Twitters Beitrag zum gegen Missbrauch: 40 Organisationen helfen mit

Twitter gründet Trust & Safety Council gegen Hass-Tweets
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Um gegen Trolle und Missbrauch vorzugehen, hat Twitter nun das Trust & Safety Council ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit 40 Organisationen will die Initiative Hasskommentare und extremistische Inhalte bekämpfen. Dafür sollen auch die Twitter-Nutzer mit anpacken.

Facebook hat’s vorgemacht, nun zieht auch Twitter nach: In Zusammenarbeit mit 40 Diversitäts- und Schutz-Organisationen, die in 13 Ländern weltweit aktiv sind, hat Twitter am Dienstag das Trust & Safety Council ins Leben gerufen. Twitter-Nutzer sollen sich „sicher fühlen“ und „frei äußern“ können, ohne von Hassbotschaften oder Mobbing beeinträchtigt zu werden, schreibt Patricia Cartes, Head of Global Policy Outreach bei Twitter, in einem Blogpost. Durch das Council solle die Balance zwischen Meinungsfreiheit und Missbrauch gefunden werden, an der auch jeder einzelne der 320 Millionen Twitter-Mitglieder mitwirke.

Richtlinien und Gegenrede

Ähnlich wie Facebooks „Initiative für Zivilcourage“ setzt auch die Microblogging-Plattform auf Partnerschaften und die Mithilfe der Community. Das Counter-Speech-Prinzip (Gegenrede) wird bereits auf beiden Plattformen praktiziert. Während Facebook jedoch von offizieller Seite aus Counter-Speech als sinnvolles Werkzeug gegen Extremismus unterstützt, hält Twitter sich diesbezüglich bedeckt und setzt weiter auf Richtlinien-Treue. Allerdings wolle man die Tools und Policies in Zukunft gemeinsam mit dem Council entwickeln.

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Unter den Partnern finden sich beispielsweise Frauenhilfsorganisationen und Jugendschutzverbände, beispielsweise auch jugendschutz.de oder Feminist Frequency. Die meisten der Organisationen konzentrieren sich auf Jugendschutzthemen, einige setzen sich auch gezielt gegen sexuellen Missbrauch von Kindern ein. Die Experten sollen Nutzern im Ernstfall beistehen und sie dazu motivieren, weiterhin frei ihre Meinung zu äußern. Twitter möchte seine User dazu bewegen, sich an diese Institutionen zu wenden und schwere Verstöße zu melden. Auch Mitglieder mit Suizid-Gedanken sollen durch das Council erreicht werden.

Löschen bleibt weiterhin eine Option

Tweets können auch weiterhin entfernt werden, wenn sie gegen die Nutzungsregeln der Plattform verstoßen. Im Juli letzten Jahres hatte Twitter dazu das Safety Center eingerichtet, um dort die Spielregeln festzulegen und eine Anlaufstelle für Beschwerden zu bieten. Die Verhaltensregeln würden kontinuierlich den Verhaltensweisen und Bedürfnissen der User angepasst, gab Nick Pickles, Twitter Head of Public Policy UK, in einem Guardian-Gastbeitrag anlässlich des Safer Internet Day zu Protokoll. „Wir werden wohl niemals den Zustand erreichen, dass jeder Inhalt auf Twitter für alle User akzeptabel ist.“ Doch gerade die fortlaufende Debatte und die Interaktion der User zeichne Twitter als Plattform des öffentlichen Interesses aus.

Twitters Beitrag und andere Initiativen

Das Trust & Safety Council unterstützt die Unternehmensführung darüber hinaus bei der Maßregelung von Usern und der Suche nach extremistischen Posts. Die eigentliche Arbeit liegt jedoch weiterhin auf Seiten der User, die sich freiwillig engagieren und Verstöße melden sollen. Dass ein millionenschweres Unternehmen ausschließlich auf freiwillige Mitarbeit und Organisationen setzt, ist ein vergleichsweise schwaches Engagement. Facebook wird die Initiative für Zivilcourage zumindest mit einer halben Millionen Euro Fördergelder unterstützen und weitere 500.000 Euro für Werbeflächen zur Verfügung stellen. Googles will durch eine Adwords-Initiative gegen Extremismus ebenfalls mit NGOs zusammenarbeiten und stellt ihnen dafür Werbeflächen kostenlos zur Verfügung.

Twitter überlässt den Großteil der Verantwortung damit seiner Community. Das wird auch direkt durch den Einleitungssatz von Patricia Cartes Ankündigung des Trust & Safety Councils deutlich: „Auf Twitter hat jede Stimme die Kraft, die Welt mitzugestalten. Wir beobachten dieses Potenzial jeden Tag bei Aktivisten, die Twitter nutzen, um andere Bürger zu mobilisieren, selber Inhalte für eine gemeinsame Überzeugung auf der Plattform zu verbreiten.“

 

Aufmacherbild: Hand holds twitter logotype bird printed on paper via Shutterstock, Urheberrecht: rvlsoft

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