Interview mit Kim Wachtel, Vice President von Growth Engineering und UX bei JumpCloud

Women in Tech: „Nehmt euer Vorankommen in die eigenen Hände, denn die Verantwortung liegt bei euch“
Keine Kommentare

In unserer Artikelserie „Women in Tech“ stellen wir inspirierende Frauen vor, die erfolgreich in der IT-Branche Fuß gefasst haben. Heute im Fokus: Kim Wachtel, VP von Growth Engineering und UX bei JumpCloud.

Die Tech-Industrie wird von Männern dominiert – so weit, so schlecht. Doch langsam, aber sicher bekommt der sogenannte Boys Club Gesellschaft von begabten Frauen: Immer mehr Frauen fassen in der Branche Fuß.

Aus diesem Grund wollen wir hier spannenden und inspirierenden Frauen die Möglichkeit geben, sich vorzustellen und zu erzählen, wie und weshalb sie den Weg in die Tech-Branche gewählt haben. Aber auch Themen wie Geschlechtervorurteile, Herausforderungen oder Förderungsmöglichkeiten kommen zur Sprache.

Unsere Women in Tech: Kim Wachtel, VP von Growth Engineering und UX bei JumpCloud

Als Vice President von Growth Engineering und UX bei JumpCloud entwirft Kim Wachtel innovative Technologieerlebnisse, die sich an Menschen anpassen. Sie hat 20 Jahre Einblick in alle Phasen des Lebenszyklus der Produktentwicklung. Ihre Karriere umfasst Positionen als Entwicklerin, Softwareingenieurin, Produktmanagerin, UX-Designerin sowie Growth Engineer und umfasst alle Unternehmensgrößen, von kleinen Startups bis hin zum 126 Jahre alten General Electric.

Wann entstand dein Interesse für die Tech-Branche?

Ich hatte einen Geologieprofessor, der mein Interesse an den eher technisch geprägten Aspekte der Geologie weckte, wie der Fernerkundungsbildanalyse und Geographische Informationssysteme (GIS). Im Sommer erhielt ich dann ein Praktikum bei einer Beratungsfirma, die an einigen GIS-Projekten arbeitete. Ich saß dann buchstäblich hinter einem meiner Mitarbeiter und sah ihm beim Programmieren zu – falls ich etwas nicht verstand, fragte ich ihn und schon bald erstellte ich eigenständig Datenbankabfragen und eignete mir weitere Codingfähigkeiten an.

Es gab keinen Masterplan. Ich dachte darüber nach, einen eher technischen Abschluss zu machen und später einen MBA zu erwerben. Ich hatte gesehen, dass das bei meinem Vater funktioniert hatte und dachte mir, dass es interessant sei, eine Mischung aus technischer und betriebswirtschaftlicher Ausbildung zu haben. An der Universität erhielt ich dann ein Praktikum, in dem man mir das Programmieren beibrachte. Als ich dann meinen Master in Hydrogeologie abgeschlossen hatte, bewarb ich mich für Jobs im Umweltbereich und in der Technik. Zu dieser Zeit war es viel einfacher, einen Job in der Technik zu bekommen. Das war dann die Richtung, in die ich gegangen bin.

Die ersten 6 Jahre meiner Karriere verbrachte ich als Entwicklerin, dann wechselte ich ins UX, daraufhin ins Produktmanagement und in den letzten 9 Jahren war ich in Führungspositionen, die vom Produktmanagement, über UX bis hin zu Business Systems und Engineering reichten. Jetzt leite ich eine funktionsübergreifende Abteilung, die sich mit Produkten, UX, Engineering und Tech Writing für JumpCloud befasst. Unsere Aufgabe ist es, das Geschäftswachstum anzutreiben, indem wir großartige Erfahrungen liefern. Es ist eine fantastische Mischung aus all den Bereichen, in denen ich im Laufe meiner Karriere gearbeitet habe und bringt sie alle zusammen.

