit überholen.

Was hat sich gegenüber dem letzten Jahr radikal verändert und warum?

Laurie Voss: Die Anzahl der Nutzer von npm! npm hatte im Vorjahr 5 Millionen Nutzer, in diesem Jahr sind es über 11 Millionen. npm schätzt, dass 75% der Leute, die JavaScript benutzen, jetzt npm benutzen, und das hat die Position von npm innerhalb der Community radikal verändert. Von „einem Tool, das man verwenden kann“ zu „etwas, auf das sich jeder verlässt“.

Das bedeutet, dass Sicherheit und Stabilität sehr viel relevantere Faktoren für npm geworden sind. Darum mussten wir uns mit verschiedenen neuen Themen auseinandersetzen wie dem Typosquatting,Spam-Paketen und auch der Sicherung von npm-Konten mit Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Danke!

Im Interview: Laurie Voss
Laurie Voss is co-founder and COO of npm.
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