Interview mit Julia Wiencirz

Women in Tech: „Ich glaube, dass es für Frauen eine gute Zeit ist, in die Tech-Branche einzusteigen.“
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In unserer Artikelserie „Women in Tech“ stellen wir inspirierende Frauen vor, die erfolgreich in der IT-Branche Fuß gefasst haben. Heute im Fokus: Julia Wiencirz, Managerin des Solution Engineering Teams bei Applause.

Die Tech-Industrie wird von Männern dominiert – so weit, so schlecht. Doch langsam, aber sicher bekommt der sogenannte Boys Club Gesellschaft von begabten Frauen: Immer mehr Frauen fassen in der Branche Fuß.

Aus diesem Grund wollen wir hier spannenden und inspirierenden Frauen die Möglichkeit geben, sich vorzustellen und zu erzählen, wie und weshalb sie den Weg in die Tech-Branche gewählt haben. Aber auch Themen wie Geschlechtervorurteile, Herausforderungen oder Förderungsmöglichkeiten kommen zur Sprache.

Unsere Woman in Tech: Julia Wiencirz

Julia WiencirzFür Julia ist die Umsetzung einer exzellenten Customer Experience das wichtigste Merkmal eines herausragenden digitalen Produkts. Der Kunde und seine Bedürfnisse sollten zu jedem Zeitpunkt im Mittelpunkt stehen. Um dies zu ermöglichen, arbeitet Julia seit 10 Jahren als Solution Engineering und Industry Specialist. Ihre Aufgabe als Managerin des Solution Engineering Teams bei Applause ist es, für jeden Kunden die passende Testing-Lösung so aufzusetzen, dass die jeweilige Software letztendlich überall und für jeden Endanwender einwandfrei funktioniert.

Wann entstand dein Interesse für IT und wie hast du die ersten Kontakte zum Tech-Themenbereich geknüpft?

Ich bin eine richtige Spätzünderin. Als ich aufgewachsen bin, gab es noch keine Handys und kein Internet. Natürlich habe ich manchmal am Computer gespielt – ich kann aber nicht sagen, dass ich ein gesteigertes Interesse für Technologie gehabt hätte. Während meines Studiums lernte ich dann auch etwas Informatik – aber damals war das alles so theoretisch, dass es mich noch nicht wirklich begeistern konnte. Das Interesse kam tatsächlich erst im Berufsleben, als ich einen wirklichen Einblick in die Branche bekam und mir zum ersten Mal bewusst wurde, welchen großen Einfluss Technologie heutzutage hat und wie sie mittlerweile unser aller Leben bestimmt.

Wie verlief dein Weg bis zum jetzigen Beruf? Welche unterschiedlichen Karrierewege hast du eingeschlagen?

Ich war noch nie jemand, der sich lange im Voraus Pläne macht und diese dann eisern verfolgt. Ich hinterfrage eher regelmäßig, ob ich das, was ich gerade tue, auch wirklich gerne machen möchte. Deshalb habe ich keinen sehr geradlinigen Lebenslauf.

Ich bin im Marketing gestartet, habe aber schnell erkannt, dass ich dort fehl am Platz war. Als nächstes arbeitete ich als Personalberaterin. Hier hatte ich zum ersten Mal Kontakt in die “IT-Szene”, denn ich vermittelte nur ITler. Das war eher Zufall, hat mir aber wahnsinnig gut gefallen. Ich hatte das Gefühl, dass ich mit meinen Kunden auf einer Wellenlänge lag. Wir hatten ehrliche Gespräche, bodenständig und auf den Punkt. Keine Schaumschläger, keine Egotypen, wenig Drama. Leider hatte zu dieser Zeit die Bankenkrise die Wirtschaft fest im Griff, überall herrschte Kurzarbeit und man kann sich vorstellen, dass unsere Dienstleistung nicht gerade die gefragteste war. Es war eine harte Zeit, regelmäßig wurden Kollegen entlassen und niemand wusste, ob man im nächsten Monat noch einen Job hat. Zu meinem Glück wurden auch damals schon ITler dringend gesucht.