Was die Hindernisse betrifft… ich war über weite Teile meiner Karriere hinweg die einzige (oder eine von sehr wenigen) Frauen, die mit am Tisch saßen. Zu Beginn meines Praktikums war ich die einzige Frau im Büro, die eine technische Funktion innehatte. Jeder, mit dem ich direkt zusammenarbeitete, war mindestens sieben Jahre älter als ich, männlich und in den meisten Fällen gut zehn Zentimeter größer. Ich hätte leicht eingeschüchtert werden können (was manchmal auch der Fall war). Ich erlebte einige Fälle von sexueller Belästigung, zwar nichts allzu Großes, aber definitiv Situationen, in denen ich mich sehr unwohl fühlte. Glücklicherweise arbeitete ich für einen großartigen Manager, der mich unterstützte und ermutigte. Mein direktes Team war stark und ich lernte eine Menge. Ich würde sagen, dass ich extremes Glück hatte. Aber ich habe einiges getan, um Hindernisse zu überwinden oder zu umgehen:

  1. Ich kann es nicht ausstehen, mit Arschlöchern zusammenzuarbeiten und ich bin sehr gut darin, sie auszumachen. Ich vertraue auf mein Bauchgefühl und entscheide mich für Unternehmen und Teams, bei denen ich spüre, dass ich respektiert werde und mich weiterentwickeln kann. Ich war schon immer bereit, das Risiko einzugehen, etwas länger arbeitslos zu sein, um sicherzustellen, dass ich eine Stelle finde, die gut zu mir passt.
  2. Ich vertraue darauf, dass ich einen Wert habe. Ich bin reflektiert und kann sehr selbstkritisch sein, daher habe ich definitiv Phasen, in denen ich an mir selbst zweifle. Aber wenn ich diese Momente hatte, fragte ich mich, ob es etwas ist, das ich durchstehen will, und wenn das der Fall war, dann überlegte ich mir einen Plan, wie ich mein Selbstvertrauen aufbauen könnte und ging es an.
  3. Ich bin hartnäckig (mein Mann würde sagen, stur). Ich mag es nicht, wenn mir gesagt wird, dass ich etwas nicht kann (egal ob explizit oder implizit)… wenn es etwas ist, das mir am Herzen liegt, finde ich einen Weg, um voranzukommen, auch wenn ich weiß, dass es einige Zeit dauern kann.
  4. Ich habe hart daran gearbeitet, mein Selbstbewusstsein aufzubauen und mir eine Wachstumsmentalität anzueignen. Ich glaube, dass Perfektionismus viele Frauen ins Wanken bringen kann und auch ich habe perfektionistische Neigungen. Der Perfektionismus ist eine heikle Angelegenheit, denn er kann einem in der Schule und in der frühen Phase der Karriereentwicklung sehr nützlich sein, aber irgendwann kommt der Punkt, an dem er einen zurückhält. Es ist nicht möglich, in allem perfekt zu sein… man wird zu langsam sein, man wird Gelegenheiten verpassen und man wird sich selbst eine Menge Angst einjagen. Ich habe mir beigebracht, einerseits zu erkennen, wann mein Perfektionismus gegen mich arbeitet und andererseits mich selbst herauszufordern, schneller voranzukommen, als es mir von Natur aus recht ist. Ich bin noch nicht fertig mit dieser Reise, aber es wird einfacher, je mehr ich übe. Und ich erlaube mir, meinen Perfektionismus auf persönlichere Art und Weise auszudrücken (ein Kunstprojekt, eine gut organisierte Speisekammer, Unkraut zupfen, Sie verstehen, worauf ich hinaus will).
  5. Ich liebe es, Nickerchen zu halten und habe auch keine Angst davor, das am Wochenende zu tun.

Unterstützer und Bremser

Auf jeden Fall! Mein Vater war von Beruf Ingenieur. Meine Mutter blieb zu Hause, als ich und mein Bruder noch klein waren, wechselte dann aber in den Lehr- und Verkaufsbereich, als wir etwas älter wurden. Mein Vater ermutigte mich nachdrücklich dazu, irgendeine Art von Ingenieurswesen zu studieren und so wie es jede rebellische Jugendliche tun würde, missachtete ich seinen Rat. Aber die Botschaft, dass er daran dachte, dass ich in einen technischen Bereich gehen könnte, kam bei mir an. Als sich Möglichkeiten im technischen Bereich anboten, glaubte ich daran, dass ich es auch schaffen könnte. Meine Mutter hatte mir gezeigt, dass eine Frau zugleich in ihrem Job großartige Arbeit leisten kann und zudem auch noch ein guter Mensch und Mutter sein kann. Sie ließ mich so sein, wie ich war und brachte mir auch einige grundlegende Fähigkeiten des Karrieremanagements bei. Meine Eltern ließen mich meinen Weg finden. Und sie haben mir das Studium bezahlt. Ich weiß, dass nicht jeder diese Möglichkeit hat, daher weiß ich das wirklich zu schätzen.

