Entwickeln für iOS, Android, Windows Phone und Blackberry

Mobile-Freelancer: Marktstudie zu Auftragslage und versteckten Potenzialen
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Welche Skills sind gefragt und für welche Plattform ist das Entwickeln am rentabelsten? Der Freelancer-Vermittler GULP gibt Einblicke zur Marktsituation für freischaffende Mobile-Entwickler: Auftragslage, Gehälter und geforderte Expertise bei Developern für iOS, Android, Windows Mobile und Blackberry – ein Vergleich und Ausblick auf die Zukunft.

Entwickler, die als Freelancer Software für mobile Betriebssysteme und Apps entwickeln, haben die Qual der Wahl: Je nach Skills darf man bei den Marktführern Android und iOS zwar die besseren Stundenlöhne erwarten, dafür ist aber auch die Konkurrenz um Aufträge größer. Wer auf Blackberry-Anwendungen setzt, gehört zu einem kleinen Spezialistenkreis mit vergleichsweise geringen Löhnen, kann sich dafür aber nicht über mangelnde Aufträge beschweren. Auch wie es mit Windows Mobile weitergehen könnte und weshalb iOS weiterhin die beste Partie bleibt, ist durch zwei GULP-Marktstudien festgehalten worden. Die Freelancer-Plattform für IT-Profis mit rund 90.000 eingetragenen Freiberuflern hat Einblicke in die Spezialisierung der Mobile-Developer gegeben, die Auftragslage der letzten Jahre verglichen und die durchschnittlichen Stundenlöhne gegenüber gestellt.

Kandidaten-Pool für Mobile-Freelancer im Vergleich

In puncto verfügbare Apps hatte der Google Play Store den langjährigen Marktführer Apple bereits 2014 überholt. Auch aufgrund der deutlich größeren Verbreitung von Android-Geräten (IDC Worldwide Quarterly Mobile Phone Tracker) scharen sich inzwischen die meisten Entwickler im Android-Apps-Segment. Rund 52 Prozent aller Mobile-Spezialisten, die über GULP vermittelt wurden, entwickelten 2015 für den aktuellen Marktführer. Im Vergleich dazu sind Apple-Devs mit 39 Prozent noch immer stark vertreten. Mit gerade mal 0,3 Prozent laufen Mobile-Freelancer mit Blackberry-Kenntnissen unter „ferner liefen“.

Quelle: Gulp Kandidaten-Pool. Screenshot: https://www.gulp.ch/knowledge-base/markt-und-trends/gulp-marktstudie-mobile-betriebssysteme-apps-apple-adieu-android-ahoi.html

Kenntnisse der Mobile-Spezialisten (Quelle: GULP Kandidaten-Pool)

Dass das in puncto Sicherheit bei Unternehmen wohl beliebteste Betriebssystem BlackBerry 10 trotz Abwärtstrend in den letzten Jahren nicht von der Bühne verschwinden wird, hat kürzlich erst BlackBerry-CEO John Chen mit seinem Appell an Apple klar gemacht. Indem BlackBerry sich als Vermittler zwischen den Privatsphäreinteressen seiner Kunden und den Ermittlungsinteressen von staatlichen Sicherheitsbehörden positioniert, schafft es klare Verhältnisse und eine Alternative im Wettbewerb.

Dramatische Zahlen offenbart der Trend in puncto Nachfrage von Expertise im Bereich Windows Mobile: Zwischen 2014 und dem Folgejahr sei der Anteil der Projekte jedoch um ein Drittel (-32%-Punkte) eingebrochen – eine Rekordwert unter allen Marktsegmenten. Auch der Marktanteil soll in den nächsten Jahren eher stagnieren.

 

Mobile-Projekte: Verteilung der Nachfrage

Während für iOS wie auch Android in den Jahren 2013 bis 2015 die Nachfrage nach Mobile-Projekten gestiegen ist, gingen die Aufträge für Windows Mobile und BlackBerry auf der Freelancer-Plattform zurück. Apple zog weiterhin die meiste Aufmerksamkeit auf sich und liegt damit noch immer vor Google, wenn auch nur mit einem kleinen Vorsprung von 0,7 Prozentpunkten.