Trotzdem habe ich mich dann entschieden, einige Jahre als Solution Consultant im Presales zu arbeiten – relativ weit weg von der IT. Doch alles änderte sich dann mit meinem nächsten Wechsel als Solution Engineer zu Salesforce. Das war wirklich eine fantastische Zeit, in der ich komplett in die IT-Welt eingetaucht bin. Für mich war es besonders spannend, weil ich im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen wenig IT-Background hatte, aber dafür umso mehr lernen konnte. Ich habe alles aufgesogen wie ein Schwamm. Ich bin meinem damaligen Chef heute noch dafür dankbar, dass er mein Potential höher bewertete als meine Erfahrung in der IT – denn die war wirklich gleich Null. Die ersten Monate waren natürlich anstrengend, aber ich hatte das Gefühl, dass ich in kürzester Zeit meine Wissenslücken schließen konnte.

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Es geht bei Lösungen wie Salesforce auch weniger um die “Bits und Bytes”, sondern vielmehr um Prozessmanagement, die Herausforderungen von digitalen Transformationen und die zentrale Frage: Wie kann Technik optimal genutzt werden, um Geschäftsprozesse und damit Unternehmenserfolge zu verbessern? Und das ist eine Frage, die mich bis heute beschäftigt. Mich interessieren die Veränderungen, die Technologie bewirken kann. Bei technischen Neuerungen frage ich mich weniger: Wie funktioniert das genau? Sondern immer: Welche Auswirkungen hat das? Welche Veränderungen bringt der Einsatz mit sich? Dient die Lösung wirklich dem Kunden?

Ab diesem Zeitpunkt erfasste mich die Begeisterung und ich wollte mehr. Ich habe dann intern gewechselt und als Industrieexpertin für Maschinenbau bei Salesforce das Business Development in Europa aufgebaut. Das war eine spannende Aufgabe, vor allem, weil ich in einer neu geschaffenen Abteilung startete und es somit sehr viel grüne Wiese gab. Allerdings bewegte ich mich zu diesem Zeitpunkt auch zum ersten Mal wieder weg von der Frage: Wie kann ich die besten Lösungen für Kunden entwickeln? – meinem eigentlichen Antrieb als Solution Consultant.

Somit habe ich mir dann ein Jahr Auszeit gegönnt und währenddessen mit zwei weiteren Gründerinnen die Female Founder Academy aufgebaut: eine Organisation, die Frauen hilft, sich selbstständig zu machen. Wir hatten alle diverse Hintergründe: Eine erfahrene Gründerin, eine Marketingexpertin und ich aus dem Bereich Vertrieb und IT. Das war eine aufregende Zeit, die ich nicht missen möchte. Aber auch hier habe ich mich weiter von dem Kerninteresse meiner Karriere wegbewegt: der IT. Mir wurde also schnell klar, dass ich wieder zurück in die IT-Welt und in den Bereich des Solution Engineering möchte. So bin ich zu meinem jetzigen Job gekommen als Manager des Solution Engineering Teams bei Applause.

Gibt es Menschen, die dich auf deinem Weg gefördert haben? Hast du Vorbilder?

Ich hatte das Glück, immer mit tollen Vorgesetzten zu arbeiten, die mich stets unterstützt haben. Mir wurde nie ein Weg verwehrt. Allerdings habe ich meines Erachtens auch nie eine besondere Förderung erhalten, die gegebenenfalls andere im gleichen Team nicht auch bekommen hätten.

Ich habe auch nicht das eine Vorbild, sondern suche mir immer wieder bestimmte Eigenschaften von Personen aus meinem Umfeld heraus, die ich bewundere und frage mich dann in bestimmten Situationen, wie würde er/sie reagieren. Wenn ich zum Beispiel in eine besonders stressige Situation gerate, denke ich an eine Person, die sich besonders schwer aus der Ruhe bringen lässt. Wenn etwas sehr komplex wird, überlege ich wie meine Kollegin, die sehr komplizierte Konstrukte immer ganz einfach darstellen kann, die Situation angehen würde. Das ermöglicht mir immer neue Sichtweisen und gibt mir schnell die Möglichkeit, Dinge aus vielen verschiedenen Blickwinkeln zu sehen.

Wurden dir in deiner Karriere auch bewusst Steine in den Weg gelegt?

Ich habe nie das Gefühl gehabt, dass mir jemand aus Bosheit oder mit Absicht Steine in den Weg gelegt hat.