Perfektionismus ist eine knifflige Angelenheit – anfangs kann es einem helfen, doch zu einem späteren Zeitpunkt kann es einen zurückhalten.

Mein Mann ist ein fantastischer Partner. Er hat mich unterstützt, ermutigt und aufgebaut, wenn ich es brauchte und mich zurechtgewiesen, wenn es notwendig war. Und zu Hause teilen wir uns die Arbeit.

Im beruflichen Kontext habe ich viele Vorbilder. Ich habe mit einer Ingenieurin gearbeitet, die mich für UX begeistert hat und meine Mentorin war. Ich hatte Glück, dass ich von ihren Erfahrungen lernen konnte und dass sie mich unter ihre Fittiche genommen hat. Ich habe sie nicht darum gebeten, sie hat es einfach getan. Ich werde ihre Fürsprache und Führung immer zu schätzen wissen und sie ist immer noch eine gute Freundin, die ich nicht annähernd häufig genug sehe!

Ich bin mir keiner offensichtlichen Versuche bewusst, meine Ausbildung oder mein Berufsleben auszubremsen. Doch kann ich mich an Zeiten erinnern, in denen ich eine Idee hatte, wie ich die Dinge hätte anders angehen können, aber dies nicht bei meinen Managern oder anderen Führungskräften durchsetzen konnte. Ich kann mich an Situationen erinnern, in denen ich hätte durchsetzungsfähiger sein sollen und ich kann mich auch an Situationen erinnern, in denen ich nicht die anfängliche Unterstützung bekam, die ich mir gewünscht hatte, aber dennoch einen Weg fand, es entweder selbst zu lernen oder auf andere Weise für meine Sicht einzutreten. Ich hatte guten Erfolg, wenn ich eine gute Beziehung zu meinen Managerinnen aufgebaut hatte und wenn ich offen mit ihnen darüber sprach, wenn es sich so anfühlte, als würde ich auf der Stelle treten.

Eine Bemerkung am Rande: Ich manage nun seit fast 9 Jahren Menschen und denke an die Zeit zurück, in denen ich andere zurückgehalten hatte – natürlich nicht mit böser Intention. Es kann Managerinnen leicht passieren, dass sie andere ungewollt zurückhalten, was insbesondere bei noch jungen Managerinnen passieren kann, die gerade erst lernen, was es bedeutet, die Verantwortung für jemandes Karriere zu tragen. Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen ich Leute vor keine Herausforderung stellen wollte, weil ich sie nicht überfordern wollte oder in denen ich Angst davor hatte, was passieren würde, falls jemand Wertvolles in eine andere Position wechselt. Oder wenn ich keine Möglichkeit fand, das kritische Feedback geben zu können, das jemand dringend für sein Wachstum benötigte oder die Organisation nicht wuchs, sodass ich nicht die richtige Aufgabe oder Stelle finden konnte, um jemandes Leidenschaft und Talent zu unterstützen. Managerinnen, Vorgesetzte und Führungskräfte sind alles Menschen und machen Fehler, deswegen erwähne ich das.

Eure Manager sollten euch unterstützen und ihr solltet das auch von ihnen erwarten. Wenn ihr euch nicht unterstützt fühlt oder euch nicht klar ist, wo ihr mit eurer Leistung steht, dann sprecht das bei euren Managerinnen an. Die Guten werden euch das Feedback und Coaching geben, das ihr benötigt. Das habt ihr euch verdient. Ihr müsst auch die Verantwortung für eure eigene Entwicklung übernehmen. Eure Vorgesetzten sollten euch unterstützen, aber letztendlich ist es eure Entwicklung und eure Karriere, die ihr vorwärts bringen müsst.

Ein Tag im Leben von Kim

Ich bin Vice President von Growth Engineering und UX bei JumpCloud. JumpCloud ist eine Cloud-Verzeichnisplattform, die entwickelt wurde, um Identitäten zu sichern, Geräte zu verwalten und sicheren Zugriff auf alle Arten von IT-Ressourcen zu ermöglichen – vor Ort, in der Cloud, unter Windows, Mac oder Linux. Im Bereich Growth Engineering und UX arbeiten wir daran, ein so fantastisches Self-Service-Erlebnis zu liefern, dass sich unsere Kunden in unser Produkt verlieben und sie nicht mehr darauf verzichten wollen, weiterhin mit uns Geschäfte zu machen und zu wachsen.