Quelle: GULP Trend Analyzer

Quelle: GULP Trend Analyzer

Der Rückgang von Windows-Mobile-Nachfragen fällt im Dreijahresvergleich sogar eklatanter aus als bei BlackBerry. Immerhin: Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage dürfte projektsuchende Windows-Spezialisten 2015 erfreut haben: 10,4 Prozent der Projekte, in denen Kenntnisse im Bereich Mobile gefragt waren, richteten sich an Windows-Experten. Demgegenüber steht ein etwas geringeres Angebot von Windows-Kenntnissen (9,1%) unter allen Mobile-Kenntnissen der bei GULP registrierten Freiberufler. Darüber hinaus blieben die Stundensatz-Forderungen weitestgehend konstant.

Stundensätze für Mobile-Entwickler im Vergleich

Mit 67,8 Euro durchschnittlicher Stundensatzforderung liegen Windows-Mobile-Entwickler nur knapp hinter den iOS- und Android-Kollegen. 2015 führten Developer für Apples mobiles Betriebssystem die Gehaltsleiter mit rund 71 Euro pro Stunde an. Android besetzt mit 69,80 Euro den zweiten Platz. Allerdings sollten Android-Entwickler berücksichtigen, dass dieser Markt weiterhin stark umkämpft bleiben wird. BlackBerry-Kenntnisse wurden im Vergleich zum durchschnittlichen iOS-Stundensalär mit zehn Euro weniger entlohnt.

Durchschnittlich geforderte Stundensätze in Euro. Quelle: GULP Trend Analyzer

Quelle: GULP Trend Analyzer

Fazit

2015 entfielen bereits mehr als die Hälfte (51,6 Prozent) der Freiberufler-Skills auf Android. Das sind 12,6 Prozent mehr als für iOS (39 Prozent). Allerdings gibt es mehr Android-Projektsuchende als verfügbare Angebote. Der Wettbewerb untereinander ist also größer, was sich, sobald der Markt Sättigungserscheinungen aufweist, auch negativ auf die Löhne auswirken könnte. Prognosen des IDC sagen Android aber bis 2019 weiterhin steigende Marktnachfrage voraus, sodass ausreichend Zeit bleibt, Monetarsierungsmodelle auszubauen.

iOS-Freelancer haben weiterhin auf das sicherste Pferd gesetzt, die Löhne sind Spitzenreiter, die Erlöse im App-Store weiterhin größer als im Google Play Store. Auch wenn Apple strengere Auflagen für seinen App Store setzt und „nur“ für die mobilen Devices iPhone, iPad und Apple Watch entwickeln lässt, ist die Auftragslage weiterhin ausgezeichnet. Was das Nachfrage-Angebot-Verhältnis bei GULP anbelangt, war es 2015 ausgeglichener als bei Android.

Für Windows Mobile als Freelancer zu entwickeln bringt laut der GULP-Marktauswertung weiterhin konstante Stundensätze. Das sinkende Interesse der Entwickler, aber auch die zurückgehenden Verkaufszahlen der Smartphones deuten jedoch auf eine sich fortsetzende Negativentwicklung hin. Ob Windows mit seiner Mobile-Sparte noch die Kurve kratzen kann, bleibt ungewiss.

BlackBerry, obwohl kaum mehr als eine Randnotiz, bietet für Freelancer die besten Voraussetzungen hinsichtlich des Angebot- und Nachfrageverhältnisses. Wenn auch das Segment klein bleibt, dürften die BlackBerry-Geschäftskunden den Bedarf aufrecht erhalten. Seitdem Android-Apps auf BlackBerrys genutzt werden können und beim aktuellen Modell Priv gleich auf das komplette Ökosystem von Android gesetzt wird, kann man davon ausgehen, dass Skills für beide Plattformen weiterhin gefragt sein werden.

 

Aufmacherbild: Flaches Design Vektor-Illustration Konzept für mobile Apps via Shutterstock, Urheberrecht: PureSolution

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