Mir immer wieder vor Augen geführt worden, dass man sich als Frau in einer Männerwelt stets anders beweisen muss. Wenn ich mit Kollegen beim Kunden bin, habe ich oft das Gefühl, dass den Männern ihre entsprechende Position und Fähigkeit, diese auch gut auszufüllen, erstmal zugestanden wird. Bei mir war es genau anders herum. Es hat meist niemand damit gerechnet, dass ausgerechnet ich diejenige war, die das Produkt und die IT dahinter am besten kannte.

Woran merkte ich sowas? Das fängt schon damit an, dass einem bei der Begrüßung kaum Aufmerksamkeit zuteil wird. Teilweise wurde mir gar nicht die Hand geschüttelt. Der Smalltalk fand dann direkt unter den Männern statt. Und erst wenn das Meeting begonnen hat und ich als Solution Consultant nun mal die ganze Demo übernommen habe und alle Fragen beantwortet habe, wurde den Beteiligten plötzlich klar, dass diese Frau wohl doch relevant ist. Das ist manchmal schon ganz spannend zu beobachten, wie sich das Verhalten dann ändert und man plötzlich in der Pause in die Gespräche mit einbezogen wird.

Unterm Strich kann ich aber sagen, dass ich ab diesem Moment immer das Gefühl hatte, ernst genommen zu werden. Es ist eben vor allem diese erste Hürde, die Frauen zu überwinden haben. Diese Hürde der Unsichtbarkeit bzw. die fehlenden Vorschusslorbeeren, die Männer eher automatisch bekommen und Frauen sich meist mehr erarbeiten müssen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag in deiner aktuellen Position aus?

Aktuell arbeit ich bei Applause und leite das Solution Engineering Team. Wir helfen als Marktführer von Crowdtesting-Lösungen Unternehmen dabei, ihre Softwarelösungen in der realen Welt unter realen Bedingungen zu testen. Egal ob es um Funktionale Tests, UX-Studien, Accessibility Audits, Security Tests oder Test-Automatisierung geht – durch unsere Crowd können unsere Kunden von echten Experten mit einer weltweiten Testabdeckung bei geringer Testzeit profitieren.

Das schöne an diesem Job ist, dass ich, obwohl ich Manager bin, trotzdem noch den direkten Kundenkontakt habe und weiterhin beraten kann. Mein Tag beginnt dabei meistens mit einem 30-minütigen Standup mit dem Team. Ich finde das den perfekten Start in den Tag, denn es gibt einem die Möglichkeit, aktuelle Themen kurz gemeinsam zu besprechen, neu gewonnenes Wissen zeitnah zu teilen und akute Fragen zu diskutieren. Als SE arbeite ich meistens mit allen anderen Kollegen im Unternehmen, nur nicht mit dem eigenen Team, obwohl gerade hier ein Austausch so wichtig ist. Diese Lücke schließen wir mit dem täglichen Standup.

Anschließend stehen meist einige Kundentermine an, teilweise vor Ort, aktuell natürlich nur Remote aus dem Homeoffice. Unsere Aufgabe ist es, Testszenarien und IT-Setups beim Kunden zu verstehen, Verbesserungspotenzial zu erkennen, potentielle Kunden dabei zu beraten, wie unsere Services am besten in den SDLC implementiert werden können, und Lösungsvorschläge inklusive des Pricings zu erarbeiten. Zusätzlich treiben wir interne Projekte voran, zum Beispiel wenn es ein neues Go-To-Market-Angebot für einen neuen Service geben soll.

Als Manager arbeite ich mit den Vertriebsdirektoren und der Leiterin unserer Delivery Abteilung daran, das bestehende interne Setup immer besser zu machen und Prozesse zu optimieren.

Meist bedeutet dieses Setup, dass mein Tag ziemlich durchgetaktet ist mit vielen verschiedenen Telefonaten mit Kunden und internen Gesprächen mit den Kollegen aus dem Vertrieb, Delivery Services und Ansprechpartnern aus unserem Headquarter in den USA.

Warum gibt es so wenige Frauen in der Tech-Branche? Welche Hürden müssen Frauen heute immer noch überwinden?