Zu meinem typischen Arbeitstag gehört die Interaktion mit Mitarbeiterinnen aus dem gesamten Unternehmen und mit unseren Kunden. Ich versuche, mir Zeit für strategisches Denken und Planen zu nehmen und bemühe mich, auf die Leute in meinem Team einzugehen, damit sie alles haben, was sie brauchen, um ihre Arbeit voranzubringen. Wenn es ein Kundenproblem oder ein Einstellungsgespräch gibt, haben diese oberste Priorität. Ich bin an vielen Aspekten des Geschäfts beteiligt, führe Coaching-Gespräche, feiere unsere Erfolge und kümmere mich um dringende Probleme. Mit anderen Worten: Einen „typischen“ Tag gibt es nicht wirklich. Und langweilig ist es auch nicht, das steht fest.

Worauf bist Du in deiner Karriere am meisten stolz?

Dass ich neugierig und offen für eine Vielzahl von Möglichkeiten war und tolle Beziehungen aufgebaut habe.

Warum gibt es nicht mehr Frauen in der Tech-Branche?

Meiner Erfahrung nach ziehen viele Frauen eine Karriere in der Technik gar nicht erst in Betracht… vielleicht denken sie, dass sie nicht gut in Mathe sind oder sie wollen einen kreativeren Beruf ausüben. Vielleicht haben sie auch das Gefühl, dass sie die Welt nicht beeinflussen können. Es ist nachvollziehbar, dass viele Frauen auf die Klischees über Technikerinnen schauen und sich einfach nicht in diesem Bereich sehen können.

Eure Managerinnen sollten euch unterstützen – das solltet ihr von ihnen erwarten. Falls ihr euch nicht unterstützt fühlt oder euch nicht klar ist, wo ihr mit eurer Leistung steht, dann besprecht das mit ihnen,

Zudem verlieren wir auch Frauen, die in der Tech-Branche anfangen, sich dann allerdings dafür entscheiden, nicht zu bleiben. Meiner eigenen Erfahrung nach, habe ich das Programmieren hinter mir gelassen, da es sich so angefühlt hat, als würde ich stagnieren. Ich sah mir meine (meist männlichen) Kollegen an, die abends und am Wochenende nach Hause gingen und eigene Projekte programmierten. Damit konnte ich mich nicht identifizieren und ich sah keine anderen Möglichkeiten, wie es für mich aussehen könnte, in einer Entwicklerrolle zu bleiben. Ich zog in Erwägung, die Tech-Branche zu verlassen. Ungefähr zur gleichen Zeit erzählte mir mein Mentor von dieser Sache, die sich User Experience nennt, und setzte sich dafür ein, dass ich eine Schulung mache. Ich wechselte zu einem Vollzeitschwerpunkt in UX und das hat mir neue Energie gegeben.

Rückblickend bin ich mir sicher, dass ich mich als Entwicklerin hätte weiterentwickeln können und einen Weg gefunden hätte, mich weiter zu engagieren, aber ich wusste damals nicht, wie das aussehen würde. Ich weiß auch, dass einige Frauen, die sich für Technik interessieren, offener Diskriminierung ausgesetzt sind und entscheiden, dass es sich nicht lohnt. Glücklicherweise war das nicht meine Erfahrung, aber es kommt vor.

Mit Welchen Herausforderungen (oder Hindernissen) werden Frauen in der Tech-Branche konfrontiert?

Wir passen nicht in das Schema, das die Leute in der Tech-Branche erwarten, daher kann es länger dauern, bis wir glaubhaft machen können, dass wir unser Handwerk verstehen.

Selbstzweifel und Impostor-Syndrom: Wenn man nicht in das Schema passt, bekommt man leicht das Gefühl, dass andere mehr dazugehören als man selbst und beginnt, an seinen eigenen Fähigkeiten zu zweifeln. Das kann eine sich selbst erfüllende Prophezeiung werden.

Isolation und Frustration: Wenn man ständig die einzige Frau am Tisch ist, kann es isolierend und manchmal frustrierend sein, seinen Standpunkt durchzusetzen.

Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben: Leider sind viele Frauen mit Familie in einer Position, in der sie den Großteil der Kinderbetreuung und der häuslichen Pflichten übernehmen müssen. Dies kann die Zeit und Energie einschränken, sich auf die Karriereentwicklung zu konzentrieren.

Wie würde unsere Welt anders aussehen, wenn mehr Frauen in MINT-Berufen arbeiten würden?

