Weiterhin geringer Anteil von Frauen in IT-Berufen

Bitkom-Studie: Geringer Frauenanteil in der Tech-Branche, doch IT-Spezialistinnen werden gesucht
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Heute ist Weltfrauentag. Das hat der Bitkom zum Anlass genommen, eine Studie zum Frauenanteil in der IT-Branche zu veröffentlichen. Während die Mehrheit der Arbeitgeber – besonders in größeren Unternehmen – den Frauenanteil unter den IT-Fachkräften erhöhen möchte, fehlt es sowohl an Bewerberinnen als auch an Informatikstudentinnen.

Der Digitalverband Deutschlands, Bitkom, hat in einer repräsentativen Studie den Anteil von Frauen in der deutschen IT-Branche untersucht. Mit 17 Prozent arbeiten nach wie vor nur wenige Frauen im IT-Bereich, zumal sich wenige Frauen für ein Informatikstudium entscheiden oder es abschließen. Die Mehrheit der Arbeitgeber würde jedoch gerne mehr Frauen als IT-Fachkräfte einstellen.

Geringer Frauenanteil in IT-Branche und Informatikstudium

In Deutschland stellen Frauen laut der Bitkom-Studie nur 17 Prozent der IT-Fachkräfte. Auch unter den Bewerbern ist der Anteil von Frauen gering: Nur 15 Prozent aller Bewerber auf Stellen für IT-Spezialisten sind weiblich. Der Grundstein dafür wird bereits im Studium gelegt, denn auch das Informatikstudium wird von Frauen seltener gewählt. Im Kalenderjahr 2017 betrug der Anteil der Informatikstudentinnen 28,9 %, und damit 1,9 % weniger als im Vorjahr. Die Quote der Absolventinnen des Informatikstudiums betrug im Jahr 2017 nur 19 Prozent.

Unternehmen suchen IT-Spezialistinnen

Demgegenüber steht die Bereitschaft von 55 Prozent der befragten Arbeitgeber, den Frauenanteil an ihren IT-Fachkräften zu steigern. Große Firmen ab 200 Mitarbeitern zeigen dabei mit 80 % die höchste Bereitschaft. Unternehmen mit 50 bis 199 Mitarbeitern geben zu 68 % an, mehr weibliche IT-Fachkräfte einstellen zu wollen, während es bei kleinen Unternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeitern mit 51 % noch die knappe Mehrheit sind.

Erfahrungen hätten gezeigt, dass gemischte Teams kreativer und kommunikativer arbeiteten, was zu einem höheren wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen führe, äußerte sich Bitkom-Präsident Achim Berg. Die meisten Unternehmen suchten laut seiner Aussage gezielt nach weiblicher Verstärkung ihrer Teams. Das sei jedoch schwer, solange Frauen im Informatikstudium unterrepräsentiert seien und es noch seltener überhaupt abschließen. Daher sollten Mädchen bereits in jungen Jahren für digitale Technologien und das Programmieren begeistert werden.

Women in Tech: Vorbilder fehlen

Im Rahmen unserer Serie Women in Tech stellen wir regelmäßig Frauen vor, die in der IT-Branche Fuß gefasst haben. Auch unsere zuletzt befragte Woman in Tech Elizabeth Joyce, CISO bei Hewlett Packard Enterprise, betonte die Wichtigkeit, Mädchen schon früh die Tech-Welt nahezubringen. Dabei seien vor allem weibliche Vorbilder wichtig, um ihnen die potenziellen Möglichkeiten aufzuzeigen. Um mehr Frauen für die Tech-Branche zu begeistern, sei jedoch noch einiges an Arbeit notwendig:

Die Tech-Branche als Ganzes muss daran arbeiten, Eintrittshürden zu verringern, um Frauen und andere unterrepräsentierte Minderheiten zum Einstieg in die Branche zu ermutigen. Es ist wichtig, dass Minderheiten und Frauen das Gefühl haben, ein faires Spielfeld zu betreten, was die Bezahlung, die Behandlung und den Respekt angeht. Elizabeth Joyce

Die Hintergründe zur repräsentativen Bitkom-Studie unter 504 Unternehmen ab 10 Mitarbeitern finden sich im Bitkom-Bericht. Die Studierendenzahlen stammen laut Bitkom vom Bundesamt für Statistik.

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