Ich glaube, dass Frauen zur Zeit erstmal gar nicht so viele Hürden überwinden müssen, wenn sie in der IT anfangen wollen. Im Gegenteil, viele Unternehmen suchen verstärkt nach Frauen, weil sie wissen, dass ein diverses Team einfach besser performed als ein homogenes Team. Die größere Herausforderung liegt dann in den Bewerbungsprozessen. Die Auswahlprozesse sind meist sehr männlich geprägt und ohne es ausdrücklich zu wissen, entscheiden sich viele Menschen gerne eher für Kandidaten, die ihnen ähnlich sind und trauen Männern dabei mehr zu als Frauen. Doch wie gesagt: Ich glaube, dass diese Hürde aktuell gar nicht so hoch ist.

Anschließend wird es interessant: Denn dann kommt die Frage, ob Frauen das gleiche Potential für Führungspositionen zugetraut wird wie Männern und ob sie auch mit gleichem Maßstab gemessen werden. Frauen in Führungspositionen werden gerne auf ihr Geschlecht reduziert. Ich habe schon oft Menschen gehört, die meinten: “Mit einer Frau als Chefin komm ich einfach nicht klar.” Dabei hatten sie maximal zwei weibliche Vorgesetzte in ihrem Leben. Keiner kommt auf die Idee zu sagen: “Mit einem Mann als Chef komme ich einfach nicht klar”, obwohl jeder sicherlich auch schon mal einen schlechten Chef hatte. Hinzu kommt dann natürlich das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bei dem Männer einfach stärker in die Verantwortung genommen werden sollten – und zwar auch von den Frauen.

Wenn es selbstverständlich ist, dass auch Männer halbtags arbeiten, werden sich schnell Lösungen finden, die nicht mit einem Karriereknick enden.

Die schwierigere Frage ist sicherlich, warum so wenige Frauen in der IT arbeiten. Ich glaube, dass es hier ganz verschiedene Herausforderungen gibt. Fangen wir mit meinem Beispiel von vorhin an. Dass ich in einem Raum voller Männer erstmal nicht sofort als technischer Lead erkannt werde, hat meist wenig damit zu tun, dass Menschen diesen Job Frauen grundsätzlich nicht zutrauen. Viel mehr sind wir einfach daran gewöhnt, vor allem Männer in solchen Rollen zu sehen. Egal in welchem Medium, Männer besetzen bestimmte Positionen und nur in Ausnahmefällen werden Frauen gezeigt. Wenn ich auf einem Managermagazin hauptsächlich nur Männer sehe, dann gehe ich bei einer kurzen Begegnung mit zwei unbekannten Personen erstmal davon aus, dass der Mann der Manager ist und nicht die Frau. Wenn ich als Mädchen also über meinen Berufswunsch nachdenke, bin ich sicherlich schon sehr von meiner Wahrnehmung geprägt und entscheide basierend darauf, welche Position ich mir zutraue oder wünsche. Deshalb ist es auch so wichtig, mehr weibliche Vorbilder zu sehen und zwar nicht nur in der Kategorie “Achtung: heute haben wir mal eine Frau auf dem Cover”.

Zweiter Punkt: Es wird viel zu wenig darüber aufgeklärt, was es wirklich bedeutet, in der IT zu arbeiten. Es gibt so viele spannende Berufe, von denen noch nie jemand während seiner Schulzeit gehört hat und die nicht unbedingt direkt etwas mit dem Erlernen von Programmiersprachen zu tun haben. Wenn das Wort IT fällt, denken viele eben an den IT-Nerd, der nie von seinem Rechner wegkommt. Das ist auch so ein Klischee, das wir eingeimpft bekommen haben und das überhaupt nicht der Wahrheit entspricht. Es werden eigentlich Menschen gesucht, die genau das Gegenteil vom einsamen Nerd sind, der alleine im Keller sitzt und keine Freunde hat. Es geht vor allem darum, logisch denken zu können, Dinge zu hinterfragen, Zusammenhänge zu verstehen, aus Bausteinen kreativ neue Lösungen zu erschließen und das ganze dann auch noch gut kommunizieren zu können. Mädchen wissen also oft gar nicht, was alles möglich wäre und denken somit gar nicht daran, dass dies ein spannender und passender Bereich wäre.

Um es kurz zusammenzufassen: Wir haben hier vor allem das Problem der Vorurteile: Vorurteile gegenüber Frauen und Vorurteile gegenüber der IT. Und beides gepaart ist leider keine gute Kombination.