Mehr Gedankenvielfalt – nicht alle Frauen sind gleich, nicht alle Männer sind gleich, aber eine vielfältigere Belegschaft wird den Nebeneffekt unterschiedlicher Ideen und Fähigkeiten haben. Mehr Ideen und breitere Fähigkeiten können mehr Innovation bedeuten.

Mehr Raum für den Dialog über die sozialen Auswirkungen von Technologie.

Mehr Frauen, die in der Lage sind, sich und ihre Familien zu unterstützen. Mehr Männer, die alternative Lebenswege wählen können (z. B. sich auf die Kindererziehung konzentrieren). Mehr weibliche gleichgeschlechtliche Paare, die einen angemessenen Lebensunterhalt verdienen können.

Weniger Voreingenommenheit in der Technologie (denken Sie an Algorithmen für maschinelles Lernen und die Zugänglichkeit von Technologielösungen für eine breitere Gruppe von Menschen).

Die Diskussion über Diversity gewinnt an Fahrt. Wie lange wird es dauern, bis Sie Ergebnisse der aktuellen Debatte sehen?

[…] ihr seid für euer Wachstum und eure Karriere verantwortlich.

Wir haben in den letzten fünf Jahren mit dem Dialog über Diversity in der Tech-Branche eine Menge an Zugkraft gewonnen. Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns. Langfristig wird es helfen, wenn sich mehr Mädchen für MINT-Studiengänge und -Ausbildungsprogramme entscheiden. Kurzfristig können vertiefende technische Ausbildungsprogramme eine Option für Frauen sein, die einen Karrierewechsel in die Technik anstreben. Ich bin optimistisch, dass es besser wird, erwarte aber, dass es Zeit braucht.

Es gibt einen Mangel an Menschen mit technischen Fähigkeiten, also können Frauen die Zeitspanne beschleunigen, indem sie diese Fähigkeiten aufbauen und nach der ersten Gelegenheit suchen.

Und Personalverantwortliche können die Zeitspanne verkürzen, indem sie sich über unbewusste Vorurteile informieren und Einstellungs- und Bindungspraktiken anwenden, die Menschen aller Geschlechter und Hintergründe willkommen heißen.

Tipps & Tricks

Das Erste, was man wissen sollte: Man kann in der Tech-Branche gut verdienen und es gibt im Allgemeinen einen Mangel an hochtechnischen Leuten. Je technischer eure Fähigkeiten sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass ihr eine starke Nachfrage nach euren Fähigkeiten (und der entsprechenden Bezahlung) sehen werdet.

Tech-Unternehmen lieben Hochschulabschlüsse in verwandten Bereichen (z. B. Informatik), aber immer mehr Personalverantwortliche und Personalvermittlerinnen sind bereit, nach alternativen Ausbildungsprogrammen oder Berufserfahrung zu suchen, anstatt nach einem Hochschulabschluss. Wenn ihr euch bewerbt oder ein Vorstellungsgespräch führt, dann solltet ihr selbstbewusst auftreten.

Nehmt euch eurer Karriere an, macht euch eures Werts bewusst und sucht nach einer Stelle, die euren Bedürfnissen entspricht (zusätzlich zu der Überlegung, ob ihr auch zu ihnen zu passt). Betreibt ein wenig Recherche, stellt Fragen und hört auf euer Bauchgefühl. Wenn ihr euch nach einem Vorstellungsgespräch ausgelaugt und frustriert fühlt, dann könnte das daraufhin hinweisen, dass die Stelle nicht zu euch passt.

Und wir alle wissen, dass es in vielen Bereichen eine ungleiche Bezahlung gibt, auch im technischen Bereich. Fortschrittlichere Unternehmen gehen dazu über, die Vergütung nicht mehr auf der Grundlage der vorherigen Vergütung festzulegen, da dies zu einer anhaltenden Benachteiligung von Frauen und People of Color führen kann.

Wenn ein Personalverantwortlicher euch fragt, was ihr jetzt verdient, formuliert eure Antwort so um, dass sie wissen, was ihr in eurer nächsten Position anstrebt. Ihr solltet einige Nachforschungen anstellen, um zu verstehen, was ein faires Gehalt für eure Fähigkeiten, die angestrebte Position und eure Erfahrung ist. Berücksichtigt auch Wachstumsmöglichkeiten zusammen mit dem Grundgehalt und anderen Leistungen. Manchmal kann es sich lohnen, zunächst eine niedrigere Position oder ein niedrigeres Gehalt anzunehmen, wenn es einen klareren Weg zum Wachstum gibt.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -