Narwal Nelly gibt Hinweise im Web

Microsoft Edge veröffentlicht Webhint: Das Inspektionstool für bessere Webseiten
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Webhint ist ein Open Source Linting Tool, das Websites zugänglicher, schneller und sicherer machen soll. Es prüft den HTML-Code auf Best Practices und häufige Fehler. Doch jede Website ist anders: Der Nutzer kann über die CLI selbst bestimmen, welche Informationen getestet und dokumentiert werden sollen.

Das Microsoft Edge Team hat Webhint vorgestellt, eine Neuauflage des ehemals unter den Titeln Sonar bzw. Sonarwhal bekannten Werkzeugs. Es handelt sich um ein Linting Tool, das eine URL lädt und die zurückgesendeten Daten auf Fehler und Optimierungsmöglichkeiten überprüft.

Webhint gibt Hinweise im Web

Webhint bietet die Möglichkeit, die Qualität einer Website zu bewerten und einen Bericht zu erstellen. Das Tool liefert Erklärungen für Probleme, die bei der Benutzung einer Website aufgetreten sind. Zudem erstellt es eine Dokumentation, die besagt, wie man diese Probleme lösen kann. Dabei kann es Tools von Drittanbietern verwenden, um auf Sicherheits- und Zugänglichkeitsprobleme hinzuweisen.

Standardmäßig testet Webhint die folgenden Funktionen:

  • Performance
  • Barrierefreiheit
  • Browser-Interoperabilität
  • Sicherheit
  • sinnvolle Konfiguration von Build-Tools
  • PWA-Readiness

Dafür verwendet Webhint beispielsweise aXe für die Barrierefreiheit und SSL Server Test für die Überprüfung der Zertifikatskonfiguration.

Webhint unterstützt derzeit die Browser jsdom, Chrome und Edge 15. An der Unterstützung von Firefox wird noch gearbeitet. Ebenso stehen Editor-Plug-ins oben auf der Prioritätenliste. Das Tool ist Open Source und bei GitHub erhältlich. Es kann online, in der CLI oder als Node-Modul mit npm, yarn oder einem anderen Paket-Installer verwendet werden.

Webhint: Online-Quick-Scan oder CLI-Nutzung

Der allgemeine Vorgang bei der Benutzung von Webhint im Online-Scanner sieht folgendermaßen aus: Man ruft webhint.io auf, gibt die URL ein und wartet auf Hinweise. Dann erhält man einen ausführlichen Bericht, der all die Dinge der eingegebenen URL erklärt, die nicht optimal bzw. gefährlich sind. Die Fehlermeldungen enthalten neben Erläuterungen auch Vorschläge zur Behebung.

Webhint in Aktion, Quelle: https://medium.com/webhint/webhint-a-hinting-engine-for-the-web-ef0d3fa32ea9

Da jede Website anders ist, kann Webhint mithilfe von Angaben durch den Nutzer über die CLI angepasst werden. Beispielsweise gibt es Einstellungen, die es möglich machen, Hinweise zu deaktivieren, andere wiederum zu aktivieren, Domänen zu ignorieren oder Ähnliches – also das Tool mithilfe des Contributor Guides den eigenen Bedürfnissen anzupassen.

Hintergrund – Nellie und der Sonarwhal

Christian Heilmann, Program Manager bei Microsoft, gibt in seinem Blog als Teil des Entwicklerteams (Microsoft Edge Team) Einblicke in die Geschichte des Tools. Nach einer Einführung in die großen und unübersichtlichen Weiten des Webs, welches langsam und voller unerwünschter Inhalte sowie Sicherheitslücken sei, wurde deutlich, dass ein Tool von Nöten sei, das dort einmal für Ordnung sorgt, die genannten Schwachstellen anzeigt und Lösungen zur Beseitigung bietet.

Dabei mangelt es nach Heilmann nicht an Ressourcen (wie z. B. Open-Source-Editoren, automatisierte Test- und Prüftools), um eine Website vor Veröffentlichung zu optimieren. Doch gibt es ganz unterschiedliche Gründe dafür, warum gewisse Regeln nicht eingehalten werden und unzureichend optimierte Webseiten veröffentlicht werden:

Working in a large corporation means many chefs spoiling the broth. It also means that different projects need different approaches. Christian Heilmann

Das Tool entstand aus einer Idee heraus, einen Weg zu finden, die Qualität einer Website zu bewerten und Hinweise zur Optimierung zu geben. Ziel der Entwickler von Webhint ist, die Community zusammenzubringen und sie mittels Feedback in Webhint entscheiden zu lassen, welche Best Practices es in verschiedenen Bereichen der Website-Optimierung gibt. Das Tool soll Entwicklern helfen, den bestmöglichen Code zu schreiben und das Netz von schlechten Praktiken zu säubern. Außerdem sollen durch Webhint Community-Tools und -Dienste gefördert werden, die sich bewährt haben, aber nicht jedem bekannt sind.

Webhint und die JS Foundation

Da das Projekt nicht nur Open Source sein soll, sondern das Ziel verfolgt wird, auch von der Community unterstützt und bereichert zu werden, spendete das Microsoft Edge Team den Code 2017 an die JS Foundation und verfolgt seither ein Governance-Modell, das Input für jeden in der Web-Community (Browser-Hersteller, Web-Experten und Entwickler) begrüßt.

Das Logo zeigt übrigens Nellie, den Narwal. Narwale haben laut JS Foundation eines der besten Sonare im Tierreich. Es liegt die Vermutung nahe, dass auch Webhint eine solche Echolot-Fähigkeit anstrebt.

Webhint kann über den Online-Scanner als Webservice oder die CLI verwendet werden. Den Quellcode findet man bei GitHub unter www.github.com/webhintio.

 

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3 Kommentare auf "Microsoft Edge veröffentlicht Webhint: Das Inspektionstool für bessere Webseiten"

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Peter
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„Es kann online, in der CLI und als *Knotenmodul* mit npm, *Garn* oder einem anderen Paket-Installer verwendet werden.“

[kicher] „Knotenmodul“ und „Garn“: Ernsthaft?

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