Welche Stereotypen sind dir in Bezug auf „Women in Tech“ schon begegnet und welche Probleme ergeben sich daraus?

Was mich immer stört, ist diese Nerdigkeit, die andere damit verbinden. Als ob man ein Außenseiter ist, wenn man in der IT arbeitet. Solche Sprüche wie: “Du arbeitest in der IT? Sieht man dir gar nicht an”, kenne ich schon. Sie kommen aber meist von Leuten, die wirklich keine Ahnung haben. Ich habe auch schon mal gehört, dass ich einen bestimmten Vortrag an einen Kollegen abgeben sollte, weil nur Männer im Publikum sein werden. Da habe ich kurz gedacht, ich hätte mich verhört. Das war wieder so ein Beispiel, bei dem mein Gegenüber keinen schlechten Hintergedanken hatte, sondern einfach aus dem Bauch heraus gesprochen hat. Als ich ihm dann verdeutlicht habe, dass er mir gerade das Recht auf die Bühne zu treten aufgrund meines Geschlechts verwehrt hatte, damit die Männer unter sich sind, war er selbst ganz über seine Denkweise erschrocken.

Wieder ein gutes Beispiel dafür, dass viele Probleme entstehen, weil Menschen nicht darüber nachdenken, welchen Einfluss ihr Handeln auf andere hat. Also kann ich nur allen Frauen raten: Macht immer den Mund auf, wenn ihr merkt, dass etwas schief läuft.

Und warum sollten mehr Frauen in der Tech-Branche arbeiten? Würde unsere Welt anders aussehen, wenn mehr Frauen im MINT-Bereich arbeiten würden?

Es ist wahnsinnig wichtig, dass wir eine hohe Diversität in allen Bereichen der Tech-Branche haben.

Die Technologie treibt Innovationen heutzutage extrem schnell voran und es ist nicht nur wünschenswert, sondern auch von essentieller Bedeutung, dass diese Innovationen nicht nur von Männern bestimmt werden. Ansonsten verpassen wir es, wichtige Neuerungen für die anderen 50 Prozent der Gesellschaft zu entwickeln und deren Blickwinkel mit zu beachten. Alle Bereiche werden heutzutage von der IT beeinflusst: egal ob es um die Gesundheit geht, Bildung, Beruf oder Freizeit. Wir Frauen sollten ganz vorne mit dabei sein, wenn darüber entschieden wird, welche Forschungsbereiche ausgeweitet werden, wie Technologie eingesetzt wird oder auch welche Beschränkungen es geben muss.

Wie sieht die Zukunft aus – wird die Diversity-Debatte bald Geschichte sein?

Ich hoffe sehr, dass all diese Fragen bald antiquiert und lächerlich erscheinen. Leider haben wir aber noch einen weiten Weg vor uns. Das fängt schon dabei an, dass wir bereits Kindern ganz unterschiedliche Geschlechterrollen beibringen. Es gibt so viel Spielzeug, das ganz eindeutig nur für Mädchen oder Jungen gemacht wird. Ich finde das ist totaler Blödsinn und für alle Beteiligten schlecht. Müssen sich denn Jungen immer nur für Technik und Sport interessieren und Mädchen nur für Pferde und Prinzessinnen? Können Jungen nur blau tragen und Mädchen nur rosa? Ich habe das Gefühl, jedem Kind wird heute sehr schnell klar gemacht, welches Geschlecht es hat und welche Erwartungen damit verknüpft sind. Ob uns das langfristig weiter bringt, bezweifle ich stark.

Tipps & Tricks

Mein einziger Tipp ist: Tut es einfach. Probiert euch aus und habt keine Angst vor gar nichts. Die Tech-Branche selbst ist wahnsinnig spannend und es geht immer mehr um die Zukunft und um die Frage: Was kommt als nächstes? Wie kann man den Status Quo verändern und verbessern? Das macht extrem Spaß und ist wirklich interessant. Ich glaube, dass es für Frauen eine gute Zeit ist, in die Tech-Branche einzusteigen. Denn wie gesagt: Viele Unternehmen freuen sich über weibliche Bewerberinnen. Solltet ihr das Gefühl haben, nicht ernst genommen zu werden, macht den Mund auf und steht für euch ein. Wenn sich dann nichts ändert, dann haben auch andere Arbeitgeber schöne Arbeitsplätze, die nur auf euch warten.

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