Teil 1: Geschichten erzählen & Kunden ansprechen

Websites mit Persönlichkeit: Storytelling, FAQs und mehr
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Unzählige Webangebote werben um die Aufmerksamkeit der Nutzer. Mit tollen Designs, super Botschaften und klugen Sprüchen versuchen sie, sich von der Masse abzuheben und immer mehr Klicks zu generieren. Am Ende sehen sich viele Angebote aber doch wieder recht ähnlich und greifen auf die gleichen Tricks zurück, sodass der Erfolg ausbleibt. Wer der eigenen Website aber eine richtige Persönlichkeit geben möchte, kann dieses Ziel trotzdem mit einfachen Mitteln erreichen. Ein Einblick in die Firmengeschichte kann zum Beispiel dabei helfen, das Interesse der Nutzer zu wecken.

Welche Botschaft soll die eigene Marke transportieren, welche Zielgruppe ansprechen? Wer steht hinter dem Produkt und was soll der Nutzer mitnehmen, wenn er die Website besucht hat? Das sind Kernfragen des Webdesigns, die sich sehr gut dazu eignen, einer Website eine richtige Persönlichkeit zu geben. Wer diese Fragen für sich nutzt, erzählt am Ende nämlich eine Geschichte, die den User fasziniert.

„Über uns“

Jedes Unternehmen hat etwas zu erzählen. Sei es, dass der Gründer eine ganz besondere Inspiration zur Eröffnung der Firma hatte oder dass das Büro besonders hübsch gestaltet ist. Diese Informationen sollten keine Randerscheinungen sein, sondern gut genutzt werden! Wenn der Kunde etwas über ein Unternehmen weiß, fühlt er sich der Firma verbundener; eine Website wirkt so gleich viel persönlicher und das zahlt sich aus.

Dazu eignet sich natürlich eine optische Präsentation. Bilder aus der Anfangszeit, vielleicht eine Zeitleiste, das alles kann das Interesse der Nutzer wecken, wenn sie zufällig auf diesen Bereich einer Website klicken. Auch ein Blick hinter die Kulissen kann interessant sein. So stellt Kickstarter beispielsweise alle Mitarbeiter im Netz vor.

Statt einer klassischen Vorstellung mit Informationen zu den aktuellen Aufgaben der Mitarbeiter wurde allerdings ein anderer Ansatz gewählt. Alle Mitarbeiter haben ihre Interessen angegeben, diese wurden in Kategorien verwandelt und finden sich im oberen Bereich der Team-Seite. Klick der Nutzer nun eine davon an, bekommt er alle Mitarbeiter angezeigt, die dieses Interesse teilen, also beispielsweise gerne Rad fahren. Sogar die Bürohunde finden sich auf der Teamseite!

Die Bürohunde von Kickstarter (Quelle:  https://www.kickstarter.com/team?ref=about_subnav)

Die Bürohunde von Kickstarter (Quelle: https://www.kickstarter.com/team?ref=about_subnav, Screenshot: Entwickler.de)

Storytelling – Geschichten erzählen

Auf eine ähnliche persönliche Art lässt sich auch über andere Themen berichten. Wie wird das Produkt hergestellt? Was gefällt den Nutzern daran, was ist das Lieblingsprodukt einzelner Mitarbeiter? Vielleicht könnte es einen „Was sagen andere dazu?“-Button neben dem Produkt geben, der ausgewählte Statements von Kunden und Mitarbeitern einblendet? Ein Foto zur Person, deren Meinung der Nutzer gerade liest – solches Storytelling erhöht die Personalisierung der Website und schafft Vertrauen.

Auf diese Weise kann ein roter Faden entstehen, der sich durch das gesamte Webangebot zieht. Auf der Startseite gibt es einen Hinweis auf die Menschen hinter dem Unternehmen, die sich neben den Produkten wiederfinden und sogar per E-Mail erreichbar sind – das erzeugt einen ganz anderen Eindruck als eine Website ohne solche Features.

