Erste Preview des neuen Edge-Browsers

Microsoft Edge auf Chromium-Basis: Das Insider-Programm ist eröffnet
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Microsoft hat ein Insider-Programm für Previews des neuen Edge-Browsers ins Leben gerufen. Die Besonderheit daran: Er basiert auf dem Open-Source-Projekt Chromium, das den Großteil des Quellcodes für Google Chrome enthält.

Die Ankündigung, den Browser Microsoft Edge künftig auf Basis von Chromium zu entwickeln, liegt erst wenige Monate zurück. Nun hat Microsoft ein Insider-Programm eröffnet, um Preview-Versionen des neuen Browsers zu testen. Das daraus hervorgehende Feedback soll laut Microsoft nicht nur Edge, sondern auch dem Open-Source-Projekt Chromium zugutekommen. Der Wechsel zu Chromium löste jedoch nicht nur positive Reaktionen aus.

Microsoft Edge auf Chromium-Basis

Die ersten sichtbaren Veränderungen in Microsoft Edge sollen zunächst eine subtile Designänderung, eine größere Auswahl an Erweiterungen und das Profil zum Einloggen umfassen. Der Fokus der frühen Builds liegt jedoch zunächst auf den grundlegenden Funktionen. Weitere Features und Sprachsupport sollen erst später folgen.

Microsoft bietet Teilnehmern des Insider-Programms zwei Optionen für Edge-Previews an. Der Canary Channel wird täglich mit Updates versorgt, der Developer Channel dagegen wöchentlich mit dem stabilsten Build aus der Canary-Reihe. In Zukunft sollen Beta Builds hinzukommen, und anschließend der Stable Channel.

In allen Versionen von Windows 10 kann auf Microsoft Edge Insider zwischen Dev Channel und Canary Channel gewählt werden. In beiden Channels steht bereits der erste Build zur Verfügung. Sie können parallel laufen und durch verschiedene Icons und Namen unterschieden werden. Der regulär installierte Edge-Browser bleibt von der Preview-Installation unberührt. Eine Ausweitung der Previews auf Windows 7, 8 und 8.1 sowie macOS ist in Planung.

Weitere Informationen zum Edge-Insider-Programm bietet der zugehörige Eintrag auf dem Windows-Blog.

Chromium und Edge – Wie kam es dazu?

Chromium ist ein Open-Source-Browser, der einen Großteil des Quelltextes von Google Chrome beinhaltet. Er wurde 2008 veröffentlicht und steht unter BSD-Lizenz. Chromium bildet die Basis für eine ganze Reihe an Browsern, darunter Amazon Silk und Vivaldi. Im Dezember 2018 kündigte Microsoft an, seinen Edge-Browser in Zukunft auf Basis von Chromium zu entwickeln. Der bisherige Edge-Browser, der mit Windows 10 ausgeliefert wird, wurde von Microsoft entwickelt und 2015 erstmals veröffentlicht.

Gegen die übermächtige Konkurrenz von Google Chrome konnte sich Edge nicht annähernd auf dem Markt für Webbrowser durchsetzen: Der Marktanteil von Edge beträgt laut NetMarketShare gerade einmal 5,2 Prozent, der Marktführer Chrome erzielt 67,9 Prozent. Auf Platz 2 folgt Firefox mit 9,3 %. Microsofts Internet Explorer, der nach wie vor standardmäßig in Windows enthalten ist, steht mit 7,3 % an dritter Stelle. Die Zahlen beziehen sich jeweils auf Desktop- und Laptop-Browser im März 2019.

Microsofts Entscheidung für Chromium wurde aufgrund dieser Vormachtstellung von Google nicht nur positiv aufgenommen. So wurde etwa auf onmsft.com die folgende Kritik geäußert:

The move to Chromium further consolidates Google’s influence and power when it comes to web technologies. Microsoft has, for all intents and purposes, conceded defeat. […] Of course, Chromium is open-source, and Microsoft has clear intentions to become a key contributor. Ultimately, Chromium is still led by Google though, a company which increasingly controls everything we do online.

James Walker

Weitere Hintergründe zur Entwicklung von Edge auf Basis von Chromium hat Microsoft auf dem Windows-Blog mitgeteilt.

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