Stellen Sie Ihre Fragen zu diesen oder anderen Themen unseren entwickler.de-Lesern oder beantworten Sie Fragen der anderen Leser.

FAQ?

Eine Hilfe- oder FAQ-Sektion gehört aber natürlich erst einmal zu den Standards der meisten Websites. Dabei geht es oft primär darum, möglichst viele Fragen auf einfache Weise zu beantworten. Der Inhalt kommt hier vor dem Design! Immerhin soll der Kunde sich dort ja auch nicht zu lange aufhalten. Wer liest schon alle Hilfe-Seiten?

Es stimmt, dass eine Hilfe-Sektion erst einmal funktional sein muss; eine entsprechende Ausgestaltung im Sinne des Charakters einer Website tut jedoch auch diesem Bereich gut. So zeigt das Unternehmen, dass seine Kunden ihm wichtig sind; die Suche nach Informationen kann sogar Spaß machen – oder wird zumindest leichter. Das ist gut für die User Experience!

Jimdo hat seinen FAQ-Bereich beispielsweise mit leicht verständlichen Symbolen gestaltet, die eine schnelle Orientierung ermöglichen. Andere Websites leiten den Kunden anhand von umgangssprachlich formulierten Fragen durch die Hilfsseiten oder heben farblich hervor, was besonders wichtig ist. Auch können die Übergänge von einer Frage zur nächsten durch Symbole hervorgehoben werden, wenn sich verschiedene Inhalte auf einer Seite befinden. Das ermöglicht einen schnellen Überblick.

Die FAQ von Jimdo (Quelle: http://hilfe.jimdo.com/)

Die FAQ von Jimdo (Quelle: http://hilfe.jimdo.com/, Screenshot: Entwickler.de)

Sprache

Die sprachliche Gestaltung einer Website gehört nun nicht zu den Bereichen, die eher vernachlässigt werden. Wie mit den Kunden gesprochen werden soll, wird häufig intensiv durchdacht. Trotzdem lohnt sich oft ein zweiter Blick darauf.  Die Verwendung der Formulierung „Können wir dir helfen?“ statt des Wortes „Hilfe“ verändert den Charakter einer Website nämlich bereits ungemein! Eine persönliche Ansprache kann in vielen Fällen sehr zur Kundenbindung beitragen.

Bei der sprachlichen Gestaltung einer Website kann sich außerdem etwas Mut lohnen. Sitzt die Firma in Berlin, kann ein wenig „Berliner Schnauze“ erstaunliche Ergebnisse haben. Auch sollte bedacht werden, dass der Kunde meist in seiner Freizeit im Netz surft und immer häufiger nur mit dem Smartphone unterwegs ist. Hierfür braucht es dann vor allem klare, eingängige Slogans, die schnell erfasst werden können. Wer aus der Masse hervorsticht, hat auch hinsichtlich der sprachlichen Gestaltung seiner Website die Chance, genau dafür von seinen Kunden gemocht zu werden. Es muss ja nicht gerade „Ey, Alter!“ als Begrüßung sein. Aber ist es wirklich notwendig, immer bei der förmlichen Sprache zu bleiben?

Das war der erste Teil der Faktoren, die den Charakter einer Website direkt und indirekt beeinflussen. Natürlich ist die Persönlichkeit einer Website auch immer vom Produkt abhängig, oft sind es aber eben doch die Kleinigkeiten, die einen großen Unterschied machen können. Im nächsten Teil geht es mit einigen Beispielen dazu weiter, wie sich der Eindruck einer Website durch vermeintliche Nebensächlichkeiten wie Ladebalken und Error-Pages beeinflussen lässt.

Lesen Sie Teil 2: Fehlerseiten und Pop-Ups als Highlights

 

Aufmacherbild: Open book by the Fireplace via Shutterstock / Urheberrecht: AlexMaster

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